Tag 3 am Nova Rock: Wilde Shows und friedliche Fans

Action auf den Bühnen

Härte, Hitze, etwas Regen und ein Schuss Glamrock - wieder alles dabei an Tag drei: vom Frühschoppen mit der Nickelsdorfer Böhmischen bis zur bombastischen Show von Iron Maiden. Das war auf den Bühnen los!

Auch das Maskottchen „Eddie“ ließ sich bei Iron Maiden auf der Bühne blicken.

Auch das Maskottchen „Eddie“ ließ sich bei Iron Maiden auf der Bühne blicken.

© Klaus Zwinger

DIe Nickelsdorfer Böhmische war das erste Highlight des dritten Nova-Tages, beim Frühschoppen zu Mittag feierten die Fans ausgelassen. Ein kurzer Regenguss tat der Stimmung keinen Abbruch (auch wenn der Auftritt abgebrochen werden musste). Die Fans waren gestärkt für einen weiteren ereignisreichen Festival-Tag!

Es folgte Sonnenschein auf den Pannonia Fields, und dazu das gewohnt dichte Konzertprogramm. Auf ihrer Abschiedstournee haben sich Sepultura, gegründet 1984 in Brasilien, ein Gastspiel im Burgenland nicht entgehen lassen. An Druck und Härte hat es ihnen dabei nicht gemangelt.

The Rasmus freuten sich über die tolle Stimmung bei ihrem Auftritt. Alter Bridge begeisterten Freunde des melodischen Hardrocks, Madsen jene, die deutschen Indie-Rock bevorzugen. Eine wunderbare Prise Glam streuten Palaye Royale auf der Red Bull Stage ein, wo auch die Wiener Gruppe Frevd ihr allererstes Konzert spielte.

Die deutsche Band Kanonenfieber, die sich selbst als „Anti-Kriegs-Metal“ bezeichnet, baute danach die Blue Stage zum Schlachtfeld um. Mit ihrem Erste-Weltkrieg-Konzept, gepaart mit harten Riffs und Reenactments der martialischen Sorte in angedeuteten Uniformen mit preußischem Helm, wusste man auch zu verstören.

Iron Maiden krönten den dritten Tag mit ihrer bombastischen Show. Mit Songs wie „The Trooper“ und „Aces High“ sowie Fliegerangriff auf der Videowall gab es wieder Kriegsmetaphorik. Im Gegenzug ging es im Publikum ausgesprochen friedlich zu. Die Fans feierten weiter und zeigten nach Kälte, Regen und Hitze Ausdauer.

Iron Maiden waren mit einem Koffer voller Hits aus ihrer goldenen Zeit angereist. Der Bogen spannte sich von Krachern der ersten Alben („Wrathchild“), über das Metal-Meisterwerk „The Number Of The Beast“ bis zu den komplexen, langen Tracks „Rime Of The Ancient Mariner“ und „Seventh Son Of A Seventh Son“ mit atmosphärischen Instrumentalteilen. Sänger Bruce Dickinson zeigte sich großartig bei Stimme.

Die Gitarristen warfen einander die Soloparts behände zu. Maskottchen Eddie hatte auch seine Einsätze. Fans freuten sich über „Infinite Dreams“, das Maiden 38 Jahre lang nicht im Set hatten. „Wasted Years“ beendete ein unterhaltsames Metal-Musical mit perfektem Sound.

Die schwedische Power-Metal-Band Sabaton setzte auf der Red Stage den Schlussakkord des langen Festival-Tages: mit druckvollen Gitarrenparts, mächtigen Chören und eingängigen Power-Metal-Hymnen. Ein größter Teil der Lieder dreht sich (auch hier wieder) um militärhistorischen Themen. Die Schweden spielten ein Set durch ihre Schaffensphasen und lieferten, wie Iron Maiden, genau das, was ihre Fans erhofften.