Darum bleibt die Herzchirurgie trotz Aufhebung in Betrieb
auch ausbau angekündigt
In der Oberwarter Abteilung wird nach wie vor operiert, eine Revision vor dem Verwaltungsericht verschafft dem Land Zeit. So geht’s weiter.
In der Klinik Oberwart. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der medizinische Geschäftsführer Stephan Kriwanek und das Team der Herzchirurgie.
© Gesundheit Burgenland
Schritt für Schritt soll die Herzchirurgie zur „Vollabteilung“ werden, ab sofort startet der Ausbau: Die Ankündigung von Landeschef Hans Peter Doskozil und der Gesundheit Burgenland kam kurz bevor das Landesverwaltungsgericht die Aufhebung der Bewilligung bekannt gegeben hat.
Was ist passiert? Der Bescheid, mit dem das Land den Betrieb der Abteilung bewilligt hatte, wurde zurückverwiesen. Der Grund: Eine Bedarfsprüfung, wie sie gesetzlich vorgesehen ist, hat bislang nicht stattgefunden; eine Formalsache, heißt es vonmehreren Seiten. Und das wird jetzt nachgeholt.
Was bedeutet das? Vorerst nur, dass seitens des Landes der Bedarf für die Herzchirurgie geprüft werden muss; das dient als Basis eines neuen Bescheids. Anders als beim Start im März müsse man dafür nicht mehr auf Prognosen zurückgreifen, stattdessen könne „der evidente Bedarf anhand der Ist-Zahlen belegt werden“, wird seitens des Landes betont.
Wie geht es weiter? OP-Termine in der Herzchirurgie werden „wie geplant eingehalten“, versicherte der Landeshauptmann; der Betrieb sei auch rechtlich abgesichert. Die Gesundheit Burgenland wird gegen die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes außerordentliche Revision einlegen – und aufschiebende Wirkung beantragen. Im Verwaltungsgericht werde darüber möglichst rasch entschieden.
Was bringt der Ausbau? Er wird zeitgleich vorangetrieben, gemeinsam mit der Kardiologie soll ein regionales Herzzentrum entstehen. Das operative Spektrum wird erweitert, die Kapazitäten werden auf vier Herz-Lungen-Maschinen-Einsätze pro Woche erhöht und die Zahl der Betten in der stationären Versorgung auf acht gesteigert.