Laura Moser wird Bürgermeisterin von Pöttsching

Frauenquote im Bezirk steigt

Die 36-jährige Rechtsanwältin wird Anfang 2027 die Nachfolge von Bürgermeister Martin Mitteregger antreten. Damit wird der Bezirk Mattersburg einen außergewöhnlich hohen Frauenanteil an der Spitze seiner Gemeinden aufweisen: In vier der 19 Kommunen werden dann Bürgermeisterinnen amtieren.

Laura Moser, Bürgermeisterin in spe, mit dem noch amtierenden Ortschef Martin Mitteregger (l.) sowie ihrem künftigen Nachfolger als Vizebürgermeister und SPÖ-Pöttsching-Obmann Thomas Mannsberger.

Laura Moser, Bürgermeisterin in spe, mit dem noch amtierenden Ortschef Martin Mitteregger (l.) sowie ihrem künftigen Nachfolger als Vizebürgermeister und SPÖ-Pöttsching-Obmann Thomas Mannsberger.

© zVg

In der SPÖ Pöttsching und der Gemeinde steht ein Wechsel bevor: Die amtierende Vizebürgermeisterin Laura Moser wird im ersten Quartal 2027 zur Bürgermeisterin gewählt und damit Martin Mitteregger an der Spitze der Gemeinde nachfolgen. Der entsprechende Vorschlag wurde vom Ortsausschuss entschieden und soll bei der Mitgliederversammlung im Jänner offiziell beschlossen werden. Gleichzeitig soll Thomas Mannsberger den Parteivorsitz sowie das Amt des Vizebürgermeisters übernehmen.

Seit 2017 Vizebürgermeisterin

Laura Moser zog 2017 in den Gemeinderat ein. Nach einem Umbruch innerhalb der SPÖ Pöttsching wurde damals Martin Mitteregger Bürgermeister, während Moser auf Guido Steiger als Vizebürgermeisterin und Obfrau der SPÖ folgte. Vorausgegangen waren der Rücktritt von Bürgermeister Herbert Gelbmann sowie eine kurze Amtszeit von Karin Lehner als Ortschefin.

Politik liegt in der Familie

Der Name Moser ist in Pöttsching seit Jahrzehnten eng mit der Politik verbunden. Laura Moser stammt aus einer sozialdemokratisch geprägten Familie. Ihr Vater Manfred Moser war zunächst Gemeinderat, danach rund 18 Jahre lang Landtagsabgeordneter und über viele Jahre Dritter Landtagspräsident. Ihr Großvater Rudolf Moser lenkte die Geschicke der Gemeinde von 1972 bis 1991 als Bürgermeister.

Warum sie sich selbst politisch engagiert, begründet Moser mit ihrer Verbundenheit zur Gemeinde: „Mir geht es um das Interesse an der Lokalpolitik, dies ist die schönste Art der Politik, mir liegt meine Heimatgemeinde am Herzen. Der sozialdemokratische Background wird bei uns in der Familie schon seit Generationen gelebt.“

Jüngste Rechtsanwältin des Burgenlandes

Beruflich ist Laura Moser als Rechtsanwältin tätig. Sie stieg 2017 in die Kanzlei ihres Vaters ein und galt damals als jüngste Rechtsanwältin des Burgenlandes. Inzwischen hat sie die Kanzlei übernommen und führt diese eigenständig weiter. Zu ihren Hobbys zählen laut eigenen Angaben Spaziergänge in der Natur mit ihrem Hund sowie Tennis. [transkr la...eitet.docx | Word]

Mitteregger zieht sich zurück

Der amtierende Bürgermeister Martin Mitteregger wird bei der Gemeinderatswahl 2027 nicht mehr kandidieren. Nach zwei Amtsperioden habe er sich zu diesem Schritt entschlossen. Als Gründe nennt er gesundheitliche Herausforderungen sowie berufliche Veränderungen.

„In einer Ortschaft wie Pöttsching, wo immer etwas los ist, wäre ich gerne überall dabei, leider lässt sich das mit dem stärkeren Fokus auf die Sportzeitnehmung, wo ich hauptsächlich am Wochenende unterwegs bin, nicht mehr vereinbaren“, erklärt Mitteregger in der Aussendung der SPÖ.

Thomas Mannsberger soll Vizebürgermeister werden

Parallel zur Bürgermeister-Nachfolge stellt die SPÖ auch die Parteispitze neu auf. Künftig wird Thomas Mannsberger sowohl den Parteivorsitz als auch das Amt des Vizebürgermeisters übernehmen. Der 48-Jährige arbeitet als diplomierter psychiatrischer Gesundheits- und Krankenpfleger in Scheiblingkirchen und ist in Pöttsching tief verwurzelt. Bereits sein Großvater Ernst Metzl war als Gemeinderat tätig und in der Gemeinde als Musiker bekannt.

Moser äußert sich in der Aussendung sehr positiv über ihren designierten Nachfolger an der Parteispitze: „Von Beginn an zeigte er jedoch das notwendige Herzblut, eine starke sozialdemokratische Wertehaltung und vor allem ist er ein geselliger Kerl. Ich könnte mir daher keinen besseren Nachfolger wünschen.“

Vier Bürgermeisterinnen im Bezirk Mattersburg

Mit der Angelobung von Laura Moser wird der Anteil weiblicher Gemeindeoberhäupter im Bezirk Mattersburg deutlich steigen. Aktuell stehen Claudia Schlager in Mattersburg und Ulrike Kitzinger in Sigleß an der Spitze ihrer Gemeinden. Mit Moser wird es dann jedoch vier Bürgermeisterinnen geben, da Maria Zachs heute, am 6. November, als Nachfolgerin von Gerald Hüller zur Bürgermeisterin von Marz angelobt wird.

Zum Vergleich (Stand Oktober 2026): Im gesamten Österreich leiten in 2.092 Gemeinden 256 Bürgermeisterinnen die Geschicke der Kommunen, was einem Anteil von 12,2 Prozent entspricht. Das Burgenland wies Anfang Oktober einen Frauenanteil von 10,5 Prozent auf (18 Bürgermeisterinnen in 171 Gemeinden). Bundesland-Spitzenreiter bei den Ortschefinnen ist Niederösterreich: 100 Bürgermeisterinnen in 573 Kommunen, was einem Anteil von 17,5 Prozent entspricht.

Unabhängig vom Bundesland ist in den vergangenen Jahren ein signifikanter Anstieg der Zahl der Bürgermeisterinnen zu verzeichnen: 59 im Jahr 2004, 154 im Jahr 2016 und 256 Anfang Oktober 2026.

Laura Moser wird Bürgermeisterin von Pöttsching

© Grafik: www.gemeindebund.at