Weltmeister Johnny Hoogerland in Breitenbrunn nicht zu stoppen
Pannpnia Gravel
Rund 400 Teilnehmer aus 14 Nationen nahmen die dritte Auflage des Pannonia Gravel in Angriff. Auf der Langdistanz setzten sich mit Johnny Hoogerland und Corinna Pichler die Favoriten durch. Auch die ehemalige Ski-Weltmeisterin Lizz Görgl war am Start.
Johnny Hoogerland, Lizz Görgl, Reto Hollenstein und Organisator Johannes Hessenberger (v.l.) beim Start.
© Christian Kurtis
Ein amtierender Amateur-Weltmeister, eine ehemalige Ski-Weltmeisterin und rund 400 Radsportbegeisterte aus 14 Nationen: Die dritte Auflage des Pannonia Gravel rund um Breitenbrunn bot bei besten äußeren Bedingungen eine Mischung aus Spitzen- und Breitensport. Auf der Langdistanz über 73 Kilometer und 1.150 Höhenmeter ließ Johnny Hoogerland der Konkurrenz keine Chance. Bei den Frauen feierte Corinna Pichler einen überlegenen Sieg.
Das Besondere an der Veranstaltung war einmal mehr die Streckenführung. Dank einer Sondergenehmigung des Bundesheeres konnten die Teilnehmer das normalerweise gesperrte Truppenübungsgelände am Leithagebirge befahren. Mehr als 80 Prozent der Strecke führten über unbefestigte Wege und durch das Gelände. Zum Einsatz kommen beim Gravel-Sport spezielle Fahrräder, die die Geschwindigkeit eines Rennrads mit der Geländetauglichkeit eines Mountainbikes verbinden. Breitere Reifen und Rennlenker machen die sogenannten Gravel-Bikes sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Waldwegen vielseitig einsetzbar. Neben der Langdistanz stand auch ein Bewerb über 40 Kilometer und 600 Höhenmeter auf dem Programm.
„Wir bekamen erneut eine Sondergenehmigung, an diesem Tag abseits der normalen Radwege durch eine fantastische und unberührte Landschaft zu biken“, erklärte Organisator Johannes Hessenberger, der auch für den Neusiedler See Radmarathon verantwortlich zeichnet und die UCI Gran Fondo Weltmeisterschaften 2029 im Burgenland organisiert.
© Christian Kurtis
Hoogerland früh auf und davon
Auf der Langdistanz gab es gegen Johnny Hoogerland kein Mittel. Der ehemalige niederländische Tour-de-France-Profi, der mittlerweile in Villach lebt, setzte sich bereits wenige Kilometer nach dem Start von seinen Konkurrenten ab und fuhr einen ungefährdeten Solosieg ein.
„Mein Teamkollege Anton Erlbacher hat gleich zu Beginn attackiert und ich setzte eine Konterattacke. Es war ein einsames Rennen an der Spitze, doch ich habe die traumhafte, aber sehr anspruchsvolle Strecke voll genossen“, berichtete Hoogerland.
Der Sieger der ersten Pannonia-Gravel-Auflage hatte sich erst kürzlich in Australien zum Amateur-Gravel-Weltmeister und in Japan zum UCI Gran Fondo Weltmeister auf der Straße gekürt. Nun fügte er seiner Erfolgsbilanz einen weiteren Sieg hinzu.
Rund zwei Minuten hinter Hoogerland erreichte sein Teamkollege Anton Erlbacher, Gesamtsieger der diesjährigen Austria Top Tour, als Zweiter das Ziel. Weitere eineinhalb Minuten dahinter folgte Thomas Garber vom HUMANPWR Racing Team auf Platz drei. Der ehemalige Schweizer WorldTour-Profi Reto Hollenstein wurde Siebenter.
Pichler gewinnt trotz Platten
Auch bei den Frauen setzte sich die Favoritin durch. Corinna Pichler vom RH77 Factory Racing Team gewann bei ihrer Gravel-Premiere in 2:39 Stunden mit mehr als zehn Minuten Vorsprung auf die Ungarin Zsofia Toth. Rang drei ging an Marlene Pühringer.
Dabei verlief das Rennen für die Gesamtsiegerin der Austria Top Tour keineswegs problemlos. „Es war mein überhaupt erstes Gravelrennen und es war ziemlich hart. Vor allem muss man bei so einem Rennen technisch sauber fahren“, erzählte Pichler. Bereits zu Beginn hatte sie Schwierigkeiten mit dem Sattel, die letzten 15 Kilometer musste sie sogar mit einem platten Reifen zurücklegen.
Trotzdem fiel ihr Fazit positiv aus: „Die Strecke ist echt traumhaft, ich komme bestimmt wieder.“
Görgl gewinnt ihre Altersklasse
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Teilnahme von Lizz Görgl. Die ehemalige Doppel-Weltmeisterin im alpinen Skisport nahm die Langdistanz in Angriff und gewann dabei ihre Altersklasse.
„Es war erst mein zweites Radrennen. Ich bin es gemütlich angegangen und es hat riesigen Spaß gemacht“, freute sich Görgl. Auch die Streckenführung überraschte die frühere Skirennläuferin: „Die Strecke ist wunderschön, aber man glaubt es kaum – es geht hier im Burgenland nur rauf und runter!“
Auf der 40-Kilometer-Kurzdistanz setzte sich bei den Männern Klaus Haberl vom BistroBox Racing Team durch. Er gewann mit 30 Sekunden Vorsprung auf Florian Knödlstorfer, Dritter wurde Moritz Pieringer. Bei den Frauen siegte Annemarie Wilhelm vom HSV Jugend und Multisport Wiener Neustadt. Sie verwies Lena Wallner um elf und Tanja Braun um 20 Sekunden auf die weiteren Podestplätze.
Auch Organisator Johannes Hessenberger zog nach der dritten Auflage eine positive Bilanz. „So viele strahlende Gesichter! Es war wieder ein toller Radsporttag im Burgenland, zum Glück ganz ohne Unfälle!“
Damit hat sich das Pannonia Gravel als weiterer Bewerb im burgenländischen Radsportkalender etabliert. Für Hessenberger laufen parallel bereits die Vorbereitungen auf das nächste internationale Großereignis: 2029 werden die UCI Gran Fondo Weltmeisterschaften erstmals in Österreich und damit im Burgenland ausgetragen.