Mehr Bahn nach Nordosten: Ausbau zwischen Parndorf und Kittsee geplant
Absichtserklärung
Österreich und die Slowakei wollen ihre grenzüberschreitenden Bahnverbindungen weiter ausbauen. Im Fokus stehen dichtere Verbindungen zwischen Wien und Bratislava sowie neue Direktanbindungen an den Flughafen Wien. Für den Bezirk Neusiedl am See ist vor allem der geplante zweigleisige Ausbau zwischen Parndorf und der Staatsgrenze bei Kittsee von Bedeutung.
Moderner grenzüberschreitender Schienenverkehr soll Österreich und die Slowakei zusammenrücken lassen.
© ÖBB, Stadler
Am 24. Februar traf der österreichische Verkehrsminister Peter Hanke in Wien mit seinem slowakischen Amtskollegen Jozef Ráž zusammen. Im Zentrum des Arbeitsgesprächs stand die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur.
Beide Minister unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau und der Modernisierung der Bahnverbindungen zwischen Österreich und der Slowakei. Ziel sei es, die Anbindung in das jeweilige Nachbarland weiter zu verbessern.
Hanke erklärte: „Die Bahn ist das Rückgrat einer nachhaltigen und leistungsfähigen Mobilität in Europa. Mit der heutigen Absichtserklärung setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt für schnellere, dichtere und zuverlässigere Verbindungen zwischen Österreich und der Slowakei. Unser Ziel ist ein moderner, grenzüberschreitender Schienenverkehr, der den Menschen konkrete Vorteile bringt und zugleich den Wirtschaftsstandort stärkt. Die enge Partnerschaft mit der Slowakei ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.“
Für den Bezirk Neusiedl am See besonders relevant ist der angekündigte zweigleisige Ausbau zwischen Parndorf und der Staatsgrenze bei Kittsee. Damit würde die bestehende Strecke leistungsfähiger und stabiler im Betrieb. Auf slowakischer Seite gibt es langfristige Überlegungen für einen zweigleisigen Ausbau zwischen Bratislava Petržalka und der Staatsgrenze bei Kittsee.
Ein weiterer zentraler Baustein ist der geplante Bau einer neuen Bahnstrecke vom Flughafen Wien nach Bruck an der Leitha, der sogenannte „Airport Link“. Diese Verbindung soll den Flughafen direkt in das bestehende Bahnnetz Richtung Osten einbinden. In Kombination mit dem Ausbau zwischen Parndorf und Kittsee könnten künftig direkte Bahnverbindungen vom Flughafen Wien nach Bratislava Petržalka und darüber hinaus möglich werden.
Vorgesehen ist außerdem die durchgehende Ausrüstung der Strecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS. ETCS steht für „European Train Control System“. Es handelt sich um ein einheitliches europäisches Zugbeeinflussungssystem, das die Sicherheit erhöht und einen effizienteren grenzüberschreitenden Verkehr ermöglicht.
Bereits abgeschlossen ist die Elektrifizierung und Modernisierung der Strecke Wien–Marchegg im Jahr 2025. Darauf aufbauend soll ab 2026 eine stündliche Verbindung über den gesamten Tag zwischen Wien und Bratislava angeboten werden. Damit soll das Angebot für Pendlerinnen und Pendler, Studierende sowie Reisende verlässlicher werden.
Darüber hinaus bekennen sich beide Länder zur Unterstützung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs im Rahmen europäischer Zielsetzungen. In Österreich ist vorgesehen, die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Wien–Marchegg künftig auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde anzuheben.