Bad Sauerbrunn entzauberte Neusiedl
Burgenland Energie Landesliga
Der SC Neusiedl leistete sich kapitale Eigenfehler und verlor gegen Bad Sauerbrunn mit 1:3.
Bad Sauerbrunn und Coach Christoph Stifter entführten drei Punkte aus der Seestadt.
© Martin Ivansich
Neusiedl - Bad Sauerbrunn 1:3. Drei Gegentore, drei vermeidbare Fehler und am Ende eine verdiente Niederlage: Der SC Neusiedl musste sich im Heimspiel gegen Tabellenführer Bad Sauerbrunn mit 1:3 geschlagen geben. Dabei machten sich die Seestädter das Leben vor allem durch schwere Eigenfehler selbst schwer. Hinzu kam, dass die komplette Stamminnenverteidigung verletzungsbedingt ausgefallen war. Sportlicher Leiter Gernot Tick fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte: „Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu viele Geschenke verteilt, obwohl noch gar nicht Weihnachten ist.“
Nach der 0:4-Heimniederlage gegen Klingenbach und dem unglücklichen 2:2 bei Edelserpentin wollten die Neusiedler gegen Bad Sauerbrunn wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Doch die Vorzeichen waren alles andere als günstig. Mit Tomas Bockay, der aufgrund eines Innenbandeinrisses im Knie weiterhin ausfällt, und Barna Toth, der muskuläre Probleme hatte, fehlten beide etatmäßigen Innenverteidiger.
Trainer und Mannschaft mussten daher improvisieren. Spielmacher Lukas Umprecht rückte aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung und fehlte damit als wichtiger Impulsgeber in der Offensive.
Ein folgenschweres Geschenk
Trotz dieser personellen Probleme hielten die Neusiedler in der ersten Halbzeit einigermaßen dagegen. Die Gäste aus Bad Sauerbrunn waren zwar spielbestimmend, doch auch die Hausherren kamen zu zwei, drei vielversprechenden Kontermöglichkeiten. Allerdings wurden diese nicht konsequent zu Ende gespielt.
Auf der Gegenseite machte es Bad Sauerbrunn besser – und profitierte dabei von einem kapitalen Fehler der Neusiedler. In der 28. Minute spielte ein Akteur der Hausherren den Ball direkt in die Beine eines Gegenspielers. David Gallei ließ sich diese Einladung nicht entgehen und traf aus kurzer Distanz zum 1:0.
Für den Torjäger, der nach seiner Schulterverletzung rechtzeitig fit geworden war, war es der erste von zwei Treffern an diesem Abend.
Die Gäste hätten bereits vor der Pause nachlegen können. Tomislav Ivanovic verpasste eine Hereingabe nur knapp, auch Gallei kam aus spitzem Winkel zu einer weiteren Möglichkeit. Neusiedls Schlussmann Alexander Mödlhammer verhinderte Schlimmeres.
So blieb es beim knappen 0:1-Pausenstand.
Der nächste Fehler folgt
Nach dem Seitenwechsel kamen die Neusiedler durchaus motiviert aus der Kabine. Noch war die Partie offen, noch glaubten die Hausherren an die Wende.
Doch in der 64. Minute folgte der nächste folgenschwere Eigenfehler. Nach einem weiten Ball wollte ein Neusiedler Verteidiger das Spielgerät kontrollieren, doch der Ball rutschte ihm unter dem Fuß durch. Bad Sauerbrunn nutzte die Situation eiskalt aus. Gallei war erneut zur Stelle und erhöhte auf 2:0.
„Das waren zwei kapitale Eigenfehler“, ärgerte sich Tick über die Entstehung der ersten beiden Gegentreffer.
Mit dem zweiten Tor war die Partie praktisch entschieden. „Danach war die Luft draußen“, musste der Sportliche Leiter feststellen.
Und es sollte noch schlimmer kommen. In der 77. Minute kam Ivanovic aus äußerst spitzem Winkel, beinahe von der Toroutlinie, zum Abschluss. Mödlhammer konnte den Ball nicht entscheidend abwehren und beförderte ihn unglücklich ins eigene Tor – 0:3.
„Das hat genau ins Bild dieses Tages gepasst“, haderte Tick mit dem Spielverlauf.
Mödlhammer verhindert höhere Niederlage
Dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel, hatten die Neusiedler einmal mehr ihrem Torhüter zu verdanken. Trotz seines Missgeschicks beim dritten Gegentreffer zeichnete sich Mödlhammer mehrfach mit starken Paraden aus und verhinderte weitere Tore der Gäste.
Immerhin gelang den Hausherren in der Schlussphase noch Ergebniskosmetik. Nach einem Fehler im Sauerbrunner Spielaufbau wurde Martin Majnovics zu einem Foul gezwungen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Rejjan Abazi in der 82. Minute zum 1:3-Endstand.
Bad Sauerbrunns Trainer Christoph Stifter war mit der Vorstellung seiner Mannschaft naturgemäß zufrieden. „Die Mannschaft hat gegen einen spielerisch guten Gegner ein starkes Spiel gemacht und verdient gewonnen“, lobte er seine Elf.
Dass sein Team durch den späten Elfmeter den möglichen Zu-null-Sieg verpasste, störte ihn hingegen wenig. „Das ist mir egal. Wir bleiben lieber bei unserer spielerischen Idee, als alles über Bord zu werfen.“
Tick: „Wir müssen nur die Fehler abstellen“
Bei den Neusiedlern war die Enttäuschung nach der dritten sieglosen Partie in Folge groß. Dennoch sieht Tick keinen Grund, die bisherige Spielweise grundsätzlich infrage zu stellen.
Der Sportliche Leiter verweist vor allem auf die personellen Umstellungen in der Defensive. Durch das Fehlen von Bockay und Toth musste Umprecht in der Innenverteidigung aushelfen, wodurch den Seestädtern im offensiven Mittelfeld ein wichtiger Spieler fehlte.
„Wir müssen nicht viel ändern, sondern einfach diese Fehler abstellen. Dann können wir mit jedem Gegner in dieser Liga mithalten“, ist Tick überzeugt.
Spielstatistik
Neusiedl am See – Bad Sauerbrunn 1:3 (0:1).
0:1 (28.) Gallei, 0:2 (64.) Gallei, 0:3 (77.) Ivanovic, 1:3 (82.) Abazi (Strafstoß).
SR: Windisch, 403.
Neusiedl: Mödlhammer; Sonnleitner, Haider (90+2. Rath), Umprecht, Moro; Mcgirr; Strommer, Damasdi (72. Hamm), Millner (90+2. Halper); Frank, Abazi.
Bad Sauerbrunn: Stifter; Beck, Tisch, Mayrhofer (87. Precilla); Majnovics, Kornholz (72. Lang), Spadt, Gräf (79. Huber); Ivanovic, Baumgartner, Gallei (79. Knessl).
Res: 1:3.