Recycling-Kunst aus Kobersdorf im Louvre
Karl Hiess ist bei der Kunstmesse Salon Art Shopping vertreten.
Auch mit der Skulptur „Brennende Erde“ wird Karl Hiess in Paris vertreten sein.
© Elisabeth Tritremmel
Eine ganz besondere Ehre wird Künstler Karl Hiess noch bis 24. Oktober zuteil: seine Werke werden im Carrousel de Louvre in Paris ausgestellt. „Ich arbeite schon seit einigen Jahren mit einer Schweizer Agentur zusammen, dadurch habe ich etwa schon in Zürich, Basel oder Hawaii ausgestellt. Für die Ausstellung im Carrousel de Louvre gab es eine Jurierung“, erzählt er, wie es dazu kam. Als er erfahren habe, dass die Jury seine Werke gerne in Paris bei der exklusiven dreitägigen Kunstmesse im Louvre-Komplex ausstellen möchte, war dies eine besondere Nachricht, betont er: „Ich sehe es als Auszeichnung an, dass ich in diesen alten ehrwürdigen Mauern ausstellen darf.“
Themen in aller Munde
Unter anderem werden die Werke „Brennende Erde“ oder „Gleichgewicht“ von Karl Hiess in der französischen Hauptstadt zu sehen sein. „Auch mit dem Thema Blackout habe ich mich beschäftigt - ich beschäftige mich mit Themen, die gegenwärtig in aller Munde sind“, führt er aus. Dabei ist ihm aber eines wichtig: „Der Kunst ihre Freiheit - solange dabei niemand verletzt oder beleidigt wird.“ Hiess studierte Bildhauerei, die Recycling-Kunst hat ihn aber immer schon interessiert. Er bezeichnet sich als „Grenzgänger“ - und das durchaus auch im geografischen Sinne. Früher arbeitete er im „Schüttkasten“ in Mannersdorf an der Rabnitz an der ungarischen Grenze, nun hat er sein Atelier an der burgenländisch-niederösterreichischen Grenze. Hiess wohnt in Schwarzenbach und arbeitet in Kobersdorf. „Kunst kennt keine geografischen oder gedanklichen Grenzen. Dass meine in der Region Schwarzenbach und im Burgenland gereiften Arbeiten nun im Herzen von Paris, direkt im Louvre-Komplex zu sehen sind, schließt für mich einen Kreis“, so Hiess vor der Abreise.
Tour mit Telefon-Kunst
Im November stellt Hiess auch in Brüssel aus, im Dezember gibt es eine Rückkehr nach Paris: dann werden seine Werke im Picasso-Museum zu sehen sein. Außerdem ist mit dem Kunstwerk „Gefangen in der Informationshölle“, eine Installation aus vielen bunten Telefonen, die in verschiedenen Höhen angebracht sind, eine Tour durch die österreichischen Bundesländer geplant. „Es ist schon ein bisschen paradox, dass ich gerade hier in Kobersdorf im Funkloch ein solches Kunstwerk geschaffen habe“, schmunzelt er.