Neues Stadtquartier sorgt für politische Debatte in Mattersburg
stadtentwicklung
Die BVZ berichtete exklusiv über die konkreten Pläne der BWSG für das Areal in der Michael Kochstraße. Daraufhin meldeten sich ÖVP, FPÖ und die Bürgerinitiative „Lebenswertes Mattersburg“ mit Forderungen zu Wort. Bürgermeisterin Claudia Schlager verweist hingegen auf die geltenden Planungs- und Genehmigungsverfahren und weist Kritik zurück.
Blick auf das künftige Wohnprojekt von der Hirtengasse: Geplant sind dreigeschossige Wohngebäude mit zurückversetztem Staffelgeschoss.
© www.vdx.at
Das geplante neue Stadtquartierin der Michael Kochstraße beschäftigt nicht nur Stadtplaner und Bauträger, sondern zunehmend auch die Lokalpolitik. Nachdem die BWSG die Einreichunterlagen für die ersten vier Baukörper abgegeben hat und damit der Weg für rund 160 Mietwohnungen, eine Polizeistation sowie öffentliche Grün- und Freiflächen geebnet werden soll, steht nun die Diskussion über Transparenz, Bürgerbeteiligung und Verkehr im Mittelpunkt.
Bürgerinitiative fordert Bürgerversammlung
Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Mattersburg“ spricht sich für eine öffentliche Vorstellung des Projekts aus. Aus Sicht der Initiative sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, die Bevölkerung umfassend über das Bauvorhaben zu informieren.
Sprecher Alexander Dworschak fordert eine Bürgerinnen- und Bürgerversammlung, bei der Projektverantwortliche die Planungen erläutern und visualisieren. „Die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt sollen sich selbst ein Bild machen können, was da auf sie zukommt“, wird Dworschak in einer Aussendung zitiert.
ÖVP verlangt mehr Transparenz
Auch die Mattersburger ÖVP sieht Informationsbedarf. Stadtparteiobmann und Stadtrat Thomas Haffer präsentierte einen Fünf-Punkte-Plan, der unter anderem die Offenlegung sämtlicher aktueller Planungen, Informationen über die Rathauspläne sowie eine öffentliche Gemeindeversammlung vorsieht.
„Wir wollen endlich alle Karten auf dem Tisch sehen“, fordert Haffer. Die Bevölkerung müsse die Möglichkeit erhalten, sich vor endgültigen Entscheidungen ein umfassendes Bild vom Projekt zu machen. Sollte keine öffentliche Versammlung stattfinden, bringt die Volkspartei auch eine außerordentliche Gemeinderatssitzung ins Spiel.
FPÖ sieht Verkehr als zentrale Herausforderung
Die FPÖ Mattersburg richtet ihren Blick vor allem auf die Auswirkungen des Projekts auf Verkehr und Parkraumsituation. Für Stadtparteiobmann Sascha Gerdenitsch müsse vor der Umsetzung geklärt werden, wie die zusätzliche Belastung für die umliegenden Straßen bewältigt werden könne.
„Die Menschen in der Michael-Koch-Straße und der Hirtengasse erleben seit Jahren Baustellen, Verkehrsbelastungen und eine angespannte Parkplatzsituation“, hält Gerdenitsch fest. Die Freiheitlichen verlangen unter anderem ein verbindliches Verkehrskonzept, ausreichend Stellplätze sowie eine detaillierte Verkehrsprognose für das neue Quartier.
Bürgermeisterin verweist auf laufendes Verfahren
Bürgermeisterin Claudia Schlager (SPÖ) reagierte auf die Wortmeldungen von Opposition und Bürgerinitiative mit einer eigenen Stellungnahme. Darin verweist sie auf den bereits rechtskräftigen Teilbebauungsplan und die gesetzlichen Vorgaben des laufenden Bauverfahrens.
Nach Angaben der Stadt seien Fragen zu Verkehr, Stellplätzen und Erschließung ohnehin Teil der behördlichen Prüfung. Zudem werde ein unabhängiges Verkehrsgutachten erstellt. Die unmittelbaren Anrainer seien im Verfahren als Parteien eingebunden.
Gegenüber der Kritik der Opposition findet Schlager klare Worte: „Als Bürgermeisterin von Mattersburg stelle ich eine Politik, die von Unwahrheiten und Diffamierungen geprägt ist, ganz klar ins Abseits. Wir stehen für Sachlichkeit und verlässliche Richtungsentscheidungen“, betont sie.