AK Oberwart erkämpft 5,6 Millionen Euro

Arbeiterkammer

Es sind Zahlen, die für sich sprechen. 8.661 Beratungen, 5,6 Millionen Euro erstrittene Ansprüche, hunderte Fälle, in denen Arbeitnehmer:innen Unterstützung brauchten. Doch hinter diesen Zahlen stehen konkrete Geschichten. Menschen, die ohne Hilfe nicht zu ihrem Recht gekommen wären.

AK-Präsident Gerhard Michalitsch und AK-Expertin Gabi Tremmel Yakali.

AK-Präsident Gerhard Michalitsch und AK-Expertin Gabi Tremmel Yakali.

© zVg AK

Die Expert:innen der Arbeiterkammer-Bezirksstelle in Oberwart sind ziemlich gefordert. Ob Arbeitsrecht, Sozialrecht, Insolvenzfragen oder Lohnsteuer – die Anliegen sind vielfältig. Oft geht es um existenzielle Fragen: um den Verlust des Arbeitsplatzes, um nicht bezahlte Überstunden oder um Gehälter, die nicht korrekt abgerechnet wurden.

„Für uns ist jeder Fall gleich wichtig, denn es geht um Gerechtigkeit für jedes einzelne Mitglied. Wie wichtig unsere Arbeit ist, zeigt der Anstieg des Streitwertes um mehr als eine Million Euro“, sagt AK-Regionalstellenleiter Christian Drobits.

Allein im Bereich Arbeits-, Sozial- und Insolvenzrecht wurden 8.411 Beratungen durchgeführt – schriftlich, telefonisch oder persönlich. In 114 Fällen konnten Lösungen außergerichtlich erzielt werden. Für die Betroffenen wurden dabei mehr als 532.000 Euro erwirkt. In weiteren 34 Fällen ging es vor Gericht, wo rund 224.000 Euro erstritten wurden.

Ein großer Teil der Arbeit entfällt auf das Sozialrecht. Dabei geht es vor allem um Pensionen und Pflegegeld. 491 Fälle wurden vor Gericht abgeschlossen, 89 davon positiv. Insgesamt erhielten die Betroffenen mehr als 4,5 Millionen Euro.

Auch bei der Arbeitnehmerveranlagung ist die Nachfrage hoch. 250 Beratungen führten zu Steuergutschriften von insgesamt rund 350.000 Euro. Besonders hoch fiel die Rückzahlung für eine Familie mit drei Kindern im Bezirk Oberwart aus – sie erhielt 7.963 Euro.

In Summe wurden für die Mitglieder im Bezirk Oberwart 5.624.111,91 Euro erstritten. Das sind um rund 1,1 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.

Dass sich hinter diesen Zahlen konkrete Lebenssituationen verbergen, zeigt ein Blick auf einzelne Fälle. Ein 61-jähriger Bauarbeiter konnte seinen Arbeitsplatz behalten, nachdem seine Kündigung nach Intervention von AK und Betriebsrat zurückgenommen wurde. In einem anderen Fall erhielt eine Arbeitnehmerin, die über Jahre unterentlohnt worden war, mehr als 14.000 Euro nachbezahlt.

„Es ist der 61-jährige Bauarbeiter, dessen Kündigung nach Intervention von AK und Betriebsrat wieder zurückgenommen werden musste, sodass er seinen Job behalten konnte. Oder Frau D., die jahrelang unterentlohnt wurde und der ihr Arbeitgeber dank der AK mehr als 14.000 Euro nachbezahlen musste. Wir kümmern uns um ihre Belange, denn wie die Bilanz zeigt: Unsere Mitglieder brauchen uns“, erklärt AK-Präsident Gerhard Michalitsch abschließend.