Kulinarium rund um den Apfel
alte sorten erhalten
Beim Apfelkulinarium kann man bis 25. Oktober die Vielfalt der regionalen Streuobstwiesen und ihrer Produkte zu entdecken.
Vizebürgermeister Günter Laschet (Deutsch Kaltenbrunn), Geschäftsführerin Brigitte Gerger (Verein Wieseninitiative) Bürgermeister Andreas Grandits (Stinatz, Obmann Verein Wieseninitiative), Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Bürgermeister Wolfgang Eder (Burgauberg-Neudauberg), Bürgermeister Kurt Wagner (Wörterberg) und Projektbetreuer Jan Oestmann (Verein Wieseninitiative) bei der Präsentation.
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Iim Streuobst-Kompetenzzentrum Burgauberg-Neudauberg stellte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner gemeinsam mit dem Verein Wieseninitiative das Programm des diesjährigen Apfelkulinariums vor und informierte zudem über den aktuellen Stand des LEADER-Projekts „Apfelreich – Grenzenlos“.
Im Mittelpunkt stehen der Erhalt der wertvollen Streuobstbestände, die Vermittlung von Wissen und die Entwicklung einer gemeinsamen Streuobstregion über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vermittlung von ungenutztem Obst über die „Pflück mich“-App: Sie führt Nutzerinnen und Nutzer zu Bäumen, deren Früchte verkostet oder geerntet werden dürfen. Durch die Verknüpfung mit der Sortendatenbank des Streuobst-Zentrums können zudem Informationen zu den jeweiligen Obstsorten direkt abgerufen werden. „Streuobstwiesen sind viel mehr als Obstbäume. Sie sind wertvolle Lebensräume, prägen unsere Landschaft und bewahren eine Vielfalt, die über Generationen entstanden ist. Damit diese Kulturlandschaft erhalten bleibt, müssen wir sie pflegen und die Früchte auch nutzen. Das Apfelkulinarium zeigt, wie viel Geschmack, Wissen und Leben in unseren Streuobstwiesen steckt“, betont LH-Stv.in Anja Haider-Wallner.
Das Apfelkulinarium bietet eine Sortenausstellung, kommentierte Verkostungen, Vorträge und Workshops rund um Obstbau, Baumpflege und Klimawandelanpassung. Für das Schulprogramm am Vormittag haben sich bereits rund 650 Kinder angemeldet, heißt es. Am 24. und 25. Oktober findet jeweils von 10 bis 16 Uhr ein großer Herbstmarkt mit regionalen Produkten, Kunsthandwerk, Kulinarik und Kinderprogramm statt. Das gesamte Programm und weitere Informationen gibt es unter https://streuobst-zentrum.at.
„Viele alte Apfelsorten kennen wir heute kaum noch, obwohl sie direkt vor unserer Haustür wachsen. Wir wollen diese Schätze wieder sichtbar und schmeckbar machen. Wenn Kinder unterschiedliche Sorten kennenlernen und regionale Produkte neue Wertschätzung erfahren, ist viel gewonnen“, erklärt DI Brigitte Gerger, Geschäftsführerin Verein Wieseninitiative.
Erhaltung der Bestände
Im LEADER-Projekt „Apfelreich – Grenzenlos“ arbeiten neun Gemeinden aus dem Südburgenland und der angrenzenden Steiermark zusammen, um die Streuobstbestände langfristig zu erhalten. Die Kartierungen sind bereits abgeschlossen. Erste vorläufige Ergebnisse bestätigen, dass die Bestände weiter zurückgehen. Auf Grundlage der erhobenen Daten sollen nun gemeindespezifische Pflegekonzepte und konkrete Erhaltungsmaßnahmen entwickelt werden.
„Die Kartierungen schaffen eine wichtige Grundlage. Jetzt geht es darum, daraus konkrete Schritte abzuleiten und gemeinsam mit den Gemeinden und den Streuobstwiesenbesitzerinnen und Streuobstwiesenbesitzern Lösungen zu entwickeln“, so Haider-Wallner.
Neben der Erfassung der Bestände setzt das Projekt auf Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung. Schnitt- und Veredelungskurse, Informationsveranstaltungen, Obstbaum-Sammelbestellungen und Schulangebote sollen das Interesse an der Streuobstkultur stärken. „Streuobstwiesen bleiben nur dann lebendig, wenn wir uns um sie kümmern und ihre Früchte verwenden. Mit dem Projekt wollen wir Menschen für diese besondere Landschaft begeistern und zeigen, wie viel wir gemeinsam bewegen können“, so Gerger.
Das Projekt soll die Streuobstregion auch für Einheimische und Gäste unmittelbar erlebbar machen. Geplant sind Sortengärten, Themenwege und Fahrradtouren. Über die Homepage des Streuobst-Zentrums sollen künftig außerdem Selbsterntebäume ausgewiesen werden. So können Menschen, die Obst sammeln möchten, mit Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer zusammengebracht werden, die überschüssige Früchte zur Verfügung stellen. Spielerische Schnitzeljagden für die ganze Familie sollen das Wissen rund um Streuobst zusätzlich auf unterhaltsame Weise vermitteln.