Rumäne ging 157 Mal einbrechen, dafür muss er fünf Jahre absitzen

Aus dem Gerichtssaal

Ein Rumäne (41) fuhr im ganzen Land mit dem Zug auf Diebestour und brach in Schulen ein, darunter auch in Maria Anzbach, Eichgraben und Pressbaum. Vor Gericht zeigte er sich nach langem Hin und Her schlussendlich doch geständig.

Großen Schaden richtete ein Rumäne beim Einbrechen an. Dafür muss er nun fünf Jahre ins Gefängnis.

Großen Schaden richtete ein Rumäne beim Einbrechen an. Dafür muss er nun fünf Jahre ins Gefängnis.

© LPD NÖ

Schon seit dem Jahr 2011 beschäftigt ein heute 41-Jähriger immer wieder die Justiz, erst mehrmals in Deutschland, dann, elf Jahre später, in Österreich. Insgesamt elf Vorstrafen, für die er auch Haftstrafen verbüßte, hat er in Deutschland kassiert– vor allem wegen Diebstählen.

Nach seiner Haftentlassung verschlug es ihn dann nach Österreich, wo er weiterhin seiner kriminellen Energie freien Lauf ließ. Erst in Salzburg konnte ihm knapp zwei Jahre später das Handwerk gelegt werden. Für seine Diebstähle, die er in dieser Zeit begangen hatte, musste er sich nun am Landesgericht St. Pölten verantworten. Insgesamt 157 Einbrüche – vorwiegend in Schulen und Amtsgebäude – werden dem 41-Jährigen zur Last gelegt, darunter in St. Pölten, Pressbaum, Maria Anzbach, Eichgraben, Rabenstein, Kirchberg/Pielach, Prinzersdorf, St. Veit an der Gölsen, Klosterneuburg, Horn, St. Valentin, Melk, Baden, Mürzzuschlag, Krieglach, Paudorf, Illmitz, Bad Hall, Vöcklabruck, Payerbach, Knittelfeld, Donawitz, Friesach, Wien, Puchheim, Parndorf, Bruck/Leitha, Frankenmarkt und Ried im Innkreis. Zu den Tatorten fuhr er mit dem Zug, bei ihm sichergestellte Tickets belasteten ihn schwer.

Geständig zeigte sich der Rumäne anfangs dazu allerdings nur teilweise, denn nicht alle Einbrüche, die während dieser Zeit gewesen seien, würden auf seine Kappe gehen. „Ich gebe das zu, was ich gemacht habe, circa 60“, meinte er. Nach einem kurzen Gespräch mit seinem Verteidiger sagte er allerdings, dass er doch für alle in der Anklageschrift angeführten verantwortlich sei. „So 70, 80“, gab er an. Denn nicht alle 157 Taten hätte er bei der polizeilichen Einvernahme, bei der ihm Fotos aller Tatorte vorgelegt worden waren, zugegeben. Laut Protokoll hätte er jedoch so gut wie alle bestätigt, weiß der Richter. „Das ist hier keine Spaßveranstaltung“, zeigte sich der Herr Rat nach dem langen Hin und Her schon etwas verärgert.

Schaden über rund 900.000 Euro

Für Verunsicherung sorgte bei dem Angeklagten jedoch die hohe Schadenssumme, die sich auf rund 900.000 Euro beläuft. „Ich hab’ nicht so viel gestohlen“, gab er zu Protokoll. Dass durch die Einbrüche viel beschädigt worden ist, wurde ihm erst gegen Ende der Verhandlung klar.

Als Grund für seine Taten nannte er Spielsucht. „Ich fuhr auf gut Glück mit dem Zug herum und ging einbrechen. Das Geld habe ich in Casinos verspielt“, sagt der 41-Jährige. „Ich dachte mir immer, dass ich das Geld zurückgewinnen werde, es hat aber nicht funktioniert.“

Für seine Taten muss er nun fünf Jahre hinter Gitter, entschied der Schöffensenat. „Das ist eine beachtliche Leistung im negativen Sinn“, meinte der Richter schließlich bei der Urteilsverkündung. Zudem muss der Verurteilte mehrere 10.000 Euro Schadensersatz leisten.