Schauplätze Zemendorf und Forchtenstein: Zwei Spiele mit jeder Menge Brisanz

2. Liga Mitte

In Zemendorf sollen Negativläufe gestoppt werden. In Forchtenstein duellieren sich die Aufsteiger.

SV 7023 ZSP-Trainer Dadi Maxell möchte ausgerechnet im Derby gegen den SV Schattendorf zurück auf die Siegerstraße.

SV 7023 ZSP-Trainer Dadi Maxell möchte ausgerechnet im Derby gegen den SV Schattendorf zurück auf die Siegerstraße.

© Martin Ivansich

2. Liga Mitte Für den SV 7023 ZSP und den SV Schattendorf steht am Samstag einiges auf dem Spiel. Beide Klubs waren mit höheren Erwartungen gestartet, stecken jetzt aber so gut wie im Abstiegskampf. ZSP liegt mit 13 Punkten auf Rang elf, Schattendorf mit elf Zählern auf Platz vierzehn. Die befreundeten Bezirksrivalen, nur acht Autominuten voneinander getrennt, stehen gehörig unter Druck. ZSP wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg, davon vier Niederlagenvier davon endeten mit Niederlagen, zuletzt 0:3 in Rohrbach und 1:4 in Neutal. Schmerzlich vermisst wurde Abwehrchef Philipp Kummer, dessen Comeback aber am Samstag sehr wahrscheinlich ist. Schattendorf ist auch bereits seit vier Partien sieglos, doch Obmann und Tormann Alexander Bernhardt ortet nach dem Neutal-Remis einen Schritt nach vorne: „In Sachen Einsatz und Leidenschaft war das in Ordnung. Man kann der Mannschaft wenig vorwerfen.“ Er erwartet einen heißen Tanz auf kleinem Platz und betont: „Der SV 7023 ZSP hat mit Philipp Kummer, Thorsten Lang und Michal Maco eine sehr gute Achse. Allerdings sind sie nach der Negativserie ähnlich ‚angeschlagen‘ wie wir.“ Offensiv könnten Mark Szeleszki und Youngster Mateo Gutmann in die Mannschaft zurückkehren, was für das Derby natürlich sehr wünschenswert wäre.

Aufsteiger kreuzen Klingen

Nicht weniger brisant ist das Aufsteigerduell zwischen dem SV Forchtenstein und dem ASK Weppersdorf. Im Vorjahr schnappte sich Weppersdorf den Titel in der 1. Klasse Mitte, Forchtenstein stieg als Zweiter auf. „Wir konnten Weppersdorf in der Aufstiegssaison nicht schlagen, vielleicht gelingt uns das diesmal. Sie kommen nach dem Überraschungssieg gegen Horitschon ganz sicher mit viel Selbstvertrauen zu uns“, warnt Forchtenstein-Trainer Ronny Spuller. Sein Team habe zwar in Kobersdorf einen 3:0-Vorsprung aus der Hand gegeben, spiele aber derzeit wirklich gut. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen“, sagt er.

Sechs-Punkte-Spiel

Weppersdorf-Coach Lorandt Schuller erwartet höchste Intensität im Duell der Aufsteiger: „Wir haben ihnen in der Vorsaison den Meistertitel weggeschnappt, sie wollen sich sicher revanchieren.“ Mit Ex-Profi Thomas Salomon sei Forchtenstein stärker geworden, weiß der Weppersdorf-Coach. Gleichzeitig plagen ihn Ausfälle: Der Torschützenkönig in der Aufstiegssaison, Markus Gabor, ist vom Vorstand suspendiert worden (siehe Seite 74), Stürmer Andreas Krutzler fällt mit Kreuzbandriss die ganze Saison aus. Und trotzdem: „Wir haben gegen Horitschon gezeigt, dass wir mit Leidenschaft und Kampfkraft viel erreichen können, auch wenn vielen einheimischen Akteuren von uns die Zweitliga-Erfahrung fehlt.“ Im engen Tabellenkeller zählt für ihn jeder Zähler: „Rund 30 Punkte werden wohl für den Ligaerhalt nötig sein. Ab jetzt ist jedes Match bis zur Winterpause ein Sechs-Punkte-Spiel für uns.“

Unterm Strich ist es übermorgen, Samstag, in der 2. Liga Mitte ein Nachmittag der kleinen Unterschiede und vielleicht auch ein Messen der Nervenstärke.

In Zemendorf wird es vermutlich zweikampfbetont und emotional, weil beide Seiten wissen, wie schnell im Derby die Stimmung kippen kann und sogar die Rote Laterne droht.

Kühle Köpfe sind Gefragt

In Forchtenstein prallen Aufsteiger-Ehrgeiz und unterschiedliche Voraussetzungen aufeinander: Hier die eingespielte Heimelf mit Rückenwind aus guten Ergebnissen der letzten Wochen, dort ein doch ersatzgeschwächter, aber unbequemer Gegner, der sich über Leidenschaft und Zusammenhalt definiert. Wer kühlen Kopf behält und die einfachen Dinge sauber macht, hat hier vermutlich die besseren Karten. Auch das macht diese beiden Duelle spannend.