Vergangenheit neu erleben im Freilichtmuseum Unterrabnitz
Archäologiedorf
Das Freilichtmuseum wurde vom Verein EXORATA wieder auf Vordermann gebracht und als Archäologiedorf neu eröffnet.
Archäokeramiker Friedrich Wagner, EXORATA-Obfrau Archäologin Manuela Thurner und Archäologe Wolfgang Lobisser (Universität Wien) freuten sich, dass das Freilichtmuseum neu eröffnet werden konnte.
© Michaela Grabner
Wie das Leben in einem frühmittelalterlichen Weiler (=einer Ansammlung von zwei bis zu sieben/ acht Bauernhöfen) wohl gewesen sein mag, davon konnte man sich am Wochenende in Unterrabnitz ein sehr anschauliches Bild machen. Denn nach einer zuletzt sehr ungewissen Zeit seit Auflösung des Vereins Freilichtmuseum Frühmittelalterdorf, das kurz vor dem Abriss stand, konnte dieses dank des Engagements des Vereins EXORATA nun wieder neu eröffnet werden.
Die Vereinsmitglieder haben die von einer Arbeitsgruppe für experimentielle Archäologie der Universität Wien Anfang der 2000er-Jahre auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Willi Heißenberger errichteten Gebäude saniert und wieder instandgesetzt. So sind im Freilichtmuseum ein Blockbau, ein Pfahlbau und zwei Grubenhäuser zu sehen. „Das entspricht in etwa zwei bäuerlichen Anwesen“, meint Archäologe Wolfgang Lobisser vom Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien, der schon beim Bau dabei gewesen ist und nun auch den Verein EXORATA aktiv unterstützt.
Das Freilichtmuseum will das Leben der bäuerlichen Bevölkerung, wie es zwischen 7. und 9. Jahrhundert gewesen sein muss, zeigen. „Die Gegend war nur dünn besiedelt. Nahezu alles, was man zum Leben brauchte, wurde selbst produziert außer Salz und Eisen, die hat man über fahrende Händler bezogen. Es gab eine Mischwirtschaft mit Wald, Vieh (Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen) und Getreidebau“, schildert Lobisser.
Am Wiedereröffnungswochende gab es Führungen durchs Freilichtmuseum, Schmiede- und Töpfervorführungen, Kampf- und Kampftechnikvorführungen, mittelalterlichen Tanz, Siegeln für Kinder und eine Hobbit-Eintopf-Verkostung.
Künftig wird das Freilichtmuseum grundsätzlich frei zugänglich sein. Führungen für Schulen und Gruppen sind gegen Voranmeldung möglich. Im August werden am 11. und 18. August zwei Kinderarchäologietage stattfinden. Außerdem ist die Abhaltung von historischen Handwerkskursen sowie Workshops für Kinder geplant. So wird es etwa am 25. Juli (9 bis 12 Uhr) einen Töpfer-Workshop für Kinder geben und am gleichen Tag von 13 bis 16 Uhr einen Kinderworkshop „Steinzeitausrüstung herstellen“.
Das Freilichtmuseum soll nämlich zu einem Archäologiedorf ausgebaut werden. Dazu kann EXORATA-Obfrau Manuela Thurner schon konkrete Pläne verraten. So soll nämlich am Wochenende von 13. bis 15. Juni ein keltischer Töpferofen nach einem Ausgrabungsbefund von Wiesen errichtet werden. Weiters ist der Bau eines frühmittelalterlichen Rennofens geplant, wie man ihn beim Bau des Oberpullendorfer Rathauses gefunden hat, sowie der einer Schmiede nach archäologischem Vorbild.