14-Jähriger drohte seiner Mutter mit Messer
Aggressionen
Ein 14-jähriger Schüler richtete ein Küchen- und ein Stanleymesser auf seine Mutter. Jetzt stand der Jugendliche vor Gericht.
Der 14-Jährige erhielt vom Gericht die Chance, sein Verhalten zu verbessern.
© BVZ/Kirchmeir
Am 25. Jänner 2026 hatte der 14-Jährige seine Mutter zunächst in den „Schwitzkasten“ genommen und sie dann mit einem Küchenmesser sowie einem Stanleymesser bedroht. Am 25. März 2026 musste er sich wegen dieser aggressiven Handlungen am Landesgericht Eisenstadt vor der Jugendrichterin verantworten.
Damals im Jänner gab es in der Wohnung der Familie des 14-Jährigen Streit wegen der Internetnutzung des Schülers. „Meine Mutter wollte das WLAN abdrehen“, berichtete der Jugendliche vor Gericht. Das habe er verhindern wollen. Er habe ein Küchenmesser genommen und dieses „zehn bis zwanzig Zentimeter vor ihrem Bauch gehalten“.
Der Konflikt uferte danach weiter aus. Mit einem Stanleymesser in der Hand drohte der Jugendliche: „Wenn ich dich nicht jetzt absteche, werde ich es in der Nacht machen, das wirst du gar nicht mitbekommen.“
Damit habe er, so der Schüler vor Gericht, erreichen wollen, dass ihm seine Mutter bei den Vorbereitungen für ein Schulreferat hilft.
Jugendlicher musste zwei Monate in Einrichtung verbringen
Die Mutter rief die Polizei, der Jugendliche wurde zur Polizeiinspektion gebracht und musste zwei Monate in einer Einrichtung für Jugendliche verbringen.
Dort habe er, so der Angeklagte, Taktiken erlernt, wie er mit seinen Aggressionen besser umgehen könne. Er habe jetzt einen Boxsack, auf den er einschlage, wenn er wütend sei. Auch habe er sich bei seiner Mutter entschuldigt und versprochen, dass „es nicht mehr vorkommen wird“.
Sein junger Mandant habe es in früher Kindheit nicht leicht gehabt, so der Verteidiger. Die Eltern hatten sich getrennt, der Vater soll den Bub geschlagen haben. Möglicherweise habe der Jugendliche versucht, die Männerrolle in der Familie zu übernehmen, so der Verteidiger.
Mutter: „Er war wie ein anderer Mensch“
„Ich machte mir um ihn Sorgen, weil er in so einem Zustand war“, sagte die Mutter des Angeklagten. Der Sohn habe sie mit groben Worten beschimpft. „Er war wie ein anderer Mensch“, so die Mutter. Die Polizei habe sie gerufen, „weil ich nicht mehr wusste, wie es weitergehen soll“.
Der Jugendliche übernahm die Verantwortung für die Vorfälle und zeigte sich einsichtig. Er erhielt eine Diversion mit einer Probezeit von zwei Jahren. „Wir wollen dir die Chance geben, dein Verhalten zu verbessern und mit deinen Aggressionen besser umzugehen“, sagte die Jugendrichterin. Therapeutische und jugendpsychologische Angebote soll der Jugendliche weiterhin in Anspruch nehmen.