Integration mit Pflichten: Politik trifft auf Statistik

Geringster zuzug im burgenland

Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.

Integration mit Pflichten: Politik trifft auf Statistik

© Symbolbild: Shutterstock/Christian Mueller

Mit deutlich verschärften Regeln will die Bundesregierung ins Jahr 2027 starten (wenn der Zeitplan hält): Die Sozialhilfe-Reform und das verpflichtende Integrationsprogramm sehen Sanktionen vor, wenn etwa Deutsch- oder Wertekurse nicht absolviert werden. Die Länder haben zur Umsetzung aber noch Fragen, wie eine Konferenz jetzt zeigte.

Für das Burgenland nahm SPÖ-Landesrätin Daniela Winkler teil. Es brauche zum einen die passenden Strukturen, meinte Winkler, und trotz rückläufiger Asylzahlen erinnerte sie an die (Burgenland-)Forderung einer Obergrenze, „um eine Überlastung zu vermeiden“.

„Integration basiert auf Rahmenbedingungen.“ Landesrätin Daniela Winkler.

„Integration basiert auf Rahmenbedingungen.“ Landesrätin Daniela Winkler.

© Landesmedienservice, Wiesinger

Zeitgleich veröffentlichte der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) seine vielbeachtete Statistik zur Migration in den Bundesländern. Bei bundesweit 22,9 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil von Menschen mit Geburtsort im Ausland, wie die Statistik zeigt; im Burgenland sind es 13,9 Prozent der Bevölkerung, was rund 41.900 Personen entspricht. In Wien gibt es mit 41,3 Prozent der Gesamtbevölkerung den höchsten Anteil.

Das Burgenland liegt mit diesen Zahlen im untersten Bereich der Länder, politisch wird dennoch auf die neue Strenge in Integrationsfragen verwiesen.

Aus der Statistik

  • Die Statistik des Österreichischen Integrationsfonds zeigt für zehn Jahre bundesweit einen Anstieg von 4,6 Prozent bei Menschen mit ausländischem Geburtsort.

  • Die meisten im Ausland geborenen Menschen in Österreich kommen aus Deutschland, gefolgt von Bosnien & Herzegowina sowie der Türkei. Im Burgenland bilden Personen mit Geburtsort Ungarn (rund 8.900) die größte Gruppe. Danach folgen Deutschland und die Slowakei (mit je rund 4.700 Personen), Rumänien (4.600), Bosnien & Herzegowina (2.300) oder die Ukraine (2.200 Personen).

  • Am höchsten ist der Anteil der im Ausland Geborenen im Bezirk Eisenstadt (23,1 Prozent), gefolgt von Neusiedl am See (17,6 Prozent) und Mattersburg (13,6 Prozent); am niedrigsten ist er im Bezirk Jennersdorf (9,5 Prozent).
  • Im Jahr 2025 wurden im Burgenland insgesamt rund 2.900 Zuzüge gezählt. 56 Prozent davon (1.600 Personen) entfielen auf Personen aus anderen EU/EFTA-Staaten und dem Vereinigten Königreich. Weitere rund 300 Zugezogene waren Österreicherinnen und Österreicher. Aus Drittstaaten zogen 2025 insgesamt rund 960 Personen zu.

  • Im Schuljahr 2024/25 hatten 17,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Burgenland eine andere Erstsprache als Deutsch, dieser Anteil ist im Zehn-Jahres-Vergleich zu 2014/15 um 3,1 Prozentpunkte angestiegen.
  • Im Jahr 2025 betrug die Arbeitslosenquote der Österreicherinnen und Österreicher im Burgenland 7,7 Prozent. Im Vergleich zum Jahr davor ist sie um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Bei den ausländischen Staatsangehörigen lag das Burgenland mit einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent deutlich unter dem Wert von 11 Prozent für ganz Österreich und wies damit österreichweit die niedrigste Arbeitslosenquote unter Ausländerinnen und Ausländern auf.

Quelle: Statistikbroschüre Österreichischer Integrationsfonds