Eisenstadt gelingt im Derby die Überraschung
Basketball Superliga
Die Eisenstadt Dragonz bessern die Langzeitbilanz gegen die Oberwart Gunners mit einem Derby-Sieg auf und mausern sich zum Titelanwärter. Gegen den amtierenden Meister Kapfenberg Bulls reichte die Leistung der Drachen nicht für einen Sieg. In der nächsten Runde bekommt Oberwart es mit den starken Steirern zu tun, Eisenstadt dagegen mit einer Wiener U19.
Sead Hadzifejzovic (r.) und die Dragonz setzten sich gegen die Gunners mit Victor Seales (l.) durch.
© Peter Wagentristl
Derbytime in Eisenstadt! Die Landeshauptstädter gingen als gefährliche Underdogs ins Match, aber auch ohne zwei ihrer besten Guards: Lukas Hahn und Austen Awosika. Die Fans bekamen gleich von Beginn an ein ansehnliches Match um die rot-goldene Ehre zu sehen. Die Dragonz erwischten den besseren Start und hielten ihren Vorsprung bis zur Halbzeit. Insgesamt neun Minuten lagen die Gunners in Führung, dann zogen die Drachen auf bis zu 12 Punkte Vorsprung davon. Viele vergebene Freiwürfe und eine nervöse Schlussphase später läutete der Buzzer den 93:87-Sieg für die Eisenstadt Dragonz.
Entgegen der Quote erkämpften sich die Dragonz mit überragender Wurfquote von 62,5 Prozent vom Feld und rekordverdächtigen 38 Freiwürfen (wovon nur 26 im Korb landeten) den verdienten Sieg. Oberwart bot in der Landeshauptstadt keine schlechte Vorstellung: Maceo Williams glänzte mit 23 Punkten als Top-Scorer von der Bank, Larry Wise kam auf ansehnliche 20 Punkte. Captain Sebastian Käferle steuerte neun Assists bei. Allerdings fielen die Dreier nicht und die Pfiffe zugunsten der Gunners blieben ebenso aus.
Starke Statistiken der Eisenstädter Stars
Bei Eisenstadt wurde Sead Hadzifejzovic (27 Punkte) von Rashun Williams mit 28 Punkten sogar noch überboten. Dazu servierte Jakob Szkutta 11 Assists und Andrew Orr schnappte sich 12 Rebounds und ein Double-Double (14 Punkte). In der Liga-Statistik mischen die Dragonz ganz vorne mit: Andrew Orr ist aktuell bester Rebounder, Rashun Williams zweitbester Scorer, Austen Awosika mit durchschnittlich 19 Punkten und 9 Rebounds im Schnitt MVP-Kandidat Daniel Friedrich (21 Punkte und 11 Rebounds) auf den Fersen. Nach drei Runden, im Falle von Awosika sogar nur zwei gespielten, sind die Statistiken freilich nur bedingt belastbar.
„Wir müssen noch etwas zusammenfinden und an ein paar Rädchen drehen, damit alles zusammenpasst“, bilanzierte Center Renato Poljak nach der Derby-Niederlage seiner Gunners. „Es wird kein Team gewinnen, wenn man zwölf Freiwürfe wirft und der Gegner 38“, so sein Coach Horst Leitner.
Eisenstadt war dagegen in Feierlaune: „Wir haben 40 Minuten zusammengehalten und den Gameplan von unserem Coach gut umgesetzt“, freute sich Power Forward Andrew Orr nach dem Match. „Wenn wir so stark spielen, können wir jeden Gegner schlagen. Nach neun Niederlagen in Folge wieder zu gewinnen macht den Erfolg besonders“, so Point Guard Jakob Szkutta: „Die Halle war wahnsinnig laut und voll. So macht es am meisten Spaß.“
Dragonz gegen Wiener U19, Gunners gegen den Meister
Den Kampfgeist wollen er und sein Team aufrecht erhalten. Auch am Sonntag (18 Uhr) auswärts gegen den BC Vienna. Was vor dem Saisonstart nach einem vielversprechenden Team mit ABA-Spielern aussah, entpuppte sich als U19-Mannschaft, die gegen Traiskirchen mit 122:37 zerbröselte. In der aktuellen Form der Drachen ist die Mindesterwartung also ein deutlicher Sieg.
Schon am Samstag bekommen die Gunners es mit den Kapfenberg Bulls zu tun, die bisher all ihre Gegner dominiert haben. Mit Fan-Support beim Heimmatch ist ein Sieg für Oberwart aber durchaus denkbar.
Den Ruf als Titelkandidat bekräftigten die Kapfenberg Bulls übrigens auch vergangene Woche bei Teil eins der Eisenstädter Doppelrunde. Zwei Tage vor dem Derby setzte es für Eisenstadt eine 88:108-Niederlage gegen den überragend werfenden Meister aus der Steiermark.