Kein Störfeuer, sondern Verantwortung
Brief des Herausgebers
Warum das Burgenland bei der Gesundheitsversorgung Druck macht und was Patienten von der Debatte erwarten dürfen.
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wer krank ist, erwartet zu recht rasche Termine und bestmögliche Versorgung. Die Landes-SPÖ kritisiert die ÖGK, die Österreichische Gesundheitskasse: Laut SPÖ erhalten Ärzte mit Kassenvertrag im Burgenland pro Behandlungsfall die niedrigsten Honorare Österreichs. Sie fordert faire, bundesweit gleiche Verträge. Gemeint sind niedergelassene Ärzte mit einer Ordination außerhalb des Spitals.
Die ÖGK trägt Verantwortung für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten. Dennoch fehlt seit 2019 ein bundesweiter Vertrag mit der Ärztekammer, der Regeln und Honorare für Kassenärzte festlegt. Ende 2025 hielt der Rechnungshof fest, dass es bis Anfang jenes Jahres keine Annäherung bei den Honoraren gab. Wenn in Wien seit Jahren Lösungen angekündigt, aber kaum umgesetzt werden, darf sich niemand wundern, dass ein Bundesland selbst handelt. Das ist kein Störfeuer, sondern Verantwortung für die eigene Bevölkerung..
Burgenland hat die Gehälter in seinen Spitälern angehoben; laut SPÖ stieg die Zahl der Klinikärzte in sieben Jahren von 324 auf 485. Spitäler und Ordinationen sind verschiedene Bereiche, doch das Land kann Rahmenbedingungen gestalten.
Auch Bürokratie macht Patienten den Alltag schwer. ELGA ist keine vollständige Krankengeschichte: Ein Leser berichtet, dass sein letzter Befund im ELGA aus 2024 stammt, obwohl der Patient seither bei rund zehn Ärzten war. Es erscheinen nur bestimmte gespeicherte Unterlagen. Überweisungen sind nicht überall digital. In Burgenland übermittelt die telefonische Gesundheitsberatung 1450 mit Zustimmung Informationen per QR-Code an die Kliniken Oberwart und Güssing.
Estland etwa zeigt, wie es einfacher gehen kann: Facharztüberweisungen sind digital, im Gesundheitsportal sichtbar und können dort für die Terminbuchung genutzt werden.
Das Ziel ist rasche Versorgung: Patienten sollen ihre Befunde finden und wissen, was nach einer Überweisung passiert. Mit Zustimmung müssen Ärzte die nötigen Informationen erhalten; wer digital nicht zurechtkommt, braucht persönliche Hilfe. Am Ende zählt nicht die Debatte zwischen Institutionen, sondern dass die Menschen im Burgenland schneller und besser versorgt werden.
So gesehen, bleiben Sie gesund.
Herzlichst, Ihr
Markus Stefanitsch