Derbyfieber am See und in der Stadt

2. Klasse Nord

Im Landeshauptstadtderby fordert Eisenstadt St. Georgen, im Seederby empfängt Oggau Mörbisch.

Florian Kucher (r.) schnürte beim 9:1-Kantersieg einen Viererpack und ließ Thomas Rauhofer (l.) und dessen Elf keine Chance.

Florian Kucher (r.) schnürte beim 9:1-Kantersieg einen Viererpack und ließ Thomas Rauhofer (l.) und dessen Elf keine Chance.

© Joshua Unterweger

Den Auftakt zum Derbyfieber macht am Freitag um 19.30 Uhr das Landeshauptstadtderby im Georgistadion. Wenn der UFC St. Georgen den SC UNEX Eisenstadt empfängt, kleidet sich die Stadt entweder in Rot oder in Grün. Sportlich treffen mit dem Dritten (21 Punkte) und dem Vierten (20) zwei Teams aufeinander, die nur einen beziehungsweise zwei Zähler hinter dem Spitzenduo Oslip und Sigleß liegen. Der UFC war bis zum Spitzenspiel gegen Oslip der unangefochtene Ligaprimus, nach der Niederlage blieb er in den beiden folgenden Partien gegen Steinbrunn und Mörbisch aber jeweils beim 1:1 hängen. Zuletzt ließ man in Mörbisch nach der 1:0-Führung und dem Ausgleich durch einen Freistoß beste Chancen auf das 2:1 liegen. Im Derby muss das Offensivfeuerwerk, das dem UFC mit 35 Treffern die beste Angriffsreihe der Liga beschert hat, wieder gezündet werden. Spielertrainer Christopher Pinter gab sich vor dem Duell geheimnisvoll: „Wir werden sehen, ob sich die Mechanismen des Profifußballs auch auf den Amateurbereich übertragen lassen.“ Beim SCE hat man sich dagegen ganz auf die Konzentration verlegt. „Wir haben unser Konzentrationslevel die gesamte Woche hochgehalten, weil der Gegner und wir beide die Tabelle lesen können“, betonte Pressesprecher Rene Mersol. „Ein Derby hat seine eigenen Gesetze, wir fahren mit breiter Brust nach St. Georgen.“ Für die Eisenstädter geht es auch darum, eine Serie zu beenden, denn der Klub konnte noch kein Derby für sich entscheiden. Vielleicht ist nun der Zeitpunkt dafür gekommen, zumal die Form passt: Nach dem jüngsten Sieg und mit nur zwölf Gegentoren stellt der SCE eine der stabilsten Defensiven der Liga. Unsere Prognose lautet daher: ein enges Duell, in dem das Heimrecht den Ausschlag zugunsten des UFC geben könnte.

Das Seederby

Am Samstag um 15 Uhr, steigt in Oggau das zweite Derby, und beide Teams kommen mit breiter Brust. Der UFC Oggau schoss sich beim Tabellennachbarn Steinbrunn mit einem 9:1 warm und hält als Fünfter bei 18 Punkten. Trainer Hans Peter Kusolits sprach von einem mehr als verdienten Sieg: „Die Burschen haben phasenweise sehr schön kombiniert und sich in der zweiten Halbzeit in einen Rausch gespielt. Mit ein wenig Glück hätten wir sogar noch das eine oder andere Tor mehr schießen können.“ Der Blick richtet sich nun voll auf Mörbisch, schließlich könnte Oggau mit einem Derbysieg wieder Anschluss an die Spitzengruppe herstellen. „Natürlich wollen wir im Derby die nächsten drei Punkte einfahren und uns in den letzten vier Runden vor der Winterpause so gut wie möglich präsentieren“, so Kusolits. Der SV Mörbisch tankte zuletzt mit einem Remis gegen den früheren Spitzenreiter St. Georgen ebenfalls Selbstvertrauen. Kapitän und Sektionsleiter Raphael Kummer, der den Ausgleich per Freistoß erzielt hatte, verwies auf die defensive Disziplin: „Wir wissen um die offensiven Qualitäten von Oggau, aber wenn wir die Defensivleistung der vergangenen Woche bringen, werden wir sicher gut aussehen. Ich freue mich schon auf Samstag.“ Weil Oggau die drittbeste Offensive stellt und vor eigenem Publikum spielt, sehen wir die Hausherren leicht im Vorteil.

Im Landeshauptstadtderby will Eisenstadt ihre negative Derby-Serie beenden, während es im Seederby für Oggau und Mörbisch darum geht, vor der Winterpause noch einmal wichtige Punkte zu sammeln. So oder so dürfen sich die Fans auf ein Wochenende voller Derby-Spannung freuen, an dem im Rennen um die Spitze und im Mittelfeld viel passieren kann.