Ein weiteres Puzzlestück der burgenländischen Ostligisten
Leitartikel des Sportchefs
Dass alle drei Ostliga-Vereine den Zulassungs-Workshop für die 2. Liga besucht haben, ist ein gutes Zeichen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
© Lexi
BERNHARD FENZ
Wer aus der Regionalliga Ost künftig in die Admiral 2. Liga aufsteigen will, muss noch höhere Hürden als zuletzt überwinden. Die Meister der vier Regionalligen (Ost, Nord, Süd, West) spielen nach Saisonende in zwei Relegationsduellen mit Hin- und Rückspiel um zwei Aufstiegsplätze. Die Auslosung dieser Relegation bescherte ein Duell Ost gegen Süd sowie Nord gegen West.
Der Direktaufstieg in die zweithöchste Spielstufe Österreichs, seit 2018 umgesetzt, ist somit wieder Geschichte. Böse Zungen könnten jetzt meinen, dass sich die Ostliga aufgrund der jüngsten Vergangenheit den besagten direkten Gang nach oben ohnehin nicht verdient hat. Weil den sportlich bestplatzierten Klubs die Zulassung fehlte und die aufstiegswilligen Vereine die nötigen Platzierungen verpassten, blieb der Aufstiegsplatz aus dem Osten unbesetzt. Schwarz Weiß Bregenz rettete sich als Drittvorletzter der 16er-Liga aufgrund dieser fremden Hilfe.
Ob der Weg in die 2. Liga für die Ostligisten so unattraktiv ist, oder ob die (infra)strukturellen Auflagen für die meisten dann doch nicht stemmbar sind, sei hier und jetzt dahingestellt. Es gibt jedenfalls K.o.-Kriterien auf dem Weg nach oben. Hier scheiterte es in der Vergangenheit schon an einem Workshop der Bundesliga, der die Basis für einen Zulassungsantrag stellt. Nur wenige Klubs nahmen den überhaupt in Angriff, noch weniger suchten dann in weiterer Folge tatsächlich um die Zulassung an. Heuer waren es acht Vereine aus der Regionalliga Ost, die beim Zulassungs-Workshop dabei waren.
Erfreulicher Aspekt: Neben dem Wiener Sport-Club, dem FC Marchfeld, Traiskirchen, Horn und Krems waren mit Oberwart, Parndorf und Mattersburg alle drei Burgenland-Vertreter involviert. Aus allen drei Lagern ist zu vernehmen, dass man am Workshop aus grundsätzlichem Interesse für den Fall der Fälle teilgenommen habe, nicht mehr und nicht weniger. Bei Parndorf und Mattersburg ist das nachvollziehbar. Sie sind sportlich aktuell zu weit weg von der Spitze. Oberwart ist als Dritter mittendrin im Rennen, aber nach zwei gescheiterten Aufstiegsversuchen in den vergangenen beiden Jahren deutlich defensiver nach außen. Auch das ist ok.
Egal, welche Hintergründe im Spiel sind: Dass alle drei Klubs die Basis für eine mögliche Zulassung schaffen, ist ein gutes Zeichen für den burgenländischen Fußball. Und ein weiteres Puzzlestück in seiner sportlichen Entwicklung.