Gols: Neue Ärztin wird in „Erbschaft“ ordinieren

Allgemeinmedizin

In Gols ist die ärztliche Versorgung langfristig gesichert. Die Marktgemeinde konnte die Nachfolge für die zweite Kassenstelle fixieren: Dr. Andrea Zeke übernimmt die Ordination. Der Gemeinderat beschloss, die Praxis im Dr.-Jetel-Haus einzurichten.

Bürgermeister Kilian Brandstätter heißt die neue Allgemeinmedizinerin Andrea Zeke in Gols willkommen.

Bürgermeister Kilian Brandstätter heißt die neue Allgemeinmedizinerin Andrea Zeke in Gols willkommen.

© Gemeinde Gols

Nach monatelanger Suche eine Lösung gefunden

Noch im März dieses Jahres stand Gols erneut vor einer ungewissen Situation. Damals wechselte Allgemeinmediziner Dr. Martin Jancuska nach einem Jahr nach St. Andrä am Zicksee, womit die zweite Kassenstelle in der Gemeinde wieder unbesetzt war.

Bürgermeister Kilian Brandstätter machte damals deutlich, dass er die Nachfolge mit Nachdruck regeln wolle. Die Gemeinde setzte auf die Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Burgenland und knüpfte an frühere Kampagnen an, die bereits erfolgreich Ärztinnen und Ärzte nach Gols gebracht hatten. Nun steht fest: Dr. Andrea Zeke übernimmt die vakante Kassenstelle. „Die medizinische Versorgung in unserer Gemeinde ist ein zentrales Anliegen der Bevölkerung. In zahlreichen Gesprächen wurde mir immer wieder bestätigt, wie wichtig eine gute und verlässliche Betreuung durch Kassenärzte ist. Deshalb haben wir in den letzten Monaten intensiv daran gearbeitet, diese Nachbesetzung erfolgreich umzusetzen“, erklärt Brandstätter.

Das Erbe der Brüder Jetel

Die neue Ordination erhält ihren Standort im Dr.-Jetel-Haus, benannt nach den tschechischen Brüdern Georg und Radim Jetel, die als Ärzte ein überraschendes Erbe der Marktgemeinde vermachten. 2012 erfuhr die Gemeinde von der Hinterlassenschaft: Zwei Eigentumswohnungen in Wien, ein Haus und ein Grundstück in Schweden, Sparguthaben von 330.000 Euro, ein Auto, Schmuck und rund 100 Bilder. Die einzige erkennbare Verbindung der Brüder zu Gols war offenbar der Wein.

Das Dr.-Jetel-Haus entstand aus diesem Vermögen. Nun fließt das Erbe der beiden Mediziner direkt in die medizinische Infrastruktur der Gemeinde zurück. „Es ist schön zu sehen, dass dieses Haus, das den Jetel-Brüdern gewidmet ist, nun auch einen medizinischen Zweck erfüllt“, sagt Brandstätter.

Zuletzt wurde das Gebäude als Vereins- und Veranstaltungshaus genützt. Zwei Räume werden auch weiterhin für Vereine zur Verfügung stehen.