Stefanie Frank präsentiert ihr Buch „Immer wenn ich mit Jesus chille“
Buchpräsentation
Als Teenagerin erkrankte die Künstlerin Stefanie Frank an einer Psychose. Sie musste die Schule abbrechen und ihren Lebensweg neu erfinden. In ihrem autobiografischen Buch „Immer wenn ich mit Jesus chille“ berichtet sie in eindrucksvoller Weise von einem Leben zwischen Realität und Scheinrealität.
Die Künstlerin und Autorin Stefanie Frank veröffentlicht im März ihr autobiografisches Buch „Immer wenn ich mit Jesus chille“.
© Klaus Zwinger
Das Atelier von Stefanie Frank in Mönchhof ist ein wundersamer Ort. Schon am Eingang springt einen die Kunst von allen möglichen Seiten an - in Form von bemalten Steinen, einem bemalten Briefkasten, gebastelten Objekten auf den Wänden im Innenhof und einer Vielzahl weiterer unkonventioneller Formen, die man so nicht erwarten würde. Wer noch nie hier war, merkt schnell, dass die Kunst für Stefanie Frank so essenziell ist wie die Luft zum Atmen.
Tatsächlich geht es diesmal allerdings nicht um die bildnerischen Kunstwerke, die sie kontinuierlich in ihrem „Atelier Sanfter Untergrund“ schafft, sondern um ihr literarisches Erstlingswerk, welches nun im März über den Verlag edition lex liszt 12 veröffentlicht wird. Bei Kaffee und Kuchen erzählt die 37-jährige Künstlerin von dem langen Weg, den das autobiografische Buch schon vor seiner Veröffentlichung hinter sich hat.
Ein Kunstwerk von Stefanie Frank, welches den Umschlag des autobiografischen Buches ziert.
© Klaus Zwinger
„Das absurde Empfinden der Seele während einer Psychose“
Es spielt in der Zeit, in der Steffi zwischen 18 und 22 alt war, eine Psychose erlitt und die Schule abbrechen musste. Dabei flüchtete sie in ein Asylheim, wo sie einige Zeit mit ihrem Freund, einem Rastafari, lebte. Außerdem geht sie auf ihre Zeit am Friedrichshof bei Zurndorf ein, wo sie sich auch rund drei Jahre in Therapie befand. Im Großen und Ganzen schreibt sie, wie sie sagt, über "das absurde Empfinden der Seele während einer Psychose, von Rebellion, Abstürzen, wieder aufstehen und natürlich von der Liebe".
Zu Papier brachte sie das Buch bereits 2017, nachdem sie während eines Grillabends in einer Eingebung einfach zu ihren Freunden sagte „Ich schreibe jetzt ein Buch, es heißt 'Immer wenn ich mit Jesus chille'“. Es folgte eine intensive Woche, in der sie all die Eindrücke dieser Zeit in einem aberwitzigen Gedankenstrom niederschrieb. Sätze wie „Ich war Gott so nahe, als ich vollkommen psychotisch ins Badezimmer rannte, um mir die Hände zu waschen. Ich sah es, das Licht, den Kern, Gott. Ich erkannte, ich bin ein Etwas, das sich um eine Quelle dreht, die immer da sein wird, der Säufer, der Obdachlose, der Schizophrene, alle sind wir eins!“ fallen hier durchaus nicht aus der Norm und gewähren einen ungeschönten Blick in ein gänzlich anderes Empfinden, als es die durchschnittliche Person kennt.
„Jesus hat viele Anhänger. Ich nur einen.“
© Klaus Zwinger
Verständnis für psychische Krankheiten
Ein großes Thema ist für sie auch das Verständnis für psychische Krankheiten. Mit dem Buch will sie dieses Anliegen ins Zentrum stellen, denn „schwächere Menschen gehören in die Mitte der Gesellschaft, nicht an den Rand der Gesellschaft“, wie sie aus persönlicher Erfahrung attestiert.
Am Freitag, den 27. März, hält Stefanie Frank um 18:30 Uhr eine Lesung im Café Mundoat in Neusiedl am See, wo sie „Immer wenn ich mit Jesus chille“ auch präsentiert. Für Interessierte verrät sie schon vorab etwas zum Ende des Buches: „Das Buch hat kein Happy End. Das Happy End bin ich.“