Das Burgenland hat in Energiefragen reichlich „Regionalstolz“

Studie: 94 prozent zufrieden

Erneuerbare und regionale Energie ist im Burgenland ein wichtigeres Thema als in anderen Bundesländern: Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Strategieanalysen (ISA). Präsentiert wurde sie in prominenter Runde in der Zentrale der Burgenland Energie.

Umfrage-Präsentation (v.l.): Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Markt- und Meinungsforscherin Christina Matzka, Studienleiter Peter Filzmaier, Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma.

Umfrage-Präsentation (v.l.): Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Markt- und Meinungsforscherin Christina Matzka, Studienleiter Peter Filzmaier, Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma.

© Wolfgang Millendorfer

Im Auftrag des Landes-Energieversorgers befragte das Institut für Strategieanalysen 1.000 Burgenländerinnen und Burgenländer über 16 Jahre sowie 500 Personen aus anderen Bundesländern, um auch Vergleichsdaten zu haben. 94 Prozent im Land gaben an, mit der Energieversorgung zufrieden zu sein. Die Burgenland Energie sieht sich durch die Studie in ihrem Ziel, bis zum Jahr 2030 energieunabhängig zu werden, bestätigt.

Außerdem habe sich gezeigt, dass erneuerbare Energie im Burgenland ein größeres Thema sei als in anderen Bundesländern. 62 Prozent der Menschen im Land setzt sich „sehr stark“ oder „eher stark“ mit Energieversorgung auseinander: Um zehn Prozentpunkte mehr als im Rest Österreichs, hielt ISA-Leiter und Studienleiter Peter Filzmaier bei der Präsentation fest.

Das Burgenland hat in Energiefragen reichlich „Regionalstolz“

© Wolfgang Millendorfer

Ebenfalls stark ausgeprägt ist laut Filzmaier das Regionalbewusstsein und die Ansicht, „dass das Burgenland bei der Energieversorgung mehr unternimmt als andere“. Erneuerbare Energie sei in der burgenländischen Bevölkerung anerkannt. Vor allem bei der Windenergie zeige sich deutlich mehr Akzeptanz als in anderen Bundesländern: 80 Prozent fänden sie wichtig, im Rest Österreichs seien es 68 Prozent, erläuterte Christina Matzka von „Triple M Matzka Insights“.

Für den eigenen Weg löse sich das Burgenland „Schritt für Schritt von Öl- und Gasimporten“, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei der Präsentation der Umfragedaten. „Wir setzen auf unsere eigene Energie aus Wind und Sonne, beim Strom, beim Heizen und zunehmend auch bei der Mobilität. Die aktuelle Energiestudie zeigt, dass dieser Weg bei den Menschen angekommen ist“, so Doskozil.

Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma hielt fest, dass die Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie in den vergangenen fünf Jahren von 470 Megawatt auf 1.200 Megawatt mehr als verdoppelt worden sei. „Wir haben in den letzten Jahren im Burgenland eine der größten Transformationen der österreichischen Energieversorgung umgesetzt: von einem vor allem durch Windkraft geprägten Modell zu einem Gesamtsystem aus Windkraft, Photovoltaik, Speichern und Energiegemeinschaften.“

Das Burgenland hat in Energiefragen reichlich „Regionalstolz“

© Wolfgang Millendorfer

Landeshauptmann Doskozil kritisierte zudem, dass sich die Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise aktuell nur damit auseinandersetze, die Spritpreise für die kommenden zwei Monate zu senken: „Das ist eine Maßnahme, die aus meiner Sicht viel zu kurz greift.“ Vielmehr müsse man sich damit beschäftigen, wie die Energiepreise für Wirtschaft und private Haushalte nachhaltig und dauerhaft gesenkt werden könnten.

In Zahlen: Weitere Daten aus der Studie

Für 38 Prozent der Befragten sind regionale Energiequellen sehr wichtig, für 34 Prozent „eher wichtig“. Für 17 Prozent ist das Thema eher nicht relevant, für neun Prozent gar nicht (zwei Prozent machten keine Angabe).

58 Prozent der Umfrage-Teilnehmer meinen, das Burgenland unternehme bei erneuerbarer Energie mehr als andere Bundesländer. Die 500 Befragten in den anderen Ländern sind in ihrem Bundesland nur zu 21 Prozent dieser Meinung. 31 Prozent im Burgenland meinen, das Land unternehme gleich viel, fünf Prozent meinen, es werde weniger unternommen.

Bei der Frage nach den Eigenschaften der Burgenland Energie sind 46 Prozent der Meinung, das Unternehmen sei zuverlässig, für 32 Prozent trifft die Aussage „eher“ zu.

Bei der Frage nach Kundenfreundlichkeit (35 Prozent „trifft voll und ganz zu“, 31 Prozent „trifft eher zu“) und Umweltbewusstsein (34 Prozent „trifft voll und ganz zu“, 33 Prozent „trifft eher zu“) ist die Zustimmung ebenfalls sehr hoch. Kostengünstig ist der Landesversorger für 14 Prozent („voll und ganz“) beziehungsweise 19 Prozent („trifft eher zu“) - der Wert sei aber österreichweit vergleichbar niedrig, halten die Studienautoren fest.

65 Prozent fühlen sich bei der Burgenland Energie „gut aufgehoben“. 61 Prozent sind sehr oder überwiegend der Meinung, das Unternehmen sei innovativ.