Rückkehr der Wildkatze ins Südburgenland

Auf leisen Pfoten

Im Lafnitztal bei Heiligenkreuz setzt der Naturschutzbund konkrete Maßnahmen, um der seltenen Wildkatze im Südburgenland wieder dauerhaft Lebensraum zu schaffen.

 Im süd burgenlänischen Lafnitztal pflanzte der Naturschutzbund gemeinsam mit Partnern rund 1.000 Heckensträucher, die der Wildkatze das Queren von offenen Landschaftsteilen ermöglichen.

Im süd burgenlänischen Lafnitztal pflanzte der Naturschutzbund gemeinsam mit Partnern rund 1.000 Heckensträucher, die der Wildkatze das Queren von offenen Landschaftsteilen ermöglichen.

© Josef Schuh

Während der Luchs mit seinen Pinselohren weithin bekannt ist, wissen nur wenige, dass in Österreich noch eine zweite wild lebende Katzenart lebt. Die Wildkatze ist aber keine verwilderte Hauskatze, sondern eine eigenständige, streng geschützte Art. Nach jahrzehntelangem Verschwinden kehrt sie nun langsam zurück – auch ins Südburgenland.

Scheue Waldbewohnerin mehrfach nachgewiesen

Die Wildkatze ganz in Österreich lange Zeit als ausgestorben. Mittlerweile bezeugen Nachweise aus mehreren Bundesländern, dass sich die scheue Waldbewohnerin wieder ausbreitet. Nachwuchs wurde in Niederösterreich, dem Burgenland und in Kärnten dokumentiert. Auch im Südburgenland gab es über Jahre hinweg Vermutungen über ihr Vorkommen. Erst in den vergangenen fünf Jahren konnte die Wildkatze hier mehrfach eindeutig nachgewiesen werden. Fachleute gehen davon aus, dass sich Bestände zunächst auf ungarischer Seite erholt haben und nun wieder im Burgenland „Pfote fassen“.

Sensibler Lebensraum als Voraussetzung

in zentrales Problem der Wildkatze war die Einengung ihres Lebensraumes. Das Tier ist auf große, strukturreiche Waldgebiete angewiesen und benötigt zusammenhängende Flächen von mehreren hundert bis über tausend Hektar. Neben dichten Rückzugsorten braucht sie offene Jagdflächen, insbesondere an Waldrändern, Gewässern und deckungsreichen Wiesen. Intensive landwirtschaftliche Nutzung, monotone Landschaften sowie Verkehrs- und Siedlungsflächen erschweren die Vernetzung dieser Lebensräume erheblich.

Rückkehr der Wildkatze ins Südburgenland

© Haus der Natur

Maßnahmen dort, wo sie wirklich greifen

Genau hier setzen Maßnahmen wie die Heckenpflanzungen an. Brachen, Hecken, Feldgehölze, Baumreihen oder Waldstreifen dienen als wichtige Wanderkorridore zwischen den Kernlebensräumen und sind Voraussetzung für eine dauerhafte Rückkehr der Wildkatze.

Der Naturschutzbund pflanzt die Verbindungselemente im Rahmen des vom Waldfonds geförderten Projekts „Netzwerk Wildkatze“. Nachdem zuletzt im oberen Mühlviertel 500 Sträucher gesetzt wurden, erfolgte vergangene Woche auch im Südburgenland ein weiterer Schritt.

Bei Heiligenkreuz im Lafnitztal wurden – unterstützt von Tierarzt Bernhard Takacs und dem Landesforstgarten Burgenland – mehrere Heckenstreifen angelegt. Rund 1.000 Pflänzchen aus elf heimischen Arten sollen künftig Waldlebensräume miteinander verbinden und der Wildkatze das Überqueren offener Landschaftsteile erleichtern. Gleichzeitig profitieren auch landwirtschaftliche Flächen, etwa durch Schutz vor Winderosion.

Eine wichtige Grundlage für den Schutz der Art bildet auch die Wildkatzen-Datenbank des Naturschutzbundes Österreich. Sichtungen können dort gemeldet werden und liefern wertvolle Daten für Forschung und Schutzmaßnahmen – auch im Südburgenland, wo die Rückkehr der Wildkatze nun zunehmend sichtbar wird.