Burgenland: Arbeitslosigkeit steigt trotz Fachkräftemangel weiter an

AMS-Jahresbilanz

Das AMS Burgenland zieht eine ernüchternde Bilanz für das Jahr 2024. Trotz fortwährendem Fachkräftemangel hat sich die Arbeitslosigkeit deutlich erhöht.

AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl zog mit ihrer Stellvertrerin Karin Steiner Bilanz.

AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl zog mit ihrer Stellvertrerin Karin Steiner Bilanz.

© zVg AMS

Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl sieht die anhaltende Wirtschaftsflaute als Hauptursache. „Seit 20 Monaten steigen die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich“, erklärt Sengstbratl. Auch für 2025 prognostizieren Wirtschaftsexperten ein nur geringes Wachstum, begleitet von weiteren Herausforderungen am Arbeitsmarkt.

Im Jahr 2024 waren durchschnittlich 8.186 Menschen im Burgenland arbeitslos, ein Anstieg von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen waren Jugendliche unter 20 Jahren (+14 Prozent) und Menschen ausländischer Herkunft (+13 Prozent). Auch die Langzeitarbeitslosigkeit nahm um 7,4 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,8 Prozent.

Immerhin: Einige Branchen haben Beschäftigungsplus

Trotz der schwierigen Wirtschaftslage gab es in einigen Bereichen positive Entwicklungen. So wuchs die Beschäftigung im Gesundheitswesen um 563 Personen, im öffentlichen Dienst um 460 und im Tourismus um 221 Arbeitskräfte. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Warenherstellung (-593), der Bau (-420) und die sonstigen Dienstleistungen (-127) deutliche Rückgänge.

Insgesamt waren im Burgenland 112.769 Menschen beschäftigt, 82 Personen weniger als im Vorjahr (-0,1 %). Für 2025 rechnet das AMS mit einem leichten Beschäftigungsanstieg von 0,2 Prozent (rund 200 Arbeitsplätze). Gleichzeitig könnte die Arbeitslosigkeit um weitere 5,1 Prozent steigen. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich 7,1 Prozent erreichen.

Vermittlung als zentrales AMS-Instrument

Das AMS Burgenland hat im Jahr 2024 insgesamt 123.099 Vermittlungsvorschläge für offene Stellen ausgegeben. 14.037 arbeitslose Burgenländerinnen und Burgenländer fanden im letzten Jahr mit Unterstützung des AMS wieder einen Job.

„Trotz Rezession bleibt der Fachkräftemangel ein großes Thema“, so Karin Steiner, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland. Besonders im Gesundheitssektor und bei „Green Jobs“ sieht das AMS Potenzial. Die Fachkräfteoffensive förderte 2024 die Qualifizierung von über 2.700 Menschen.

Details

Die wichtigsten Zahlen im Überlick:

  • 8.186 Personen arbeitslos im Jahr 2024 (+6,9 % im Vergleich zu 2023)
  • Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 20 Jahren: +14 %
  • Arbeitslosigkeit bei Personen ausländischer Herkunft: +13 %
  • Langzeitarbeitslosigkeit: +7,4 %
  • Arbeitslosenquote: 6,8 % (+0,4 %-Punkte)
  • Schulungsteilnehmer_innen: 1.733 (+4,4 % gegenüber 2023)
  • Beschäftigte im Burgenland: 112.769 Personen (-0,1 % bzw. -82 Personen)
  • Über 11.000 Stellen wurden dem AMS Burgenland 2024 neu gemeldet
  • Fördermittel 2024: knapp 45 Mio. Euro
  • Fördermittel 2025: ca. 42 Mio. Euro
  • Vermittlungsvorschläge 2024: 123.099
  • 14.037 Arbeitslose fanden durch das AMS wieder einen Job
  • Prognose für 2025:+200 Beschäftigte (+0,2 %), Arbeitslosigkeit: +5,1 % (ca. 400 Personen mehr), Arbeitslosenquote: 7,1 %

Beschäftigungszuwächse:

  • Gesundheitswesen: +563 Personen
  • Öffentlicher Dienst: +460 Personen
  • Tourismus: +221 Personen

Beschäftigungsrückgänge:

  • Warenherstellung: -593 Personen
  • Bau: -420 Personen
  • Sonstige Dienstleistungen: -127 Personen