Krisenklubs fordern die Favoriten der 2. Klasse Nord

2. Klasse Nord

Während im Kroatenderby Welten aufeinanderprallen, pocht Schützen gegen Sigleß auf den Heimerfolg.

Hoch hinaus! Clemens Pavitsits (r. gegen Eisenstadts David Wagner) und der UFC Schützen wollen die Hürde Sigleß (Samstag, 15:30 Uhr) nehmen.

Hoch hinaus! Clemens Pavitsits (r. gegen Eisenstadts David Wagner) und der UFC Schützen wollen die Hürde Sigleß (Samstag, 15:30 Uhr) nehmen.

© Gschiel Mirjam

Oslip empfängt Trausdorf im Kroatenderby

Am Samstag (15:30 Uhr) wartet in der 10. Runde ein Kroatenderby der absoluten Extreme. Der unangefochtene Tabellenführer FC Oslip (21 Punkte) empfängt den kriselnden Tabellenzehnten SC Trausdorf (6 Punkte). Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während Trausdorf nach zwei völlig unerklärlich verspielten 3:0-Führungen – zuletzt sogar in Überzahl gegen Zagersdorf – psychologisch schwer angeschlagen in die Partie geht, reiten die Hausherren auf einer echten Euphoriewelle. Nach dem späten 2:1-Last-Minute-Sieg gegen St. Georgen legte Oslip zuletzt mit einem dominanten 4:1-Erfolg gegen Oggau eindrucksvoll nach. Trainer Thomas Achs blickt auf eine mitreißende Partie zurück: „Die ersten Minuten gehörten Oggau mit einem Stangenschuss und noch einer Chance. Ab dann übernahmen wir das Kommando.“ Nach einem Doppelschlag durch Nemeth und Bodog – beide sehenswert von Mario Dvornikovich über die rechte Seite mustergültig aufgelegt – sowie einem Gegentor durch einen Weitschuss entwickelte sich die zweite Hälfte zu einem offenen Schlagabtausch. Selbst ein Platzverweis für Oslip-Innenverteidiger Adam Kovacs (65.) brachte den Spitzenreiter nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil: Die Mannschaft schaltete keinen Gang zurück. „Ab der Roten Karte fuhren wir vier, fünf sehr gute Konter, und Nemeth beziehungsweise Jagschitz machten den Deckel drauf“, lobte Achs die Effizienz seiner Truppe gegen die Oggauer Dreierkette.

Für das nun bereits 16. Aufeinandertreffen der beiden Vereine erwartet der Oslip-Coach viel Feuer und eine harte Gegenwehr der Gäste, die ihr Trauma überwinden wollen: „Das nächste Derby gegen Trausdorf steht an – ein energiegeladenes Match wartet auf uns.“

Schützen fordert Sigleß

Zur selben Zeit steht das Duell zwischen dem UFC Schützen und dem Tabellendritten SV Sigleß auf dem Programm. Unter Ex-Profi Dominik Rotter hat sich die Schützener Defensive zuletzt merklich stabilisiert, was wertvolle Punktgewinne gegen Trausdorf und Großhöflein einbrachte.

Doch der Trainer weiß, wo der Schuh aktuell noch drückt: Der Mannschaft fehlt die nötige Kondition, um die Leistung über volle 90 Minuten abzurufen. Rotters ambitionierter Plan ist klar formuliert: Nach der Winterpause will er ein Team aus „absoluten Vollmaschinen“ auf den Platz schicken, das 120 Minuten lang Vollgas geben kann. Vorerst muss Schützen jedoch mit den aktuellen personellen Herausforderungen umgehen. „Aktuell plagt uns das Verletzungspech, wir mussten vor der vergangenen Partie erneut fünf Ausfälle hinnehmen“, erklärt Rotter. Dennoch gibt sich der Ex-Profi vor Heimpublikum kämpferisch: „Unser Ziel ist, dass wir daheim wieder voll anmarschieren und alles für die nächsten drei Punkte geben.“

Die Gäste aus Sigleß reisen derweil mit sehr breiter Brust an. Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit klaren Niederlagen gegen Oslip und Mörbisch hat die Mannschaft längst wieder zu ihrer gewohnten Form gefunden (Anm.: zuletzt gab es ein 4:1 in Großhöflein). Auch die jüngste Statistik der direkten Duelle spricht für Sigleß, das die letzten drei Begegnungen bei einem Torverhältnis von 7:2 für sich entscheiden konnte. Dementsprechend selbstbewusst, aber gewarnt, äußert sich Sektionsleiter Peter Zistler: „Gegen Schützen wird es auf jeden Fall eine knappe, harte Partie. Jedoch wollen wir natürlich auch aus diesem Spiel siegreich hervorgehen.“

Joshua Unterweger