Marsch gegen Gewalt
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Solidaritätsmarsch „Wir gehen los – gemeinsam gegen Gewalt": 65 Menschen setzen in Jennersdorf ein starkes Zeichen gegen Partnergewalt.
Gruppenfoto beim Mahnmal in Jennersdorf.
© Verein Frauen für Frauen Burgenland
Der Solidaritätsmarsch „Wir gehen los – gemeinsam gegen Gewalt" durch das Südburgenland mobilisierte bei den beiden Terminen in Jennersdorf 65 Personen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer solidarisierten sich bei den Wanderungen mit Betroffenen und setzten sich für ein gewaltfreies Leben von Frauen und Mädchen ein. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Frauen für Frauen Burgenland im Rahmen des Gewaltpräventionsprojekts „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt".
Besonders erfreulich war die Beteiligung wichtiger Partnerinnen und Partner wie der Polizei, der Männerberatung, des Gesundheitsnetzwerks Raabtal sowie von Schülerinnen des BORG Jennersdorf. Sie zeigt: Gewaltprävention gelingt nur gemeinsam. „Gewalt darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Mit dem Solidaritätsmarsch setzen wir ein starkes Signal und zeigen, dass wir gemeinsam gegen Gewalt auftreten. Jede und jeder kann durch Hinschauen und Handeln dazu beitragen, dass Gewalt an Frauen und Mädchen verhindert wird", so StoP-Projektkoordinatorin Iris Ablasser.
Highlight am Ende der ersten Teilstrecke von Windisch-Minihof nach Neumarkt an der Raab war die Videopräsentation der Ausstellung „Siolence" im Künstlerdorf, organisiert vom Soroptimist Club Fürstenfeld. Die von Soroptimistin Petra Werkovits initiierte und gemeinsam mit der Jennersdorfer Fotografin Elfie Semotan umgesetzte Ausstellung zeigt in neun Fotografien Frauen, die von Partnergewalt betroffen waren – ihre Geschichten können über QR-Codes angehört werden.
Hinschauen statt Wegsehen
Die zweite Teilstrecke startete beim Mahnmal des Vereins Pulverturm in Jennersdorf. Vereinsmitglied Wolfgang Külper erzählte vom Massenmord an 29 jüdischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sowie von der Arbeit des Vereins, der das Denkmal initiiert hat und so dem Vergessen entgegenwirkt. Dieser Ort stand beim Solidaritätsmarsch symbolisch für das Hinschauen, wenn etwas geschieht, das nicht in Ordnung ist – genau jene Zivilcourage, für die das Projekt StoP steht.
Der Verein Frauen für Frauen Burgenland ist Träger von drei Frauen-, Mädchen- und Familienberatungsstellen im Südburgenland. Die Beratungsstellen in Jennersdorf, Güssing und Oberwart bieten ein breites Spektrum an Unterstützung: von psychosozialer Beratung für Frauen, Mädchen und Familien über Berufs-, Finanz- und Rechtsberatung bis hin zu Projekten wie FEMININA für Frauen- und Mädchengesundheit sowie Sicher.Land.Leben und „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt", die sich beide mit Gewaltprävention beschäftigen.
Partnergewalt geschieht vorwiegend zu Hause – am Wohnort, in der Nachbarschaft. Genau dort setzt das Gewaltpräventionsprojekt an: Nachbarinnen und Nachbarn sollen für das Thema sensibilisiert und ermutigt werden hinzuschauen und aktiv zu handeln, denn zivilcouragiertes Einschreiten kann Leben retten. Das ursprünglich in Hamburg entwickelte Projekt wird in Österreich an über 40 Standorten umgesetzt; im Südburgenland läuft es in Oberwart, Jennersdorf und seit 2025 auch in Güssing.

Gruppenfoto im Künstlerdorf.
© Verein Frauen für Frauen Burgenland

StoP-Projektkoordinatorinnen Hanna Rous (li) und Iris Ablasser (re).
© Verein Frauen für Frauen Burgenland

Schülerinnen des BORG Jennersdorf marschierten mit.
© Verein Frauen für Frauen Burgenland