Österreichs jüngster Müllermeister kommt aus Andau
Mit 19 Jahren
Der 19-jährige Christoph Passenbrunner aus Andau ist seit Kurzem Österreichs jüngster Müllermeister und hat zusätzlich die Meisterprüfung zum Bäcker abgelegt.
Christoph Passenbrunner in der Seewinkel-Mühle in Andau.
© Klaus Zwinger
Bereits vor zwei Jahren machte der junge Andauer als Burgenlands einziger Müllerlehrling von sich reden. Nun absolvierte er neben der Prüfung zum Müllermeister auch noch die Meisterprüfung der Bäcker.
Ausgebildet wurde Passenbrunner von seinem Vater Gerald in der Seewinkel Mühle. Diese wird in einigen Jahren dann bereits in fünfter Generation auf Christoph übergehen. Bis dahin hat er aber noch einiges vor: Als Nächstes steht der Zivildienst an, den er ab September beim Samariterbund absolvieren wird. Parallel dazu holt er die Matura nach und denkt an, in der Folge Agrarwissenschaften an der BOKU Wien zu studieren. Das würde auch ein Semester im Ausland beinhalten.
© Klaus Zwinger
„Vielleicht in Australien oder in Kanada, das würde mich schon sehr interessieren.“, so der frischgebackene Müller- und Bäckermeister. Seine beiden Meisterabschlüsse spiegeln die enge Verbindung zweier Handwerke wider: Müller erzeugen hochwertige Mehle, Bäcker verarbeiten diese zu Brot und Gebäck.
„Mich hat immer die gesamte Entstehungskette interessiert – vom Getreide bis zum fertigen Brot. Mit den beiden Meisterprüfungen konnte ich mein Wissen in beiden Handwerken vertiefen. Das hilft mir unter anderem auch dabei, bei Problemen schneller Lösungen zu finden.“ Auch wenn der Weg „teilweise schon sehr intensiv und fordernd war“, sei für ihn „ein Traum in Erfüllung gegangen“.
Die Seewinkel-Mühle der Familie Passenbrunner in Andau.
© Klaus Zwinger
"Kein Handwerk von gestern"
Mit einem verbreiteten Klischee räumt der junge Andauer auf: Müller zu sein sei „kein Handwerk von gestern“. „Viele haben noch das Bild vom Müller im Kopf, der schwere Säcke von einem Stockwerk ins nächste schleppt. In Wirklichkeit arbeiten wir heute mit computergesteuerten Anlagen und modernster Technik. Das eigentliche Handwerk – also die Erfahrung und das Wissen rund um das Vermahlen des Getreides – ist aber genauso wichtig geblieben wie früher. Gerade diese Verbindung aus Tradition und Innovation macht den Beruf für mich so spannend.“