Gruppe Mitte: Spannung und Stimmung auf vielen Plätzen
Aufgegaberlt Gruppe Mitte
Überraschungen, ausgelassene Stimmung, späte Ausgleichstreffer, bittere Punkteverluste und wichtige Siege: Die 2. Liga Mitte und die 1. Klasse Mitte hatten wieder einiges zu bieten.
© Alfred Wagentristl
2. Liga Mitte
Selbstbewusst.Mit einem verdienten 2:0-Auswärtssieg beim ASV Pöttsching tankte der SV Draßmarkt ordentlich Selbstvertrauen. „Die erste Viertelstunde haben wir taktisch etwas verschlafen, danach waren wir die klar bessere Mannschaft“, freute sich Trainer Manfred Schaffer. Seine Elf hätte sogar höher gewinnen können, allerdings musste auch der Draßmarkter Schlussmann bei einer Pöttschinger Großchance sein Können zeigen. Nun wartet mit Tabellenführer Rohrbach der nächste Härtetest. „Sie haben den besten Kader der Liga und spielen schon länger um den Aufstieg. Wir werden aber alles versuchen, um den Favoriten zu fordern“, so Schaffer. Ungarn-Legionär Szilard Köfarago kehrt in den Kader zurück, ansonsten dürfte die Aufstellung unverändert bleiben.
Bitter. Nach dem 0:2 gegen Draßmarkt war die Enttäuschung beim ASV Pöttsching groß. Kapitän und Torhüter Mehmet Karaca sprach von einer ersten Halbzeit, die „in Ordnung“ war, und nach der Pause von einem „Tausendguldenschuss mit dem Schienbein aus sechs Metern ins Kreuzeck“, der zum 0:1 führte. Jetzt wartet das Auswärtsspiel in Lockenhaus. „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken, jeden Punkt mitnehmen und die Köpfe oben behalten“, so Karaca. Mittelfeldmotor Leon Fröch fällt mit Verdacht auf eine Meniskusverletzung aus.
Dramatisch. In der 93. Minute der vermeintliche Siegtreffer, in der 97. der Ausgleich per Kopf nach Freistoß. „Das fühlt sich dann natürlich wie eine Niederlage an“, sagte Trainer Markus Valenka nach dem 2:2 gegen den SC Lockenhaus. Über weite Strecken sei die Partie ausgeglichen gewesen, vor dem Spiel hätte er das Remis wohl genommen, aber nach dem späten Ausgleich überwog der Ärger. „Lockenhaus war bisher die spielerisch stärkste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben“, ergänzte er.
Weiße Weste. Die Lockenhauser bleiben nach elf Runden als einziges Team ungeschlagen. Beim 2:2 in Neudörfl rettete ein Kopfballtreffer von Sascha Rubendunst in der Nachspielzeit das Remis und gleichzeitig die weiße Weste. Der Sportliche Leiter Daniel Bozecski sprach „diesmal ‚ausnahmsweise‘ von einem gewonnenen Punkt“. Die erste Hälfte sei ausgeglichen verlaufen, mit leichten Vorteilen für seine Mannschaft. Im Heimspiel gegen Pöttsching sollte der Kader wieder komplett sein.
Souverän. Beim 3:0 gegen den SV 7023 ZSP dominierte Titelfavorit Rohrbach laut Trainer Hannes Friesenbichler bis auf die ersten 15 Minuten ganz klar. Einziger Kritikpunkt war die schlechte Chancenverwertung. „Wir haben als Mannschaft sehr gut agiert, müssen aber entschlossener abschließen“, meinte er. In Draßmarkt erwartet er eine Herausforderung, will aber trotzdem drei Punkte mitnehmen: „Es wird ein tief stehender Gegner auf uns warten. Da ist es immer schwer, Lösungen zu finden.“
Verspielt. Nach einer 3:0-Führung des SV Forchtenstein bei der SpG. LOK endete die Partie noch 3:3. „Das fühlt sich natürlich wie eine Niederlage an“, ärgerte sich Trainer Ronny Spuller. Vor dem Spiel hätte er einen Punkt wohl unterschrieben, aber „wenn du 3:0 führst, willst du die drei Punkte mitnehmen.“ Jetzt geht es am Samstag gegen den ASK Weppersdorf, der im Sommer gemeinsam mit Forchtenstein in die 2. Liga Mitte aufgestiegen ist.
Aufholjagd. SpG.-LOK-Sportlicher Leiter Roman Hausensteiner sprach von einer „katastrophalen Leistung“ in der ersten Halbzeit, viele Fehlpässe machten es dem SV Forchtenstein leicht. Nach einer Kabinenpredigt und dem 0:3 unmittelbar nach der Pause platzte dann der LOK-Knoten, am Ende stand ein verdientes 3:3-Unentschieden. „Tamasz Szabo hatte sogar den Siegestreffer auf dem Fuß“, so Hausensteiner.
Einsatz war ok. Beim 1:1-Remis gegen den ASK Neutal zeigte sich die Mannschaft des SV Schattendorf zumindest in Sachen Einsatzbereitschaft verbessert. Obmann und Tormann Alex Bernhardt war mit der Leidenschaft zufrieden, sieht aber noch viel Luft nach oben. Mit Mark Szeleszki und Mateo Gutmann fehlten zwei Offensivleute. „Auch ein Handelfmeter blieb uns verwehrt. Mit etwas Glück wäre durchaus auch ein Sieg möglich gewesen“, so Bernhardt, der in der zweiten Halbzeit auch eine Riesenchance des ASK Neutal bravourös parieren konnte.
Enttäuschend. Neutal-Coach Dieter Komanovits sprach trotz des 1:1 in Schattendorf von der schwächsten Leistung seiner Mannschaft in den letzten Wochen. „Zu wenig Bewegung, gegen Spielende kaum organisiert und zu wenig Kompaktheit. Vor allem unmittelbar vor und nach dem Ausgleichstreffer durch Michael Reiszner haben wir Schattendorf klar beherrscht“, so der ASK-Trainer. Gegen Pilgersdorf kehrt Aldin Salihovic in den Kader zurück, vielleicht ist auch Armin Kocsis schon einsatzbereit. „Wir sind momentan durch unsere Ausfälle sehr limitiert, aber bei den Heimspielen waren wir zuletzt in Sachen Defensive stabil“, so Komanovits.
Erfolgslauf. Beim 1:0 gegen die SpG. Kaisersdorf/Sankt Martin sah Trainer Markus Buchner die beste Leistung seit seinem Amtsantritt. Seit sechs Spielen ist Pilgersdorf nun ungeschlagen, in den letzten sechs Partien nur vier Gegentore. „In Neutal wird es schwer. Dort habe ich als Trainer noch nie gewonnen, aber natürlich wollen wir unseren positiven Lauf fortsetzen“, sagt Buchner.
Kabinenpredigt. Trainer Peter Benes wurde im Auswärtsspiel gegen den USC Pilgersdorf zur Pause laut wie noch nie bei seinem neuen Verein: „Ich hätte in der Halbzeit mehr als drei Spieler auswechseln müssen, wenn es nach der Leistung gegangen wäre.“ In der zweiten Hälfte wurde es besser, insgesamt war der Aufwand aber deutlich zu gering. Damian Skoric fehlt gesperrt, am Sonntag wartet beim Oktoberfest die SpG. LOK. „Mit diesem schmalen Kader können wir nicht ins Frühjahr gehen, im Winter müssen wir an einigen Schrauben drehen“, kündigte ein enttäuschter Benes an.
Sensation. Gegen Tabellenführer Horitschon gelang Aufsteiger Weppersdorf ein überraschendes 1:0. Trainer Lorandt Schuller lobte die disziplinierte Defensive: „Horitschon hatte viel Ballbesitz, aber wenig Ideen.“ Nach dem Tor in der zweiten Halbzeit brachte Weppersdorf den Vorsprung leidenschaftlich über die Zeit. Jetzt geht es nach Forchtenstein zum Duell der Aufsteiger (siehe Seite 75).
Chancenwucher. „So grausam kann der Fußball oft sein: Wir haben viele Großchancen, der Gegner eine einzige, und wir verlieren“, sagte Horitschon-Trainer David Witteveen nach dem 0:1 in Weppersdorf. Ohne den gesperrten Endrit Mucolli fehlte die Durchschlagskraft. Gegen Oberloisdorf kehrt der Topstürmer zurück, dafür fehlen Sebastian Billmaier (Urlaub) sowie die Langzeitverletzten Niklas Lehner, Philipp Wessely und Alexander Ackerler. „Dass wir mit dem dünnen Kader nicht alles gewinnen können, war allen klar. Zuhause wollen wir aber unbedingt wieder drei Punkte holen“, so Witteveen.
1. Klasse Mitte
Fluch gebrochen. Der ASK Stoob hat in Nikitsch endlich auswärts gewonnen, 3:0 gegen einen direkten Konkurrenten. Dabei fehlten Julian Rohrer (Arbeit) und Jan Koller (Leiste), Mario Horvath war angeschlagen. Die Stunde schlug für die zweite Reihe: Marc Boross, sonst meist Einwechselspieler, hatte laut Trainer Arnold Landauer „das Spiel seines Lebens“. Er erzielte zwei der drei Tore, legte das dritte durch Lukas Kleibensturz auf und holte einen Elfmeter heraus, der allerdings verschossen wurde. Auch David Renner, als rechter Verteidiger eingesprungen, hielt seine Seite komplett dicht. „Wir sind sehr stolz auf die Spieler, die normal als Ersatz gelten“, so Landauer. Nikitsch-Trainer Daniel Pratl sprach von einem „Tag zum Vergessen“: zwei Geschenke verteilt, vorne nichts getroffen. Dazu musste Martin Toth in der 27. Minute mit einer Leistenverletzung raus. Für Stoob zählt: Platz fünf, nur fünf Punkte hinter Tabellenführer Raiding.
Richtigstellung. In der Vorwoche haben wir berichtet, dass sich Sandro Sedlatschek vom SV Loipersbach den Kahnbeinbruch im Spiel gegen Dörfl zugezogen hat. Das ist nicht korrekt: Der Spieler hat sich die Verletzung bereits davor bei der Arbeit zugezogen. Sedlatschek fällt weiterhin aus.
Serie. Der SV Loipersbach hatte gegen Neckenmarkt von Beginn an das Heft in der Hand, scheiterte vor der Pause aber zweimal am Aluminium. Erst in der 44. Minute erlöste Livio Rath mit dem 1:0. Nach der Gelb-Roten Karte für Neckenmarkt in der 67. Minute fielen noch zwei weitere Treffer, Endstand 3:0. Trainer Markus Schmidt war „sehr zufrieden mit der Teamleistung“, vor allem angesichts der vielen Ausfälle. Seit drei Spielen ist Loipersbach nun ungeschlagen.
Verschenkt. Beim 1:4 gegen Antau war der SC Dörfl in der ersten Hälfte klar besser. „Normal hätten wir mit einer 3:0-Führung in die Pause gehen müssen“, sagt Dörfls Kurt Putz, es blieb aber beim 1:0 nach einem Eckball. Nach dem Ausgleich in der 53. Minute und dem raschen 1:2 hatte Antau die Zügel in der Hand und gewann nach einem Elfmeter und einem weiteren Treffer verdient 4:1. Putz haderte vor allem mit der Defensive: „Wir haben uns teilweise wie eine Schülermannschaft angestellt.“ Zwei Gegentore entstanden nach einem Einwurf, nach der Verletzung von Martin Putz wurden die Lücken noch größer. Ein Sonderlob gab es für Antaus Torhüter Daniel Straussberger.

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