Abwasserverband Bruck-Neusiedl: Neues Pumpwerk soll Entsorgung sichern

Abwasser

Was geschieht mit dem Wasser nach der Klospülung, nach dem Abwasch oder nach dem Duschen? In Neusiedl am See legt es einen langen Weg zurück: Über Kanäle und Pumpwerke gelangt es schließlich in die Kläranlage nach Bruck an der Leitha. Damit dieses System zuverlässig funktioniert, hat der Abwasserverband Großraum Bruck an der Leitha – Neusiedl am See (AVBN) nun den Bau eines weiteren Pumpwerks gestartet.

Baustelle. Das neue Zwischenpumpwerk ND5 soll bis Dezember fertiggestellt werden.

Baustelle. Das neue Zwischenpumpwerk ND5 soll bis Dezember fertiggestellt werden.

© Birgit Böhm-Ritter

Spatenstich für Pumpwerk ND5

Am Dienstagvormittag setzten Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Land und Verband den Spatenstich für das Zwischenpumpwerk ND5 in Neusiedl am See. Es soll die Pumpwerke ND1 und ND3 entlasten, den Energieverbrauch senken und die Betriebssicherheit erhöhen. Rund 1,8 Millionen Euro werden investiert.

Abwasserverband Bruck-Neusiedl: Neues Pumpwerk soll Entsorgung sichern

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Direkt an der B50 zwischen Kreisverkehr McDonalds und Kreisverkehr Alte Maut (in der Nähe der Haniftalbrücke) wird an der Baustelle seit einigen Wochen bereits fleißig gearbeitet. „Mit dem Zwischenpumpwerk ND5 schaffen wir nicht nur neue hydraulische Kapazitäten, sondern auch Leistungsreserven für Neusiedl und Weiden – ein zukunftsweisender Schritt für eine sichere und wirtschaftliche Abwasserentsorgung im gesamten Verbandsgebiet“, erklärte AVBN-Geschäftsführerin Heike Reiterits.

Jedes Jahr 10 Millionen Kubikmeter Abwasser

Brucks Bürgermeister Gerhard Weill nutzte den Spatenstich um einen Blick auf die Entwicklung des Verbandes zu werfen, dem er als Obmann vosteht: „Der Abwasserverband Großraum Bruck an der Leitha – Neusiedl am See wurde im Jahr 1993 gegründet. Nach einer einjährigen Planungsphase wurde im Jahr 1994 mit dem Bau der Kläranlage, und der in weiterer Folge mit der Errichtung der Transportkanäle begonnen. Im Jahr 1997 konnten die ersten Abwässer zur Reinigung übernommen werden.“

Abwasserverband Bruck-Neusiedl: Neues Pumpwerk soll Entsorgung sichern

© Birgit Böhm-Ritter

Heute betreiben 22 Gemeinden – 13 aus Niederösterreich und neun aus dem Burgenland – eine Kläranlage in Bruck an der Leitha, die auf 190.000 Einwohnerwerte ausgelegt ist. Zehn Millionen Kubikmeter Abwasser werden jährlich über ein 175 Kilometer langes Kanalnetz dorthin transportiert, gereinigt und in die Leitha eingeleitet.

Detail am Rande: Immer wieder wird die Frage gestellt, warum das gereinigte Wasser nicht in den Neusiedler See geleitet wird, der unter starken Schwankungen des Wasserstands leidet. Laut Reiterits würde das jährlich lediglich rund zwei Zentimeter Pegelsteigerung bewirken.

Vorteile des neuen Pumpwerks

In der pannonischen Tiefebene sind zahlreiche Pumpwerke notwendig, um das Abwasser über weite Strecken zu bewegen. Derzeit sind 50 Anlagen in Betrieb, nun kommt mit ND5 in Neusiedl am See eine weitere dazu.

Das neue Pumpwerk soll laut AVBN durch moderne Technik Energie sparen, Betriebskosten senken und die Lebensdauer der Anlagen verlängern. Ein Umbau bestehender Leitungen ist nicht erforderlich. Trotz der zusätzlichen Investition rechnet der Verband mit einer raschen Amortisation.

Abwasserverband Bruck-Neusiedl: Neues Pumpwerk soll Entsorgung sichern

© Birgit Böhm-Ritter

Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm sprach von einer „guten Zusammenarbeit im Verband für die Menschen der Region – über Parteigrenzen hinaus“ und lobte das „zukunftsorientierte Arbeiten“. Landesrätin Daniela Winkler erinnerte daran, dass ein funktionierendes Abwassersystem nicht selbstverständlich sei. „Damit das System weiterhin reibungslos funktioniert, hat es eine große Bedeutung, wenn in diesem Bereich investiert wird. Der Abwasserverband setzt damit ein klares Signal für Verantwortung, für nachhaltige Daseinsvorsorge und für regionale Zusammenarbeit.“