Franz Grandits: Die Hilfe geht weiter

Verein Hilfe direkt

Mit 89 Jahren denkt Franz Grandits aus Stinatz noch lange nicht ans Aufhören. Sein Verein „Hilfe direkt“ hat in Burkina Faso bereits die 54. Schule fertiggestellt und bereitet weitere Projekte vor.

Der Stinatzer Tischlermeister Franz Grandits (2.v.re.) betreibt seine "Hilfe direkt" auch mit 89 Jahren.

Der Stinatzer Tischlermeister Franz Grandits (2.v.re.) betreibt seine "Hilfe direkt" auch mit 89 Jahren.

© Verein Hilfe direkt

30 Jahre Entwicklungshilfe, unzählige Reisen nach Afrika und noch immer neue Vorhaben: Für Franz Grandits ist die Arbeit in Burkina Faso längst nicht abgeschlossen. Der 89-jährige Stinatzer und sein Verein „Hilfe direkt“ setzen ihre Unterstützung für die Menschen in dem westafrikanischen Land fort. Anfang 2027 soll erneut ein Team nach Burkina Faso reisen, um abgeschlossene Projekte zu besichtigen und sich über den Fortschritt weiterer Vorhaben zu informieren.

Erst im März dieses Jahres war Grandits nach sechsjähriger Unterbrechung selbst wieder in Afrika. Politische Unruhen hatten Besuche zuvor verhindert. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern verschaffte er sich einen Überblick über die Situation vor Ort und nun stehen bereits die nächsten Schritte fest. "Eine besonders erfreuliche Nachricht gibt es aus dem Bildungsbereich. Mittlerweile wurde die 54. Schule fertiggestellt, die mit Unterstützung von „Hilfe direkt“ entstanden ist. Ihre offizielle Eröffnung ist für Jänner 2027 vorgesehen", heißt es seitens des Vereines.

Bildung ein ganz wesentlicher Faktor

Bildung gehört seit der Vereinsgründung im Jahr 1996 zu den wichtigsten Schwerpunkten. Was damals mit ersten Hilfsmaßnahmen begann, hat sich zu einer Initiative entwickelt, die in zahlreichen Dörfern Schulen, Brunnen und Einrichtungen zur medizinischen Versorgung ermöglicht hat.

Doch auch eine Schule allein löst nicht alle Probleme. In vielen Dörfern fehlt es nach wie vor an Strom. Wenn es dunkel wird, haben Kinder kaum Möglichkeiten, ihre Hausaufgaben zu erledigen oder zu lernen.

Deshalb wurde bei einer Vereinssitzung beschlossen, ein weiteres Gebäude mit Stromversorgung zu errichten. Dort sollen Kinder auch in den Abendstunden bei Licht lernen können. Gleichzeitig ist vorgesehen, dass Eltern kleine Speisen kochen oder aufwärmen können. Auch das Aufladen von Mobiltelefonen soll möglich sein. Damit soll ein Raum entstehen, der nicht nur den Schulkindern, sondern den Familien im Dorf zugutekommt.

Esel und Pflüge für die Bauern

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Landwirtschaft. Für arme Familien wurden Esel und Pflüge angeschafft, den was in Europa selbstverständlich erscheinen mag, kann für die Menschen in Burkina Faso eine erhebliche Erleichterung bedeuten.

In vielen Dörfern wird der Boden noch immer von Hand bearbeitet. Besonders schwierig ist das während der kurzen Regenzeit. Innerhalb weniger Wochen müssen die Felder vorbereitet und bestellt werden. Wer zu spät sät, riskiert eine unzureichende Ernte.

Mit den Eseln und Pflügen können die Familien ihre Felder schneller bearbeiten. Die Unterstützung soll ihnen helfen, ihre Nahrungsmittelversorgung aus eigener Kraft zu verbessern.

Auch bei der Wasserversorgung gibt es Fortschritte. Mehrere Brunnen konnten inzwischen übergeben werden. Sie gehören zu jenen Projekten, mit denen der Verein seit Jahrzehnten die Lebensbedingungen in den Dörfern verbessern will.

Wie wichtig neben der unmittelbaren Hilfe auch die berufliche Ausbildung ist, zeigt ein weiteres Projekt. In einer Schneiderei werden zahlreiche Mädchen ausgebildet. Sie lernen ein Handwerk, mit dem sie später zum Einkommen ihrer Familien beitragen können.

Besonders tüchtige Lehrmädchen erhalten zum Abschluss ihrer Ausbildung eine Nähmaschine. Damit haben sie die Möglichkeit, ihre erworbenen Fähigkeiten auch außerhalb der Ausbildungsstätte zu nutzen und selbstständig Näharbeiten zu übernehmen.

Landwirtschaft wird in Burkina Faso in einfachster Form betrieben.

Landwirtschaft wird in Burkina Faso in einfachster Form betrieben.

© Verein Hilfe direkt

30 Jahre und kein Ende

Im Mai feierte der Verein in Stinatz sein 30-jähriges Bestehen. Die Bilanz ist beachtlich: Neben den mittlerweile 54 Schulen wurden im Laufe der Jahrzehnte rund 120 Brunnen und drei Krankenhäuser ermöglicht. Zahlreiche weitere Projekte kamen hinzu.

Grandits, der früher als Tischlermeister arbeitete, hat einen großen Teil seines Lebens dieser Aufgabe gewidmet. Auch mit 89 Jahren beschäftigt ihn weiterhin, was in Burkina Faso gebraucht wird und wie sich neue Vorhaben finanzieren lassen.

Dabei ist die Arbeit längst nicht mehr allein von seinen persönlichen Reisen abhängig. Ein ehrenamtliches Team unterstützt ihn bei der Organisation, der Betreuung der Projekte und der Beschaffung der notwendigen Mittel.

Denn so konkret die Hilfe ist, so klar bleibt auch die finanzielle Herausforderung. Schulen, Brunnen, landwirtschaftliche Geräte und Ausbildungsstätten kosten Geld. Der Verein ist deshalb weiterhin auf Spenden angewiesen.

Spendenkonto

Burkina Faso – HILFE DIREKT

Raika Stinatz

IBAN: AT97 3302 7000 0230 5100

BIC: RLBBAT2E027