Zwischen Zahnarzt-Rätsel, Torjägern und kuriosen Wechseln

Burgenlandliga-Schmankerl

Oberpullendorf bangt um seinen Stürmer, Deutschkreutz hofft auf die Rückkehr eines Langzeitverletzten und Kohfidisch entpuppte sich erneut als Riesentöter. Dazu gibt es einen Namens-Zufall in Pama, einen treffsicheren Pinkafelder Doppelsturm und einen kuriosen Titel-Talk im Wiener Volksgarten.

Zwischen Zahnarzt-Rätsel, Torjägern und kuriosen Wechseln

© Martin Ivansich

Der Zahnarzt lieferte
leider keine Antwort

Oberpullendorf. Florian Hotwagner muss nun schon seit einem Monat auf Oliver Tihanyi verzichten. Den Oberpullendorfer Stürmer plagen Leistenprobleme. „Er weiß leider selbst nicht so ganz, woher es kommt und versucht schon wirklich alles“, sagt der Übungsleiter. Im Falle Tihanyi bekommen die Weisheitszähne eine neue Bedeutung. Der war sogar schon beim Zahnarzt, um Antworten zu finden - vergeblich. Seinem Team fehlt er jedenfalls an allen Ecken und Enden, sagt auch sein Coach: „Wir bräuchten ihn wie einen Bissen Brot.“

Der Ärger über einen
Elfer hielt nur kurz an

Lackenbach. Vor dem 0:1 gab es einen kollektiven Aufschrei der Lackenbacher Ersatzbank. Vor dem Foul von Lukas Karoly soll ein Pamaner den Ball mit der Hand berührt haben, Karolys Kontakt selbst war zudem auch kein rüdes Vergehen. Den Strafstoß gab Schiedsrichter Imre Jeger aber dennoch. Bereits zur Pause gab es ein versöhnliches Shake-Hands zwischen dem Referee und dem Abwehrspieler, der sich die Situation genauer erklären ließ. Co-Trainer Florian Mileder konnte sich am nächsten Tag auch nicht so recht ärgern: „Am Video war ein Kontakt zu sehen, aber es war auch ziemlich egal. Wir sind ja schnell zurückgekommen.“ Lackenbachs Aufholjagd blieb allerdings unbelohnt. Man verlor 3:5, eher musste man sich über individuelle Fehler bei den Gegentreffern ärgern.

Ein gern gesehener Gast steht in den Startlöchern

Deutschkreutz. Mathias Hänsler. Bei diesem Namen werden neuere Beobachter der Liga wohl erst ein bisschen nachdenken müssen. Der gebürtige Vorarlberger im Dress des FC Deutschkreutz machte sein letztes Spiel vor genau einem Jahr, verletzte sich jedoch im Derby gegen Horitschon. Abgehen tut er seiner Mannschaft aber eigentlich schon länger, weil er damals von August bis Oktober mehrere Wochen fehlte. „Andere Spieler sind in dieser Zeit schon lange weg, aber er ist immer wieder da und präsent, genießt außerdem ein super Standing im Verein“, sagt Coach Mike Hartl, der ihn als Cheftrainer noch nicht coachte. Das soll sich bald ändern. Hänsler holte sich vor kurzem die finale medizinische Freigabe und trainiert wieder mit der Mannschaft, allerdings noch ohne Zweikämpfe. „Wir betrachten es als unwahrscheinlich, dass er dieses Jahr noch einmal spielen wird. Er soll langsam herangeführt werden und im Winter dann das volle Programm mitmachen“, so Hartl über seinen Rückkehrer.

Fünfter Streich machte
nicht glücklich

Bad Sauerbrunn. Manuel Baumgartner glänzt weiterhin mit konstanter Treffsicherheit. Im fünften Spiel hintereinander gelang dem Offensivmann der Kurort-Mannschaft ein Volltreffer. Er schloss einen tollen Spielzug des SCBS nach wunderbarer Vorlage von Tomislav Ivanovic zum 1:1 gegen Kohfidisch ab. Am Ende machte der Treffer die Heimischen aber nicht wirklich glücklich. Bad Sauerbrunn verlor am Ende mit 1:2 und musste gleichzeitig die Tabellenführung an Klingenbach abgeben.

Halbturn glänzte viermal mit einer weiße Weste

Halbturn. Zehn Runden sind in der Burgenlandliga absolviert – und bereits viermal blieb der USV Halbturn ohne Gegentreffer. Großen Anteil daran hat Torhüter Rene Summer, der vor allem bei den jüngsten beiden 1:0-Siegen gegen Lackenbach und St. Margarethen mit sensationellen Paraden glänzte. Rechnet man den 6:0-Cuperfolg gegen Purbach hinzu, hielten die Halbturner in dieser Saison sogar schon fünfmal in einem Bewerbsspiel die Null.

Kevin Strohmeyers
Herbst ist vorbei

Edelserpentin. In den letzten Wochen stellte sich Kevin Strohmeyer trotz einer Schambeinverletzung in den Dienst seiner Mannschaft, zeigte starke Leistung. Gegen Neusiedl am See waren die Schmerzen jetzt aber doch zu stark, er musste vom Platz. „Und wird im Herbst auch nicht mehr spielen“, so Trainer Michael Horvath. „Ohnehin unglaublich, was er die letzten Wochen geleistet hat.“

Ein kurioser Wechsel
sorgte für Schmunzeln

SK Pama. Für ein kurioses Detail sorgte der SK Pama beim 5:3-Auswärtssieg in Lackenbach. Gegen Ende der Partie wurde Sebastian Toth ausgewechselt – und für ihn kam Sebastian Roth ins Spiel. Ein Namenswechsel, bei dem man schon zweimal hinschauen musste. Wollten die Pamaner damit etwa den Gegner verwirren? „Nein, das war purer Zufall“, schmunzelte David Pototschnig auf Nachfrage.

Kohfidisch wieder einmal der Riesentöter

Kohfidisch. Die Kohfidischer haben ihrem Namen als Riesentöter wieder einmal alle Ehre gemacht und Leader Sauerbrunn geschlagen. Bereits in der vergangenen Saison besiegte Kohfidisch Leithaprodersdorf auf eigener Anlage und war zudem das einzige Team, das Meister MSV bezwingen konnte.

Tadic und Zapfel
kommen auf Touren

Pinkafeld. Aufsteiger SC Pinkafeld ist im Flow und gewann jetzt auch in Rust. Die Torjäger Dario Tadic und Lukas Zapfel kommen immer besser auf Touren, gemeinsam halten die beiden jetzt bei 13 Toren - letztes Jahr war es 70.

Vom Edeljoker
zum Startelfspieler

Neusiedl/See. Neunmal eingewechselt, beim zehnten Mal endlich von Beginn an dabei: Für Fabian Frank gab es beim 2:2 gegen Edelserpentin eine Premiere. Der 20-jährige Stürmer des SC Neusiedl kam in allen bisherigen zehn Meisterschaftsspielen zum Einsatz, musste sich aber neunmal zunächst mit der Jokerrolle begnügen. Nun durfte er erstmals von Beginn an ran – und machte seine Sache gut, wie Medienbeauftragter Lukas Stranz bestätigte.

Hoffnung auf den
Neudorfer Antreiber

Neudorf/Parndorf Juniors. Im Heimspiel gegen Eberau hoffen die Juniors auf die Rückkehr einer ganz wichtigen Stütze: Peter Thüringer soll nach seiner Verletzungspause endlich wieder mit von der Partie sein. Der Mittelfeldspieler gilt als einer der wichtigsten Antreiber der Mannschaft und übernimmt auch abseits seiner spielerischen Qualitäten Verantwortung. Da Kapitän Jan Reiter weiterhin verletzt fehlt, ist Thüringer zugleich als Ersatzkapitän eine wichtige Führungsfigur. Seine Rückkehr könnte im Kampf um den ersten Sieg nach fünf sieglosen Partien zum entscheidenden Faktor werden.

Mit guten Erinnerungen nach Neudorf/Parndorf

Eberau. Für Eberau heißt die Realtiät in der Burgenland Energie Landesliga derzeit Abstiegskampf. Am Sonntag geht es zum heißen Duell nach Neudorf/Parndorf, wo zwei Teams mit gleich vielen Punkten (je 9) aufeinandertreffen. Die Eberauer haben gute Erinnerungen an das letzte Auswärtsspiel bei den Juniors, als man 3:0 siegte. Auch diese Partie fand an einem Sonntag statt - ein gutes Omen.

Spitzentanz in Wien: Ein Titel-Duell im Voga

Leithaprodersdorf. Nach dem Spiel gegen Neudorf war die Stimmung nicht nur wegen des 4:0-Erfolgs sehr gut. Der Titelanwärter hat erstmals in dieser Saison auch daheim eine souveräne Leistung geboten. Und so feierte es sich am Tag danach auch leichter beim zweiten Teil der Einstandsfeier der neuen Spieler. Dafür fuhren die Kicker nach Wien in die angesagte Location in den Volksgarten. Diese Idee hatten auch die Spieler von Titel-Mitanwärter Bad Sauerbrunn. Also hieß es scherzhaft: „Der Titel wird im Voga entschieden.“

Ein Hoffnungsschimmer
in der Reserve

Sankt Margarethen. Nach der Niederlage in Halbturn rauschten die Spieler und Trainer Franz Lederer schnell ab. Dabei war nicht alles so schlecht im Seewinkel. Die Reserve gewann 3:1. Dabei spielte erstmals seit seiner langen Verletzungspause wieder Igor Bosnjak. Und der 29-jährige Mittelfeldspieler unterstrich seine Spielfitness gleich mit zwei Treffern. Das dritte Tor erzielte Tobias Schindler. Auch der Youngster und Eigenbauspieler hatte sich diese Saison lange mit Verletzungsproblemen herumgeschlagen.

Ein Heimdoppel gegen Parndorf am Plan

Rust. Nach Heimsiegen gegen Halbturn und Lackenbach gab es am Sonntag einen Rückschlag gegen Pinkafeld. Das nächste Heimspiel findet am 24. Oktober gegen Neudorf statt. Am Montag ist dann Nationalfeiertag und Rust tritt dann im BFV-Cup nur zwei Tage nach dem Spiel nicht gegen die Juniors der Parndorfer an, sondern gegen die Einser-Auswahl der Ostliga-Mannschaft. Für Trainer Özgür Nurlu wird diese Partie eine Herausforderung, denn die Verletzungssituation ist nicht die beste, zumal danach noch drei Ligapartien gegen Kohfidisch, Neusiedl und Oberpullendorf anstehen.

Die Auswärtsfestung geht in das zweite Derby

Klingenbach. In den fünf Auswärtsspielen in dieser Saison hat Klingenbach erst ein Gegentor kassiert, was in Pinkafeld auch die einzige Auswärtsniederlage bedeutet. Ganz anders daheim, da hat Klingenbach auch erst einmal verloren, aber schon zehn Gegentore kassiert. Im bislang einzigen Eisenstädter Bezirksderby hat man daheim gegen Rust schon 3:0 geführt und danach noch zwei Gegentreffer zugelassen. St. Margarethen hat daheim noch nicht verloren und erst drei Tore kassiert.

Er war einmal mehr der Fels in der Halbturner Brandung: Tormann Rene Summer (l.) hielt den 1:0-Sieg gegen St. Margarethen fest.Götzinger

Er war einmal mehr der Fels in der Halbturner Brandung: Tormann Rene Summer (l.) hielt den 1:0-Sieg gegen St. Margarethen fest.Götzinger

© Johannes Götzinger

Was für eine Serie! Halbturn jubelte über das 1:0 zuhause gegen Sankt Margarethen. Für die Herglotz-Elf war es schon das vierte Zu-Null-Spiel in dieser Saison. Großen Anteil daran hat Goalie Rene Summer (links vorne).

Was für eine Serie! Halbturn jubelte über das 1:0 zuhause gegen Sankt Margarethen. Für die Herglotz-Elf war es schon das vierte Zu-Null-Spiel in dieser Saison. Großen Anteil daran hat Goalie Rene Summer (links vorne).

© privat

Julian Binder (r.) und Kohfidisch stießen Manuel Baumgartner und Bad Sauerbrunn mit einem 2:1 von der Tabellenspitze.

Julian Binder (r.) und Kohfidisch stießen Manuel Baumgartner und Bad Sauerbrunn mit einem 2:1 von der Tabellenspitze.

© Martin Ivansich