Mit dem Derby enden in Leithaprodersdorf 105 Tage Fußballfest
Burgenland energie landesliga
Auch das letzte Heimspiel im Herbst ist ein Schlager. Mit St. Margarethen kommt der Lieblingsgegner zum Derby in die LeithArena.
Fans und Spieler erhoffen sich in Leithaprodersdorf einen letzten fußballerischen Feiertag in diesem Jahr
© Günther Pavlovics
Leithaprodersdorf - St. Margarethen; Samstag, 16 Uhr. Am 26. Juli begann für Leithaprodersdorf die heiße Herbstsaison mit einem Schlager und einer Sensation, mit dem Sieg über die Admira im ÖFB-Cup. Am Samstag findet das letzte Heimspiel statt, und es ist wieder eine emotionale Partie, denn St. Margarethen kommt zum Derby. Die Rivalität wuchs in den letzten Jahren mit den Leistungen und Ansprüchen der beiden Mannschaften, in deren Zielerfassung zumindest ein Platz unter den besten fünf stand und steht. Leithaprodersdorf gegen St. Margarethen, das ist in der vorletzten Runde das Duell des Zweiten gegen den Fünften.
Super-Defensive gegen Super-Offensive
„Da brauchst du keine Motivation für die Spieler, das ist ein Fußballleckerbissen“, sagt Leithaprodersdorfs Trainer Mario Santner. St. Margarethen hat nur 14 Gegentore kassiert, weshalb Santner sagt: „Das passt doch wunderbar. Sie haben eine der besten Defensiven und wir eine der besten Offensiven.“ Leithaprodersdorf hat 33 Treffer erzielt, nur Pinkafeld ist nach den sieben Streichen gegen Halbturn besser. Wobei Leithaprodersdorf beim 0:0 in Oberpullendorf erstmals in diesem Herbst keinen Treffer geschossen hat.
Noel Kustor und Levi Markhardt sollen fit werden
Torjäger Levi Markhardt fehlte, weil er im Cup in Neudörfl einen Schlag auf den Knöchel bekommen hatte. Er sollte am Samstag aber wieder spielen können. Auch Noel Kustor, der in Oberpullendorf nach einem Ellbogenschlag ein blutendes Cut am Auge erlitten hat und im Krankenhaus behandelt werden musste. Davor aber hat Kustor sehr gute Chancen ausgelassen. „Mit Levi fehlt uns der Knipser. Wenn wir eine Schwäche haben, dann ist das eine“, sagt Santner. Anstelle von Levi Markhardt spielte Gergö Fönyedi, für den ein Einsatz gegen St. Margarethen etwas Besonderes wäre. Der bald 25-jährige, gebürtige Ungar war zuvor drei Jahre lang in St. Margarethen. Er wurde im Nachwuchs von Mattersburg und in der Akademie der Admira ausgebildet.
St. Margarethen ist der Rekordgegner von Leithaprodersdorf
Für Leithaprodersdorf ist das Spiel gegen St. Margarethen ein Klassiker, gegen keinen anderen Verein gab es in der Landesliga seit 53 Jahren, seit November 1973, so viele Duelle. Am Samstag kommt es zum 36. Spiel zwischen den beiden Klubs, bislang konnten die Leithaprodersdorfer elf Mal gewinnen, St. Margarethen war 15 Mal erfolgreich. Die jüngeren Ergebnisse sprechen jedoch für die Leithaprodersdorfer, die seit fünf Ligaspielen keine Niederlage hinnehmen mussten. Allerdings gab es im Juli 2024 eine bittere 0:3-Heimniederlage im BFV-Cup, in der sich zudem Stephan Heiss noch das Kreuzband gerissen hat. Die letzte Heimniederlage in der Liga liegt schon etwas mehr als vier Jahre zurück.
Der Stamm beider Teams ist schon lange beieinander
Damals war Franz Lederer schon Trainer bei St. Margarethen, und es sind noch immer sieben Spieler, die im September 2022 in der Startelf gestanden sind, beim Verein. Bei Leithaprodersdorf waren es fünf, die noch immer dabei sind. Man kennt sich schon lange, man orientiert sich sportlich nach oben, alles Gründe, warum die Rivalität zwischen den Klubs sehr hoch ist. Das sah man schon beim Spiel zwischen Rust und Leithaprodersdorf, das als Flutlichtnachtrag im Greabochstadion gespielt wurde. Fast der gesamte St. Margarethner Kader war im Stadion und zitterte nicht mit den Leithaprodersdorfern. Die hatten sich im August 2024 für die Cup-Niederlage mit einem 3:2 in St. Margarethen revanchiert und provoziert, indem sie deren Kabinensong lautstark gespielt hatten.
St. Margarethen in vier Runden gegen die ersten Drei
„Ich freue mich schon auf das Spiel, denn so etwas macht ja auch den Reiz des Fußballs aus“, sagt Franz Lederer. „Für uns ist es das nächste harte Brett.“ St. Margarethen spielt binnen 21 Tagen gegen die ersten drei der Tabelle. Das 0:1 gegen Klingenbach und das 1:1 gegen Bad Sauerbrunn wurden durch einen 5:2-Auswärtssieg in Stuben unterbrochen. „Da konnten wir auch den Ball vorne besser behaupten“, sagt St. Margarethens Trainer. Gegen Bad Sauerbrunn gelang der Ausgleich erst in der Nachspielzeit durch Innenverteidiger Bastian Kucher. Der hat in Leithaprodersdorf wieder Thomas Jusits an seiner Seite, der seine Sperre abgesessen hat. Lederer: „Wir müssen wieder mehr Selbstsicherheit und Mut zeigen.“