Oberwart: „Für die ASO braucht es endlich eine Lösung“
Allgemeine Sonderschule
Der BVZ-Artikel aus KW 07 „Sonderschule Oberwart sorgt für Gesprächsstoff“, sorgt weiter für rege Diskussionen. Mit rund 40 Schüler:innen aus der Region hat die Schule ihre Platzkapazitäten erreicht. Unterrichtet wird auch in einem Container, der 2013 aufgestellt wurde und das sorgt für Unmut.
Dieser Container ist der Stein des Anstoßes in der ASO in Oberwart.
© Bertie Unger
„Hier von einer Containerschule zu sprechen, ist weit her geholt. Wir sprechen von 100 Quadratmetern in einem 1.200 Quadtratmeter großen Komplex“, sagte Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner schon in der Vorwoche. „Wir machen alles, was notwendig ist. Die Container sind in einem gut ausgebauten Zustand. Wenn es um Adaptierungen geht, machen wir das immer, aber jetzt neu zu investieren, wäre nicht richtig. Ich persönlich habe noch nie eine negative Rückmeldung von Eltern bekommen“, sagte der Stadtchef.
Betroffene Mutter sieht die Situation ganz anders
Andrea Badas, eine betroffene Mutter, findet den aktuellen Status absolut nicht zufriedenstellend. „Ich habe immer den Kontakt zum Bürgermeister gesucht, weil nach dem Schulgesetz Container maximal zwei Jahre stehen dürfen. Da wird die Frist dafür immer nur verlängert und jetzt wird ein Campus gebaut. Warum wird da nicht ein Prestigeprojekt gemacht, indem man die ASO im Campus unterbringt. Das wäre eine einmalige Chance“, sagt Andrea Badas.
„Bei der ASO gilt es 1.200 Quadratmeter zu verbauen und das kostet enorm viel Geld. Da würden die Baukosten für den Campus um drei Millionen Euro steigen, das ist natürlich eine Kostenfrage“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. „Wir müssen sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig agieren. Es gibt im ganzen Land nicht viele derartige Schulen, die besser ausgestattet sind“, sagt der Stadtchef.
Zukunftsorientierte Lösung gefordert
„Es braucht eine zukunftsträchtige Planung, die auf die jeweilige Situation der Kinder abgestimmt ist“, kontert Andrea Badas. „Da braucht es viel mehr Bemühungen, denn das ist ein ganz sensiblen Thema. Pro Kind braucht es eine 1:1 Betreuung. Das muss Thema werden. Kinder mit besonderen Bedürfnissen brauchen mehr Platz und mehr Räume“, so die betroffene Mutter. „Ein Neubau wäre die Lösung, oder man schaut, dass die Berufsschule rasch adaptiert und an den Bedürfnissen der Kinder angelehnt werden kann“, sagt Badas.
„Die Aussage, das Gebäude der Berufsschule zu nutzen, wenn die irgendwann nach Pinkafeld wechselt, ist wenig aussagekräftig, denn die muss man ja auch adaptieren. Ich verstehe nicht, warum die ASO nicht in den neuen Campus rein kommt. Andrea Badas, betroffene Mutter.
Badas bekrittelt auch den Zustand der Container: „Es gibt soviel ich weiß zwei Gutachten die gemacht wurden, das eine ist negativ ausgefallen, das andere positiv. Da ist Schimmel an den Wänden, die Fenster gehören saniert. Der aktuelle Status ist nicht zufriedenstellend. Es kommt immer drauf an, welche Standards man sich selbst setzt.“

© Norbert Husbauer
„Wir bemühen uns Kinder zeitgemäß zu betreuen. Ich verstehe diese Kritik nicht“, wehrt sich Georg Rosner. „Eine Überdachung wie beim Notausgang gefordert, ist nicht sinnvoll. Schimmel ist keiner vorhanden, die Container sind in einem guten Zustand. Wir haben eine Begehung mit dem Qualitätsmanager gemacht, da waren wirklich nichts zu bemängeln. Das ist für mich oberste Prämisse“ so Rosner. „Und was die Berufsschule betrifft, weise ich noch einmal darauf hin, dass die Übersiedelung Landessache ist. Das zieht sich schon seit Jahren. Wir brauchen einen konkreten Zeitpunkt, ob und wann das passiert. Passiert es nicht, müssen wir uns was überlegen“, sagt Rosner.
„Ich war da eingebunden, weil eine Beschwerde im Raumstand. Wir sind dem nachgegangen und haben eine Begehung gemacht“, sagt Franz Jeschko, Schulqualitätsmanager Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik. „Da waren verschiedene Experten dabei, ein Mediziner, von der Gemeinde jemand, wir von der Bildungsdirektion. Es wurden kleinere Mängel festgestellt, aber nichts gravierendes. Schimmel war keiner zu sehen“, sagt Franz Jeschko. „Und auf diese Mängel haben wir reagiert“, sagt Georg Rosner. „Wenn da etwas zu machen ist, sind wir bemüht, das rasch umzusetzen“.