Burgenlandliga-Schmankerl: Zuckerl, Comebacks und Überraschungen

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Deutschkreutz lockt mit einem freien Montag, Oberpullendorf bangt um seinen Goalgetter und in Lackenbach avanciert ein 38-Jähriger zum Matchwinner. Dazu gibt es Comebacks, Serien und eine Überraschung gegen den Tabellenführer: Die Geschichten abseits der Ergebnisse.

Manuel Baumgartner trifft und trifft: Der Bad Sauerbrunner Offensivmann war in den vergangenen vier Spielen jeweils erfolgreich.

Manuel Baumgartner trifft und trifft: Der Bad Sauerbrunner Offensivmann war in den vergangenen vier Spielen jeweils erfolgreich.

© Martin Ivansich

Ein Zuckerl wäre ebenso süß wie Rache

Deutschkreutz. Deutschkreutz-Coach Mike Hartl hat sich für den Start in einen vollgepackten Oktober mit sechs Pflichtspielen einen extra Ansporn überlegt. „Wenn wir nach dem Eberau-Spiel drei Punkte mehr am Konto haben, bekommen die Jungs am Montag frei“, sagte er seiner Mannschaft. Die ist es in dieser Saison absolut nicht gewohnt, nicht an einem Freitagabend zu spielen. Da kommt ein extra Zuckerl für die Sonntagspartie gar nicht so ungelegen. Vor allem wäre ein Sieg in Eberau schon ohne einen freien Tag ein Erfolg. Als man das letzte Mal an der ungarischen Grenze gastierte, stand es nach nicht einmal 25 Minuten 3:0 für die Hausherren. Deutschkreutz unterlag mit 0:4, für Trainer Roman Fennes war es das letzte Spiel als Cheftrainer.

Der Goalgetter bleibt ein Fragezeichen

Oberpullendorf. In Oberpullendorf musste man zuletzt drei Spiele auf seinen Torjäger Oliver Tihanyi verzichten. Der Ungar war gegen Halbturn bereits auf der Ersatzbank und stand gegen Sankt Margarethen kurz vor seiner Rückkehr, musste allerdings unter der Woche bei einem Training kurz vor Ende aufhören, weil er wieder Schmerzen verspürte. „Ich kann nicht sagen, in welche Richtung sich das entwickelt“, sagt Cheftrainer Florian Hotwagner.

Der Jungspund gratulierte dem Altstar

Lackenbach. Die Premiere von Lackenbachs Interimstrainer Florian Mileder verlief nicht nach Wunsch. Sein Team hatte unter der Woche frische Inputs bekommen, die Probleme gegen Halbturn waren allerdings dieselben - obwohl man eine gute Leistung bot, haderte er wie so oft in dieser Saison mit der Chancenauswertung. Warum man sich nicht belohnen konnte, stand dieses Mal zudem zwischen den Pfosten des Gästekastens. Goalie Rene Summer bewies in Lackenbach, dass er es mit 38 Jahren noch so richtig drauf hat. Diverse Top-Paraden retteten seinen Halbturnern die drei Punkte, die nach zwei Niederlagen in Serie auch eine Erleichterung waren. „Großes Lob an ihn, er hat mehrere tausendprozentige Chancen gehalten“, erwies sich das Trainer-Küken als echter Sportsmann.

Treffsichere Wochen für Baumgartner

Bad Sauerbrunn. Manuel Baumgartner präsentiert sich aktuell als Bad Sauerbrunner Vollstrecker mit Konstanz. In den letzten vier Spielen traf der Offensivmann immer. Bei den 5:0-Heimsiegen gegen Pama und Deutschkreutz gelang dem Mittelfeldmann je ein Treffer. Beim 1:0-Sieg in Pinkafeld und beim 1:1 zuletzt in Neudorf war er der Torschütze der Bad Sauerbrunner.

Die lange Pause des Organisators endet

St. Margarethen. Igor Bosnjak ist in St. Margarethen schon ein Urgestein, hat seit Sommer 2019 139 Spiele in der Burgenlandliga absolviert. Der 29-Jährige ist mittlerweile der Kontaktmann des Vereins im Wiener Fußball. Zuletzt hat er den Deutschen Justin Härtel an den Greaboch gelotst, mit dem hatte er auf dem Kleinfeld gekickt. Jetzt musste der Mittelfeldorganisator seine längste Pause einlegen. Am 16. Mai hatte er sich ein Band gerissen, danach kamen Probleme mit der Achillessehne. „Jetzt ist er aber wieder voll im Mannschaftstraining“, sagt Trainer Franz Lederer, der ihn am Samstag in Halbturn in der Reserve Spielpraxis sammeln lässt.

Comeback des Trainers mit einer Schlappe

Klingenbach. Thomas Klemenschitz stand wieder auf dem Feld und nicht daneben. Der Cheftrainer hatte sich Mitte August gegen Rust leicht verletzt und verzichtete auf Einsätze in der Reserve. Nun ist er wieder fit, und es herrschte Not am Mann. Thomas Klemenschitz spielte wie auch sein Co-Trainer Patrik Metka und Klingenbachs Vorstandsvorsitzender Marco Laubner. Und es kamen auch Clemens Stiglitz, Kevin Domnanich, Matteo Csmarich und Nikola Badjikic zum Einsatz, die in der Kampfmannschaft eingewechselt wurden. Dennoch verlor Klingenbach 1:6. Klemenschitz: „Die Neusiedler haben gut ausgebildete Spieler in ihrer Reserve.“

Der lange Weg zurück ins Kapitän-Amt

Leithaprodersdorf. Stephan Heiss riss sich im Sommer 2024 das Kreuzband. Damals war er Führungsspieler und Kapitän. Erst im September 2025 feierte der Mittelfeldspieler sein Comeback. Einen Monat später stand er viermal en suite in der Startelf. Anfang 2026 verletzte er sich in der Vorbereitung wieder, verpasste das komplette Frühjahr. Diese Saison durfte er kurz vor seinem 32. Geburtstag gegen Rust erstmals auflaufen. Am Freitag stand er wieder in der Startelf. „Er hat gut trainiert“, begründete Trainer Mario Santner seine Entscheidung.

Die erste Torschusspanik kostete Punkte

Rust. Schon seit der ersten Partie war zu sehen, dass der Aufsteiger Fußball spielen will. Hinten reinstellen war keine Idee der Ruster. Sie erzielten in den ersten acht Runden zumindest einen Treffer pro Spiel. Allerdings brachten sie meist dumme Fehler um die Früchte ihres attraktiven Spielansatzes. In Pama allerdings riss der Faden. Oliver Fandel auf der rechten und Andres Manya auf der linken Seite hatten ihre liebe Not mit der Fünferkette der Hausherren. Deshalb kamen auch Christiano Barbosa, der bislang sechsmal getroffen hat, und Joker David Kondrlik (drei Tore) zu keinen Möglichkeiten. Weil man einmal unaufmerksam war, kostete die erste Nullnummer dann auch drei Punkte.

Edelserpentin: Serie fortgesetzt

Edelserpentin. Kohfidisch ist und bleibt der Lieblingsgegner der SpG Edelserpentin. Zum vierten Mal in Folge gewann Edelserpentin gegen Kohfidisch – zum vierten Mal ohne Gegentor. Für Michael Horvath und sein Team war das 1:0 für die Tabelle goldwert.

Ergebnis top, Spiel ausbaufähig

Pinkafeld. „Spielerisch haben wir definitiv noch Entwicklungspotenzial“, zeigte sich Pinkafeld-Trainer Beni Posch nach dem Spiel gegen Eberau selbstkritisch. Mit dem Ergebnis von 5:1 konnte er aber zufrieden sein: „Das war top, darauf bauen wir auf.“

Sattelfeste Abwehr ging unter

Eberau. Seit dem Aufstieg vor mehr als einem Jahr ist Eberau für eines bekannt: sichere Defensive. In Pinkafeld kam man zum ersten Mal seit langem unter die Räder, kassierte fünf Gegentore – ganz unüblich.

Kohfidisch hofft auf Trendwende

Kohfidisch. Fünf Punkte aus 8 Spielen – zu wenig für Kohfidisch. Jetzt hofft der Sportliche Leiter Thomas Polzer auf die Trendwende. „Die Aufgaben sind mit Bad Sauerbrunn und Leithaprodersdorf nicht leicht, aber wir werden alles geben.“

Routiniers im Einsatz

Halbturn. Beim U23-Match der Halbturner in Lackenbach mussten aufgrund der angespannten Personalsituation zwei echte Routiniers aushelfen. Wolfgang Knöbl (51) und Werner Hoffmann (53) sprangen in die Bresche und zeigten, dass sie noch lange nicht alles verlernt haben. Die 2:4-Niederlage konnten aber auch die beiden Oldies nicht verhindern.

Glock ist wieder voll da

Pama. Daniel Toth fehlte beim wichtigen 1:0-Erfolg gegen Rust nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt. Für ihn sprang Kevin Glock im zentralen Mittelfeld in die Bresche – und das bemerkenswert: Verletzungsbedingt hatte Glock seit mehr als zwei Jahren keine 90 Minuten mehr für den SK Pama absolviert. Ausgerechnet in dieser wichtigen Partie hielt er über die volle Distanz durch und lieferte eine starke Vorstellung ab.

Prophezeite Katastrophe blieb aus

Neudorf. „Vorhergesagte Katastrophen treten meistens nicht ein“, schmunzelte Trainer Christoph Tischler nach dem überraschenden 1:1 gegen Tabellenführer Bad Sauerbrunn. Im Vorfeld sei praktisch nur über die Höhe der Niederlage diskutiert worden. Stattdessen holten die Juniors trotz fast 60-minütiger Unterzahl einen Punkt und hatten sogar die große Chance auf den Sieg. Eine ähnliche Leistung fordert Tischler nun beim nächsten „David gegen Goliath“ in Leithaprodersdorf.

Weiße Weste ist Geschichte

Neusiedl. Acht Spiele lang blieb der SC Neusiedl als einziges Team der Landesliga ungeschlagen, im verflixten neunten Spiel war die Serie vorbei – und das mit einem deftigen 0:4 zu Hause gegen Klingenbach. Sportlicher Leiter Gernot Tick kann dem Ende der Erfolgsserie aber sogar etwas Positives abgewinnen: „Serie hin oder her, natürlich hat das auch einen Druck ausgeübt.“ Jetzt könne die Mannschaft wieder befreiter aufspielen.