AC/DC: Ein Leben für die „Göttlichen“

Rock 'n' Roll

Peter Mayerhofer hat sich dem Rock 'n' Roll verschrieben, genauer der australischen Band AC/DC. Seit 45 Jahren begleitet ihn die Band täglich durch sein Leben.

Peter Mayerhofer präsentiert seine umfangreiche Sammlung einer Band, die sein Leben bedeutet.

Peter Mayerhofer präsentiert seine umfangreiche Sammlung einer Band, die sein Leben bedeutet.

© Klaus Zwinger

„Ich bin bereit!“, ruft Peter Mayerhofer von Weitem durch den Garten und deutet freudig auf sein „50 Years AC/DC“ T-Shirt - nicht, dass er in den letzten 35 Jahren in seiner Freizeit jemals etwas anderes als AC/DC T-Shirts getragen hätte. Er führt durch den Garten, die Hutablage hinter der Heckscheibe seines Autos bestückt mit fünf AC/DC Baseballmützen, AC/DC-Anhängervorrichtung und dem obligatorischen „ACDC“ im Kennzeichen, hinunter in einen Raum in seinem Keller, wo sich all seine über Jahrzehnte gesammelten Schätze des Rock 'n' Roll befinden.

„Da habe ich mir gedacht, 'das Lied gefällt mir'“

Den Kaffee reicht seine Frau Susanne selbstverständlich in AC/DC-Tassen. Sie ist es auch, die das Ausmaß von Peters Leidenschaft während des Gesprächs hin und wieder ins rechte Licht rückt. Denn schon bei der Frage nach dem ersten Kontakt mit der Band zeigt sich, dass der gebürtige Wiener eher zum Understatement neigt:

„Der erste Kontakt mit AC/DC war 1979 im Urban-Loritz-Park, als ich 'Highway to Hell' auf einem Kassettenrekorder gehört habe. Da habe ich mir gedacht 'das Lied gefällt mir'“. In der Folge sammelte der damals elfjährige Mayerhofer jeden Schnipsel, den er irgendwie von den australischen Rock-Ikonen erhaschen konnte. Aus dieser Zeit stammt auch die Stickerei von ihm, auf der der Name des frühzeitig verstorbenen Sängers der Band Bon Scott mit einem Kreuz daneben und darunter „AC/DC FOREVER“ zu lesen ist.

Heute hat er auf dem rechten Arm prominent sein Gesicht mitsamt Todestag tätowiert. Außerdem zieren neun weitere AC/DC-Tattoos teils großflächig seinen Körper. Am imposantesten ist dabei wohl das Abbild von Angus Young auf seinem Rücken, um den herum die Konzerttermine verewigt sind, denen Peter bislang persönlich beiwohnen konnte.

AC/DC: Ein Leben für die „Göttlichen“

© Klaus Zwinger

„Love Hungry Man“ am Urban-Loritz-Platz

Laut seiner Frau Susi kommunizierte der eher zurückhaltende Peter schon immer über die Musik. Als einmal ein Streit zwischen den beiden in gegenüberliegenden Wohngebäuden lebenden Teenagern entbrannte, nahm er seine großen Boxen und spielte als Versöhnungsangebot AC/DC's „Love Hungry Man“ in voller Lautstärke aus dem Fenster. Zu dem Unmut mancher Anrainer meint der heute 56-Jährige nur trocken „Das hat ihnen nicht geschadet.“

Ob Mayerhofer selbst jemals auf die Idee gekommen ist, sich eine Gibson SG samt Marshall Full Stack zu kaufen und wie Angus Young in die Saiten zu hauen? „Nein. Den Göttlichen kann ich nicht nachmachen.“

Letzte Chance, die Ikonen noch einmal zu erleben

Auch er rechnet damit, dass es womöglich die letzte Gelegenheit sein könnte, die Gruppe noch einmal live zu erleben. Denn das letzte verbleibende Gründungsmitglied ist Leadgitarrist Angus Young, und der langjährige Sänger Brian Johnson hatte schon in der Vergangenheit mit Gehörproblemen zu kämpfen.

Das ist auch der Grund, weshalb er sich die „Göttlichen“ auf dieser Tour gleich dreimal zu Gemüte führt. Am 23. Juni im Wiener Ernst Happel Stadion, am 13. Juli im deutschen Hockenheim und schließlich am 21. Juli in Bratislava.

AC/DC: Ein Leben für die „Göttlichen“

© Klaus Zwinger

Wien, Bratislava und mit etwas gutem Willen auch Hockenheim sind ganz gut mit dem Auto zu erreichen, und das ist auch essenziell - Peter steigt nämlich in kein Flugzeug. Die einzige Instanz, in der er je ein Flugzeug bestiegen hat war, als er einmal über das Gewinnspiel eines Radiosenders einen Trip inklusive Backstagepass für ein AC/DC-Konzert in Berlin direkt am darauffolgenden Tag gewonnen hat. Die Entscheidung war keine leichte, aber schließlich musste er die einmalige Gelegenheit doch beim Schopf packen. Denn dann hieß es, wie es in den kommenden Monaten vielleicht zum letzten Male heißt: „For Those About to Rock, We Salute You!“