Kinoabend der Volkshochschule
Filmabend
Filmabend gegen Analphabetismus im Dieselkino Oberwart.
Horst Horvath, Geschäftsführer VHS Roma; Karin Jandrisevits, VHS Güssing; Renate Habetler, Bürgermeisterin Bernstein; Ludwig Frauer, Obmann BUKV; Christine Teuschler, Vorsitzende VHS Burgenland.; Margit Poandl, stellvertretende Geschäftsführerin VHS Burgenland.; Krisztina Kavan und Elisabeth Sulyok, VHS Burgenland.
© VHS Burgenland
Rund 90 Besucherinnen und Besucher füllten den Kinosaal im Dieselkino in Oberwart. Ziel der Veranstaltung war es, dass gesellschaftlich oft vernachlässigte Thema mangelnder Lese- und Schreibkompetenzen bei Erwachsenen in die Öffentlichkeit zu rücken. Als Einstieg diente Detlev Bucks Kultklassiker „Wir können auch anders …“ aus dem Jahr 1993. Obwohl die skurrile Roadmovie-Komödie das Thema nicht belehrend oder dokumentarisch abhandelt, sondern mit viel Herz und Humor erzählt, kam die Kernbotschaft beim Publikum an: Die lebensnahen Hürden der beiden analphabetischen Hauptfiguren verdeutlichten, wie herausfordernd der Alltag für Betroffene sein kann.
„Rund 1,7 Millionen Erwachsene in Österreich haben Probleme beim sinnerfassenden Lesen und Schreiben. Das entspricht 29 Prozent der 16- bis 65-Jährigen – fast jede dritte Person dieser Altersgruppe. Besonders alarmierend: Auch Menschen, die in Österreich geboren wurden und Deutsch als Muttersprache haben, sind betroffen“, brachte Margit Poandl, stellvertretende Geschäftsführerin der Burgenländischen Volkshochschulen die Fakten auf den Tisch.
Hinter den Zahlen stehen oft Scham, Angst vor Entdeckung und Notlügen wie die „vergessene Lesebrille“. Poandls Appell an die rund 90 Gäste: Nicht wegschauen, sondern hinschauen. Mit Initiativen wie der kostenlosen „LernBar“ bieten die Burgenländischen Volkshochschulen einen diskreten, behutsamen Einstieg, um Lücken beim Lesen, Schreiben, Rechnen und im digitalen Alltag ohne Druck zu schließen.
Der vollbesetzte Kinosaal und die spürbare Aufmerksamkeit des Publikums bewiesen: Man darf im Kino herzlich lachen – und den Ernst des Themas trotzdem mit nach Hause nehmen.