Zwischen Zug und Schule: Wenn es eng wird am Bahnsteig
ÖBB klären auf
Die ÖBB wollen Jugendliche für Gefahren rund um Bahnanlagen sensibilisieren. Am 25. September machte das Präventionsprogramm „Sicherheit macht Schule“ an der Sportmittelschule Neusiedl am See Station.
Im Rahmen eines ÖBB-Präventionsprojektes wurden die Schülerinnen und Schüler der Sportmittelschule Neusiedl am See über sicheres Verhalten im Bereich des Bahngeländes informiert.
© Birgit Böhm-Ritter
Morgens wird es am Bahnhof Bad Neusiedl am See beim Schulzentrum eng: Mehrere Züge treffen ein, Schülerinnen und Schüler strömen auf den vollen Bahnsteig und verteilen sich anschließend in unterschiedliche Richtungen zu ihren Schulen. Gerade in diesem Gedränge spielt Sicherheit eine wichtige Rolle. Die ÖBB informierten deshalb über korrektes Verhalten im Bahnbereich.
Gefahren im Bahnbereich
Wie verhalte ich mich am Bahnsteig richtig? Warum dürfen Gleise niemals als Abkürzung dienen? Und welche Risiken gehen von Oberleitungen aus? Diese und weitere Fragen standen beim Vortrag des Präventionsprogramms „Sicherheit macht Schule“ im Mittelpunkt.
Besprochen wurden Situationen, die zu schweren Unfällen führen können. Dazu zählen das unerlaubte Queren von Gleisen, das Überschreiten der Sicherheitslinie am Bahnsteig und riskantes Verhalten an Eisenbahnkreuzungen. Auch abgestellte Waggons können gefährlich werden: Wer darauf klettert, kann in die Nähe stromführender Oberleitungen gelangen.
Karin Kroneder, Leiterin Sicherheit und Qualität der ÖBB-Infrastruktur AG, informierte die Schülerinnen und Schüler, welche Situationen, zu schweren Unfällen führen können.
© Lukas Leonte
„Viele Jugendliche unterschätzen die Gefahren im Bahnbereich. Besonders die langen Bremswege von Zügen oder die Risiken durch Starkstrom-Oberleitungen werden oftmals falsch eingeschätzt. Mit unseren Vorträgen schaffen wir Bewusstsein und zeigen anhand konkreter Beispiele, wie man sich richtig verhält und gefährliche Situationen vermieden werden können“, sagt Karin Kroneder, Leiterin Sicherheit und Qualität der ÖBB-Infrastruktur AG.
Bahn gehört zum Schulweg
Für die Sportmittelschule hat das Thema auch im Alltag eine besondere Bedeutung. „Unsere Schule hat eine sehr gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Ein Großteil der Kinder bewältigt den Schulweg mit der Bahn. Als Schule in einem Schulzentrum teilen sie dieses Verkehrsmittel mit rund 3.000 Schüler unterschiedlicher Altersgruppen“, erklärt Direktorin Margit Luisser.
© Birgit Böhm-Ritter
Auch Ablenkung durch elektronische Unterhaltungsmedien könne das Verhalten im Straßenverkehr beeinflussen, so Luisser. Bahnhöfe sollten zudem als öffentliche Plätze und nicht als Spiel- oder Vergnügungsorte wahrgenommen werden. „Somit sind wir sehr dankbar, dass sich die ÖBB dieses wichtigen Themas annimmt und mit Schüler hier ganz gezielt im Rahmen eins Sicherheitsvortrags zu diesen Inhalten arbeitet.“
Dass Prävention im Bahnbereich nicht erst nach einem Unfall beginnen soll, betont Kroneder auch mit Blick auf das Burgenland. Das Interesse an den Sicherheitsvorträgen sei österreichweit groß, im Burgenland sei die Nachfrage allerdings am geringsten. Im vergangenen Schuljahr hätten lediglich vier Schulen den Vortrag gebucht. „Es muss nicht zuerst einen Vorfall geben, um tätig zu werden. Wir arbeiten präventiv und wollen, dass es gar nicht erst zu brenzligen Situationen kommt“, sagt Kroneder.
„Mit dieser Initiative stärkt die ÖBB, mit der Bildungsdirektion und den Schulen, das Bewusstsein dafür, Gefahren zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten. Leichtsinn und eine zweckfremde Benützung der Einrichtungen können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und haben daher am Bahnhof nichts verloren“, betont auch Landesrätin Daniela Winkler.
Teilnehmende Schulen können gewinnen
Österreichweit erreichten die ÖBB mit „Sicherheit macht Schule“ im Schuljahr 2025/26 rund 14.200 Schülerinnen und Schüler an 161 Schulen. Rund 80 ÖBB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter engagieren sich als Sicherheitsbotschafter und vermitteln ihr Wissen direkt an Schulen.
In diesem Schuljahr begleitet die ÖBB-Infrastruktur das Programm mit einer österreichweiten Aktion. Unter den teilnehmenden Schulen werden drei ÖBB-Reisegutscheine im Wert von jeweils 1.000 Euro verlost.
Weitere Infos: Sicherheit macht Schule
- Gleise dürfen weder als Abkürzung genutzt noch überschritten werden.
- Am Bahnsteig gilt es, hinter der Sicherheitslinie zu warten.
- Eisenbahnkreuzungen dürfen nur bei freier und sicherer Überfahrt gequert werden.
- Zu Oberleitungen und Bahnstromanlagen ist Abstand zu halten.
- Mutproben und das Anfertigen von Social-Media-Fotos haben auf Bahnanlagen ebenfalls nichts verloren.