Sonnenmarkt als wichtige Stütze

Solidarität

Seit vier Jahren gibt es den Sonnenmarkt in Güssing. Die Bilanz fällt positiv aus, doch die steigenden Lebenshaltungskosten bringen immer mehr Menschen in finanzielle Bedrängnis.

Von Verena Dunst (re.) gab es zum 4. Geburtstag natürlich auch eine Torte.

Von Verena Dunst (re.) gab es zum 4. Geburtstag natürlich auch eine Torte.

© Sonnenmarkt Güssing

Was im September 2022 als Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen begann, ist längst zu einer wichtigen sozialen Einrichtung geworden. Fast 100.000 Einkäufe wurden seither verzeichnet. Eine Zahl, die den Bedarf deutlich macht. Für Verena Dunst, die als damalige Präsidentin der Volkshilfe Burgenland maßgeblich an der Umsetzung beteiligt war, fällt die Bilanz eindeutig aus: „Ich bin glücklich und sehr zufrieden. Die Bilanz ist super positiv.“

Gemeinsam mit dem Land Burgenland hatte die Volkshilfe das Konzept umgesetzt. Nach Oberwart, wo der erste Sonnenmarkt ein Jahr zuvor eröffnet worden war, folgte Güssing als zweiter Standort. Die Idee dahinter: Menschen mit geringem Einkommen sollen Lebensmittel günstiger einkaufen können. Gleichzeitig werden Waren, die im regulären Handel nicht mehr verkauft werden, sinnvoll verwendet, statt im Müll zu landen.

„Einrichtungen wie Sonnenmärkte, wo Menschen Lebensmittel günstiger einkaufen können, sind unerlässlich und ganz ganz wichtig“, betont Dunst. Ihre Erwartungen sind hoch gewesen. Vier Jahre später sieht sie diese erfüllt. Besonders die Verbindung mit der Schatzgrube, in der gebrauchte Waren günstig angeboten werden, hat sich bewährt.

Viel Einsatz notwendig

Dass ein Sonnenmarkt funktioniert, ist keineswegs selbstverständlich. Hinter dem Angebot steckt ein erheblicher organisatorischer Aufwand. „Einen Sonnenmarkt zu betreiben ist nicht einfach und sehr anstrengend, verbunden mit viel Arbeit und Verantwortung“, erklärt Verena Dunst. Entscheidend sind die Mitarbeiter:innen, allen voran die Marktleiterin, und die ehrenamtlichen Helfer:innen. Dazu kommt die Unterstützung jener Betriebe, die Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Eine besondere Herausforderung war von Beginn an die Hemmschwelle. Schon bei der Eröffnung in Oberwart und später in Güssing hat man sich die Frage gestellt, ob die Menschen das Angebot überhaupt annehmen würden. Für viele ist es nicht einfach, einen Sozialmarkt aufzusuchen. „Das war am Anfang schwierig und ist es noch immer“, räumt Dunst ein.

Geld wird immer knapper

Die Besucherzahlen steigen dennoch. „Ein Teil der Bevölkerung kann sich vieles nicht mehr leisten und muss gerade jetzt in der kalten Jahreszeit überlegen, wie es sich ausgeht“, beschreibt Verena Dunst die Situation. Besonders gegen Monatsende wird deutlich, wie knapp das Geld bei vielen Menschen ist. Dann müssen Ausgaben noch genauer abgewogen werden.

Dass immer mehr Menschen auf günstige Lebensmittel angewiesen sind, zeigt aber auch, wie notwendig solche Angebote inzwischen geworden sind.