Die Welt verändert den Blick

Weltreise

Zwölf Länder, tausend Geschichten und Erfahrungen, die weit über das Reisen hinausgehen: Michael Pahr erzählt warum es sich lohnt, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.

In Australien arbeitete Michael Pahr an verschiedensten Stationen, um sich die Verlängerung der Reise auf eineinhalb Jahre zu finanzieren. Sydney stand natürlich auch auf der Agenda.

In Australien arbeitete Michael Pahr an verschiedensten Stationen, um sich die Verlängerung der Reise auf eineinhalb Jahre zu finanzieren. Sydney stand natürlich auch auf der Agenda.

© Michael Pahr

Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Indonesien, Japan, Kolumbien, Brasilien, Chile, Mexiko, Australien oder die USA. Die Welt ist groß und manchmal muss man weit reisen, um Dinge zu entdecken, die man zu Hause für selbstverständlich gehalten hat. Michael Pahr aus Oberschützen hat genau das getan. Er hat sich allein auf den Weg gemacht, zwölf Länder bereist, fremde Kulturen kennengelernt und dabei Erfahrungen gesammelt, die weit über schöne Landschaften und beeindruckende Sehenswürdigkeiten hinausgehen. Was er in rund eineinhalb Jahren erlebt hat und warum es sich lohnt, die eigene Komfortzone zu verlassen, erzählt er am Freitag, 6. November, um 19.30 Uhr im Kultursaal Bad Tatzmannsdorf.

„12 Länder – 1000 Geschichten: Von Oberschützen bis ans andere Ende der Welt“ lautet der Titel seines Vortrags. Ein etwas anderer Reisebericht, der nicht bloß zeigen soll, wo er überall gewesen ist. Es geht auch darum, was passiert, wenn man sich auf fremde Menschen, andere Lebensweisen und ungewohnte Situationen einlässt. Und um die Erkenntnis, dass die Welt oft ganz anders aussieht, als man sie sich aus der Ferne vorstellt.

Mehr als eine Weltreise

Die BVZ hat schon ausführlich über Michael Pahrs außergewöhnliche Reise berichtet. Damals standen die Stationen seines Abenteuers und die Geschichten, die er unterwegs gesammelt hatte, im Mittelpunkt. Nun geht er einen Schritt weiter, möchte seine Erfahrungen mit einem Publikum teilen und zeigen, warum das Reisen für ihn weit mehr bedeutet als einen Ortswechsel.

Denn wer allein unterwegs ist, muss sich auf vieles einlassen. Es gibt keinen Reiseleiter, der Entscheidungen abnimmt, keine vertraute Gruppe, auf die man sich jederzeit verlassen kann. Man muss sich selbst orientieren, mit Unvorhergesehenem umgehen und manchmal auch Gewohnheiten über Bord werfen. Gerade darin liegt aber eine besondere Chance: Wer sich auf das Unbekannte einlässt, lernt nicht nur andere Länder kennen, sondern auch sich selbst.

Dabei sind es nicht unbedingt die großen Sehenswürdigkeiten, die in Erinnerung bleiben. Oft sind es Begegnungen mit Menschen, deren Alltag völlig anders aussieht als der eigene. Gespräche, die trotz sprachlicher Barrieren zustande kommen. Situationen, in denen Hilfsbereitschaft keine gemeinsame Sprache braucht. Oder Augenblicke, in denen einem bewusst wird, wie unterschiedlich Menschen leben und wie viel sie dennoch miteinander verbindet.

Andere Perspektiven

Der Blick über den eigenen Tellerrand ist eine der zentralen Botschaften, die Michael Pahr mit seinem Vortrag vermitteln möchte. Denn fremde Kulturen kennenzulernen bedeutet auch, eigene Vorstellungen zu hinterfragen. Und was zunächst ungewohnt erscheint, wird verständlicher, wenn man die Menschen und ihre Lebensumstände näher kennenlernt.

Reisen kann auf diese Weise Vorurteile abbauen. Nicht, weil jede Begegnung automatisch harmonisch verläuft oder unterwegs alles einfach wäre. Sondern weil persönliche Erfahrungen ein differenzierteres Bild vermitteln als Nachrichten, soziale Medien oder Erzählungen aus zweiter Hand. Wer Menschen in ihrem eigenen Umfeld begegnet, entdeckt hinter geografischen Grenzen und kulturellen Unterschieden individuelle Lebensgeschichten.

Dazu gehört auch die Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten. Nicht alles lässt sich planen, nicht jede Situation vorhersehen. Gerade auf einer längeren Reise wird deutlich, wie wichtig Offenheit, Flexibilität und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind. Erfahrungen, die sich durchaus auf das Leben zu Hause übertragen lassen.

Allein und doch nicht einsam

Allein aufzubrechen bedeutet nicht zwangsläufig, ständig allein zu sein. Im Gegenteil: Wer ohne Begleitung unterwegs ist, kommt häufig leichter mit anderen Menschen ins Gespräch. Es entstehen Kontakte, die bei einer Reise in einer vertrauten Gruppe möglicherweise ausgeblieben wären.

Gleichzeitig verlangt diese Art des Reisens Selbstständigkeit. Entscheidungen über den nächsten Weg, die Unterkunft oder den Tagesablauf liegen in der eigenen Verantwortung. Das kann anstrengend sein, eröffnet aber auch Freiheiten. Man ist nicht an die Wünsche anderer gebunden, kann spontan Pläne ändern und dort länger bleiben, wo es einem besonders gefällt.

Bei Michael Pahrs Vortrag wird, dass man nicht unbedingt ein erfahrener Weltenbummler sein muss, um andere Länder auf eigene Faust zu entdecken. Viel wichtiger sind Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

Geschichten die bleiben

Zwölf Länder und tausend Geschichten: Schon der Titel lässt erahnen, dass ein einzelner Abend kaum ausreichen wird, um alle Eindrücke einer solchen Reise wiederzugeben. Doch darum geht es auch nicht. Entscheidend sind jene Erlebnisse, die etwas verändert haben, neue Sichtweisen ermöglichten oder besonders in Erinnerung geblieben sind.

Für Besucher:innen bietet sich damit die Gelegenheit, die Welt aus der Perspektive eines jungen Mannes aus dem Südburgenland kennenzulernen, der den Schritt ins Unbekannte gewagt hat. Nicht als Hochglanzreisebericht, sondern als persönliche Auseinandersetzung mit fremden Kulturen, besonderen Begegnungen und den Herausforderungen des Alleinreisens.

Der Vortrag „12 Länder – 1000 Geschichten: Von Oberschützen bis ans andere Ende der Welt“ findet am Freitag, 6. November, um 19.30 Uhr im Kultursaal Bad Tatzmannsdorf statt. Karten sind im Vorverkauf um 10 Euro beim Tourismusbüro Bad Tatzmannsdorf erhältlich, an der Abendkasse kosten sie 12 Euro

Die USA war kein unbekanntes Land. In Florida hat Michael Pahr studiert.

Die USA war kein unbekanntes Land. In Florida hat Michael Pahr studiert.

© Michael Pahr