Weg zu weit: Kritik am AMS-Service in Jennersdorf

Arbeitsmarktservice

Die AMS Regionalstellen Stegersbach und Jennersdorf wurden mit Jahresbeginn zusammengelegt. Das Kundenbüro in der Hauptstraße in Jennersdorf ist an vier Tagen die Woche für Kunden geöffnet, aber zwei Bürgermeister des Bezirkes kritisieren hart und befürchten sogar den Todesstoß für das AMS Jennersdorf.

Für viele KundInnen ist der Weg nach Stegersbach zu weit. das ist Teil der Kritik.

Für viele KundInnen ist der Weg nach Stegersbach zu weit. das ist Teil der Kritik.

© AMS

Die SPÖ-Bezirksorganisation befürchtet, dass es zu einer Verschlechterung des Services im Bezirk kommen könnte. „Die aktuellen Änderungen im AMS-System, die einige Gemeindebürgerinnen und Bürger nun zu längeren Wegen zwingen, werden als problematisch bewertet“, sagten die SPÖ Jennersdorf-Chefs Fabio Halb und Mario Trinkl beim traditionellen Neujahrsbrunch.

„Die vier Beratungstage kommen, aber da werden nur zwei Mitarbeiter abgestellt. Die schaffen das Arbeitspensum des Bezirks nicht und deshalb werden KundInnen von Rohrbrunn bis Heiligenkreuz nach Stegersbach geladen und das ist der springende Punkt“, kritisiert Königsdorfs Bürgermeister Mario Trinkl.

„Das ist der Todesstoß für das AMS Jennersdorf und gleichzeitig ist das eine wesentliche Verschlechterung. Von Heiligenkreuz nach Jennersdorf sind es neun Kilometer, von Stegersbach ungleich weiter. So war das nie vereinbart“, sagt der Bürgermeister von Königsdorf. „Der Zusammenlegung wurde nur zugestimmt, da man zusicherte, dass es keine Verschlechterung gibt und das ist offenbar nicht der Fall. Wenn nun evaluiert wird, wie viele nach Jennersdorf kommen, erübrigt sich die Frage, wie sich Jennersdorf entwickelt. Ich sage das ganz laut. Das darf nicht passieren, was da geplant ist“, sagt Trinkl.

„Wir fordern die Sozialpartner auf, sich weiterhin für die Interessen der Region einzusetzen und mögliche Auswirkungen auf die Bevölkerung zu minimieren“, so Trinkl.

Auch Jennersdorfs Bürgermeister zeigt sich besorgt

„Die Sorge ist absolut berechtigt, uns wurde versprochen, dass sich nichts ändert, nur so haben wir zugestimmt“, sagt auch Jennersdorfs Bürgermeister Reinhard Deutsch. „Nach drei bis fünf Jahren soll es eine Evaluierung geben, aber wenn ich jetzt schon den Bezirk spalte und nach Stegersbach aussiedle, braucht man keine Matura, um zu erkennen was da beabsichtigt wird“, ärgert sich Reinhard Deutsch.

„Wir sind absolut unzufrieden und werden schauen ob und wie wir uns einigen können. Es ist unbeschreiblich einen Arbeitnehmer aus dem Lafnitztal nach Stegersbach zu zitieren“, so Deutsch. „Für Deutsch Kaltenbrunn macht das Sinn, aber für den restlichen Bezirk nicht. Wir Bürgermeister werden uns absprechen. So ist das unzumutbar. Das werden wir so nicht hinnehmen“, sagt Jennersdorfs Stadtchef.

„Es ist ja grundsätzlich so, dass Jennersdorf mit Stegersbach zusammengelegt wurde, weil eine mögliche Schließung der Geschäftsstelle Jennersdorf im Raum stand“, sagt die Leiterin des AMS Stegersbach Sonja Marth. „Es ist ein Personalproblem Jennersdorf die kleinste von 100 Geschäftsstellen und um alle Services zu bieten zu können, braucht es eine, gewisse Anzahl. Jennersdorf wurde jahrelang von allen anderen Geschäftsstellen gestützt und hätte das Service allein nicht mehr bieten können“, sagt Marth.

„Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag bieten wir nun Service in vollem Umfang. Wir spalten nicht, aber wir müssen schauen, wir können mit zwei Personen nicht servicieren“, sagt Marth. „Und: Wir sprechen von einem persönlichen Termin im Monat, oder in zwei Monaten. Jeder zweite Termin kann auch ein telefonischer Termin sein. Heiligenkreuz ist sicher grenzwertig, das weiß ich. Ich verstehe auch die Sorgen der Bürgermeister, aber bislang gab es von KundInnen nur ein Beschwerde. Wenn sich Personen aus Jennersdorf arbeitslos melden, dann vereinbaren wir gemeinsam wo wir den Termin machen“, sagt Sonja Marth.