Notfall-Ninjas zeigen, wie Erste Hilfe funktioniert
Oberwart
Die Jugendgruppe des Roten Kreuzes in Großpetersdorf vermittelt Kindern spielerisch, wie sie in Notsituationen helfen können. Mit einem selbst gedrehten Social-Media-Video wollen die jungen Mitglieder nun auch anderen zeigen, worauf es bei der Ersten Hilfe ankommt.
Beim Videodreh schlüpften die Kinder selbst in die Hauptrollen, wie auch Anna-Laureen Eder, Lukas Amtmann, Emma Kahr, Palina Szabo-Mentlik und Diana Jandrisevits.
© Verena Eder
Was tun, wenn sich jemand verletzt? Wie kann man helfen, ohne selbst in Gefahr zu geraten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Notfall-Ninjas, die Jugendgruppe des Roten Kreuzes in Großpetersdorf. Die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren lernen bei regelmäßigen Treffen die Grundlagen der Ersten Hilfe kennen. Nun haben sie auch ein eigenes Video für soziale Medien gedreht, in dem sie zeigen, wie man sich bei einer Verletzung richtig verhält. Die Hauptrollen übernahmen dabei die Kinder selbst. Unterstützung bekamen sie unter anderem von Marcel Wallner, der hauptberuflich beim Roten Kreuz tätig ist. Er stellte für die Dreharbeiten einen Rettungswagen zur Verfügung und ließ den Kindern an seiner Expertise teilhaben. Letztendlich konnten die jungen Mitglieder Erste Hilfe nicht nur üben, sondern ihre Kenntnisse auch vor der Kamera zeigen.
Lernen mit Spiel und Spaß
Die Notfall-Ninjas gibt es seit diesem Jahr. Bereits im vergangenen September nahmen rund 40 Kinder an einem Schnuppertermin teil, bevor die regelmäßigen Treffen im Jänner starteten. Die Gruppe in Großpetersdorf ist eine von insgesamt fünf Jugendgruppen des Roten Kreuzes im Burgenland. Gruppenleiterin Verena Eder wird dabei von ihren Stellvertreterinnen Barbara Kodnar und Carina Graf unterstützt. Bei den monatlichen Treffen steht die Erste Hilfe im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll die gemeinsame Zeit den Kindern Freude bereiten und ihnen die Angst vor möglichen Notfallsituationen nehmen. „Das Ziel ist es, den Kindern die Angst zu nehmen und neben der Theorie auch Spiel und Spaß in den Vordergrund zu stellen“, erklärt Eder. Wie abwechslungsreich die Aktivitäten gestaltet sind, zeigt das Programm der vergangenen Monate. Die Kinder besuchten unter anderem das Faschingsfest und den Tag der Sicherheit in der Kaserne Güssing. Auch Exkursionen zur Bezirksstelle des Roten Kreuzes in Oberwart gehören dazu. Bei einer Flurreinigung packten die jungen Mitglieder ebenfalls mit an.
Vielfältige Themengebiete
Die Treffen orientieren sich an unterschiedlichen Themen. Im Sommer beschäftigten sich die Kinder beispielsweise mit Pflanzenheilkunde und der Versorgung von Bienenstichen. Auch Mobbing und der respektvolle Umgang miteinander waren bereits Thema. Neben den Erste-Hilfe-Einheiten kommen gemeinsame Freizeitaktivitäten aber ebenfalls nicht zu kurz. Die Gruppe war im Familypark und absolvierte gemeinsam das Schwimmabzeichen. Eine Weihnachtsfeier ist ebenfalls Teil des Jahresprogramms. Am 27. November werden die Notfall-Ninjas beim Christkindlmarkt in Großpetersdorf Kekse verkaufen. Damit sind die Kinder nicht nur als Gruppe aktiv, sondern bringen sich auch in das Gemeindeleben ein.
Helfen können macht Freude
Dass die Erste Hilfe für die Kinder mehr als ein Unterrichtsthema ist, zeigen ihre eigenen Antworten auf die Frage, was ihnen an der Gruppe besonders gefällt. Auf die Frage, warum sie bei den Notfall-Ninjas dabei sind, wichen die Antworten der Kinder nur bedingt auseinander. Für die meisten steht eines im Vordergrund: „Es ist toll, wenn man anderen Menschen helfen kann und für Notfallsituationen gut vorbereitet ist“. Genau diese Einstellung steht hinter dem Projekt: Die Kinder sollen früh lernen, Verantwortung zu übernehmen, in schwierigen Situationen nicht wegzusehen und im Notfall zu wissen, was sie tun können. Mit ihrem Video möchten die Notfall-Ninjas dieses Wissen nun auch über die eigene Gruppe hinaus vermitteln.
32 Mitglieder zwischen sechs und zwölf Jahren sind Teil der "Notfall-Ninjas".
© Verena Eder