Schock in Stoob: Spielabbruch nach schwerer Verletzung
1. Klasse Mitte
Dramatische Szenen in der 1. Klasse Mitte: Beim Duell zwischen Stoob und Antau kam es bereits in der 12. Spielminute zu einem folgenschweren Zusammenprall zwischen Antau-Tormann Daniel Straussberger und Stoob-Offensivspieler Andreas Domnanovich. Der Stoober erlitt einen doppelten Kieferbruch und verlor mehrere Zähne. Nach der Erstversorgung durch Rettung und Notarzt wurde er mit dem Notarzthubschrauber abtransportiert. Die Partie wurde daraufhin abgebrochen.
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Was als gewöhnlicher Zweikampf um einen hohen Ball begann, endete mit einem dramatischen Zwischenfall. In der Anfangsphase der Begegnung zwischen Stoob und Antau wurde ein Ball diagonal hinter die Abwehr gespielt. Stoob-Offensivspieler Andreas Domnanovich startete in Richtung Strafraum, während Antau-Torhüter Daniel Straussberger aus seinem Tor eilte, um die Situation zu bereinigen.
Beide Spieler gingen mit vollem Einsatz zum Ball. Straussberger spielte diesen mit der Hand, unmittelbar danach kam es zum Zusammenprall. Domnanovich prallte dabei mit dem Gesicht gegen den Ellbogen des Torhüters und ging zu Boden. Die Folgen waren schwerwiegend: Der Stoober erlitt einen doppelten Kieferbruch, verlor mehrere Zähne und blutete stark.
Schiedsrichter: „Es war bei aller Tragik ein Unfall“
Schiedsrichter David Kruisz schilderte die Szene aus seiner Sicht: „Es war bei aller Tragik ein Unfall. Ein hoher Ball in den Strafraum, der Tormann geht voll durch und spielt den Ball mit der Hand, der Angreifer geht ebenfalls voll durch. Ich denke mir noch: Bitte geh nicht hin. Der Tormann spielt den Ball, der Spieler prallt auf den Ellbogen und geht zu Boden.“
Für Kruisz stand fest, dass keine Absicht im Spiel war: „Leider prallte der Spieler mit dem Gesicht in den Ellbogen. Es war aus meiner Sicht überhaupt keine Absicht dabei. Meine Live-Wahrnehmung war, dass er gegen den angelegten Ellbogen prallt. Der Ball wurde zuerst gespielt.“
Auch regeltechnisch ordnete der Unparteiische die Situation ein: „Gespielt hat das zwar keine Rolle mehr, aber regeltechnisch wäre es für mich Gelb wegen rücksichtslosen Spiels gewesen und Elfmeter. Aber natürlich ist das dann irrelevant.“
Rettung, Notarzt und Hubschrauber im Einsatz
Die Verletzung sorgte auf dem Spielfeld für Entsetzen. Aufgrund der starken Blutungen wurden umgehend Rettung und Notarzt alarmiert. Nach der Erstversorgung wurde Domnanovich schließlich mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
Für die Stoober Mannschaft war an eine Fortsetzung der Begegnung nicht mehr zu denken. Die Spieler fühlten sich nach den dramatischen Szenen nicht in der Lage, weiterzuspielen. Auch die Gäste aus Antau hatten Verständnis für diese Entscheidung. Somit wurde das Spiel bereits in der 13. Minute abgebrochen.
Weber: „Unter diesen Umständen nicht mehr weiterspielen“
Stoobs Co-Trainer Wolfgang Weber bestätigte die schwere Verletzung seines Spielers: Andreas Domnanovich erlitt einen doppelten Kieferbruch. Die Szene habe sich in der zwölften Spielminute ereignet. Weber sprach auch die grundsätzliche Frage an, wie notwendig ein derart kompromissloses Einsteigen im Amateurfußball sei.
Auch auf Antauer Seite saß der Schock tief. Obmann und Spieler Karl Gerdenich betonte, dass es sich um einen unglücklichen Zusammenprall gehandelt habe. „Der Blick des Stürmers war leider nur am Ball. Straussberger geht raus, der Ball wird erwischt, dann kommt es zum Zusammenprall. Es war keine Absicht dabei.“
Die schwere Verletzung habe auch den Antauer Torhüter sichtlich mitgenommen. „Dani war kreidebleich und den Tränen nahe“, schilderte Gerdenich die Situation. Für ihn sei ebenso klar gewesen, dass unter diesen Umständen nicht weitergespielt werden könne: „Alles Gute und gute Besserung an den Stoober Spieler. Unter diesen Umständen hätten wir auch nicht weitergespielt.“
Kaplan: „Wie weit soll es noch gehen?“
Deutliche Worte zum folgenschweren Zusammenprall fand auch Michael Kaplan, Sportlicher Leiter des ASK Stoob. Er sieht die Aktion aus einer anderen Perspektive und kritisiert vor allem die Art des Einsteigens.
„Der Schiedsrichter hat meiner Meinung nach eine totale Fehlentscheidung getroffen. Der Tormann war außerhalb des Sechzehnmeterraums, da ist für mich glatt Rot zu geben“, so Kaplan.
Gleichzeitig nimmt er den Unparteiischen nicht grundsätzlich in die Verantwortung: „Ich gebe dem Schiedsrichter keine Schuld, da er in diesem Moment die falsche Perspektive hatte.“
Auch dem Antauer Schlussmann möchte Kaplan keine Absicht unterstellen. „Dem Tormann von Antau wünsche ich alles Gute. Es war sicher keine Absicht, und ich möchte ihm keine Verletzungsabsicht unterstellen. Ein rücksichtsloser Einstieg war es aber allemal.“
Besonders die Folgen für seinen Spieler beschäftigen den Sportlichen Leiter: „Wie weit soll es noch gehen, dass sich manche Spieler abschlachten müssen?“
Für Kaplan bleibt damit neben der sportlichen Tragik vor allem eine grundsätzliche Frage: Wie viel Risiko darf im Amateurfußball in Zweikämpfen eingegangen werden?