Bekommt Güssing nun ein Ärztezentrum?
Arztsuche
Die Suche nach einem dritten Kassenarzt geht in eine neue Runde. Die ÖVP will ein Primärversorgungszentrum und hat mit der alten Volksschule auch schon eine Idee für einen möglichen Standort. SPÖ-Bürgermeister Vinzenz Knor verfolgt nach eigenen Angaben den selben Plan und war mit dem zuständigen Landesrat schon vor Ort.
ÖVP-Vize Franz Fabian vor der alten Schule, die seine Fraktion als Standort für ein Ärztezentrum sieht.
© ÖVP
Zwei Ärzte für rund 3.600 Patient:innen sind zu wenig. Die Stadt Güssing hatte im 17. Anlauf eine dritte Allgemeinmedizinerin gefunden, doch die sagte in der Vorwoche völlig überraschend wieder ab. Und während es für die Stadtführung bei der Suche wieder zurück an den Start geht, macht die ÖVP Güssing mit einem Lösungsvorschlag aufmerksam. Vizebürgermeister Franz Fabian und Stadtparteiobmann Philip Krobath wollen ein Primärversorgungszentrum.
Alte Volksschule als möglicher Standort
„Nicht nur weil die Ärztin zurückzog, sondern auch wegen dem Alter der anderen Ärzte. Wenn man sich da nichts überlegt, spitzt sich das in den nächsten Jahren weiter zu.“, sagt Philip Krobath und hat auch schon einen möglichen Standort im Auge. „Wir könnten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wir könnten die Gesundheitsversorgung sicher stellen und hätten auch gleich ein Nachnutzungskonzept zur alten Volksschule“, erklärt Krobath. „Der neue Schulcampus geht im Herbst in betrieb und für das alte Gebäude gibt es kein Konzept. Die alte Schule hat viele Räumlichkeiten, viele Parkplätze, eine öffentliche Anbindung, einen Park dabei, es ist nah am Zentrum“, zählt Krobath einige Punkte auf. „Und beim Primärversorgungszentrum hätte man ebenfalls Vorteile für das gesamte Team. Man kann Arbeitszeiten einteilen, die wirtschaftliche Gesamtlast teilt sich auf mehrere Benutzer aus. Mit ÖGK und Ärztekammer gehört der mögliche Betreiber natürlich abgeklärt“, betont Krobath der in einer Aussendung auch gleich verschiedene medizinische Sparten im möglichen Primärversorgungszentrum vorschlägt.
Bürgermeister ist dem selben Plan auf der Spur
„Die ÖVP soll sich da keine Sorgen machen, wir haben das mit Landesrat Leonhard Schneemann schon besprochen. Das ist keine neue Idee der ÖVP, wir haben das schon auf der Agenda“, kontert Bürgermeister Vinzenz Knor. „Das ist ein alter Hut, der jetzt neu verkauft wird. Nichts Neues bringt der Mai“, lächelt Knor und geht auf Konfrontation. „Wir sind immer dran, aber wenn man so etwas in den Raum wirft, das as führt dann zu solchen Situationen wie mit der Ärztin. Bevor nicht alles im Trockenen ist, kann man es nicht verkaufen. Arbeiten statt Showprogramm, das ist meine Devise und dabei bleibe ich auch“, sagt der Bürgermeister
Noch kein Plan und kein Konzept präsentiert
„Wenn das nichts Neues ist, dann soll der Bürgermeister das auch umsetzen. Wir haben ihn darauf angesprochen und da hatte er keinen Plan“, sagt Philip Krobath. „Wenn er das wirklich am Schirm hat, dann macht er ja was wir wollen. Nur muss man das auch machen. Wieso nicht schon vor einem Jahr. Es gibt keine Ausschreibungen und keine Pläne in diese Richtung. Der Bürgermeister soll das bitte umsetzen, dann hat er genau das gemacht was wir wollen und was die Bevölkerung braucht“, so Krobath, der mit seinen Vorschlägen noch mehr ins Detail geht. „Ein Primärversorgungszentrum dient auch der Entlastung der Spitalambulanzen, weil das alles abgedeckt werden kann auf dieser adäquaten Versorgungsstufe. Es gäbe kurze Wege von Arzt zu Arzt. Und falls jemand sagt, dass das für Güssing unrealistisch sei. Mureck in der Steiermark hat in etwa dieselbe Größe wie Güssing, da gibt es ein solches Gesundheitszentrum
.Fakten zur alten Volksschule Güssing
Das Volksschulgebäude wurde in den Jahren 1949 bis 1950 errichtet. Ein Flügel beherbergte ab 1963 für einige Jahre das Realgymnasium von Güssing, bis dieses dann in einen eigenen Neubau zog. Das gesamte Gebäude ist nach wie vor in Betrieb und beherbergt noch bis zum Sommer die Volksschule und die allgemeine Sonderschule.