Hutmacherei: „Ein Modestück, das einen ein Leben lang begleitet“

Altes Handwerk

Die Familie Pichlerbauer betrieb beinahe 100 Jahre lang ein Hutmachergeschäft in Wien. Heute ist die Werkstätte im Dorfmuseum Mönchhof zu besichtigen – und manchmal wird ihr noch Leben eingehaucht.

Drei Generationen: Moritz, Hermine und Guido Pichlerbauer in der Werkstatt der Familie im Dorfmuseum Mönchhof.

Drei Generationen: Moritz, Hermine und Guido Pichlerbauer in der Werkstatt der Familie im Dorfmuseum Mönchhof.

© Klaus Zwinger

Altes Handwerk ist etwas, das bewahrt werden sollte. Aus diesem Grund findet sich die Hutmacherwerkstätte von Guido Pichlerbauers Familie seit rund zwanzig Jahren in seiner Gesamtheit im Dorfmuseum Mönchhof wieder.

Für einen Hut benötigt ein geübter Hutmacher rund eine Stunde Arbeitszeit.

Für einen Hut benötigt ein geübter Hutmacher rund eine Stunde Arbeitszeit.

© Klaus Zwinger

In seiner Blütezeit war die Werkstatt im 14. Wiener Gemeindebezirk eine geschäftige Anlaufstelle für all jene, die auf der Suche nach einer neuen Kopfbedeckung waren.

Knapp 100 Jahre Hutmachergeschichte

Wie Pichlerbauer berichtet, wurde das Geschäft bereits 1908 gegründet und wurde bis zu seiner Schließung vor rund 20 Jahren stets als Familienbetrieb geführt.

Die gusseisernen Bügeleisen, die auf einer Platte erwärmt werden, um den Hut in Form zu bringen.

Die gusseisernen Bügeleisen, die auf einer Platte erwärmt werden, um den Hut in Form zu bringen.

© Klaus Zwinger

Dabei war die Arbeitsverteilung klar: der Vater stellte mithilfe einer Dampfglocke zum Weichmachen und gusseisernen Bügeleisen zum in Form bringen die Hüte aus Kaninchenfilz her, nach der Trocknung über Nacht wurde die „Garnitur“, also etwa das Einnähen des Hutbands, von seiner Frau Hermine vorgenommen. Guido selbst hat sich nie für den Hutmacherberuf entschieden, half aber dennoch immer wieder fleißig im Geschäft mit. Als Jugendlicher entschied er sich für die Handelsschule und ist bis heute in der Versicherungsbranche tätig.

Moritz Pichlerbauer beim Demonstrieren des Handwerks im Dorfmuseum Mönchhof.

Moritz Pichlerbauer beim Demonstrieren des Handwerks im Dorfmuseum Mönchhof.

© Klaus Zwinger

Das Handwerk kommt so schnell nicht ab

Abkommen wird das Hutmacherhandwerk in der Familie aber nicht so bald: sowohl Vater Guido als auch Sohn Moritz wollen sich künftig gemeinsam über Workshops zum Thema Hutmacherei weiterbilden, nachdem sie beide die Grundlagen vom mittlerweile leider verstorbenen Opa erlernt haben. Denn wie Pichlerbauer meint: „Das Schönste ist, wenn man das Ergebnis sieht und der Hut getragen wird.“