Im Windpark Andau bleibt es endgültig finster

Aus für Dauerblinken

Im größten Windpark Österreichs werden in den kommenden Wochen erstmals dauerhaft die roten Warnlichter in der Nacht abgeschaltet. Stattdessen leuchten sie nur noch, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Möglich wird das durch eine neue Verordnung des Bundes und die Zusammenarbeit zwischen Burgenland Energie, Austro Control und dem zuständigen Ministerium.

Im Windpark Andau ist nun bald Schluss mit dem nächtlichen Dauerblinken.

Im Windpark Andau ist nun bald Schluss mit dem nächtlichen Dauerblinken.

© Klaus Zwinger

Als im Jahr 1997 die erste Windkraftanlage im Burgenland errichtet wurde, galt das Bundesland als Vorreiter in der Nutzung erneuerbarer Energien. Mit dem stetigen Ausbau der Windparks kamen jedoch auch Kritikpunkte auf, darunter das weithin sichtbare rote Dauerblinken in der Nacht. Besonders im Bezirk Neusiedl am See, der mit Abstand die höchste Dichte an Windrädern in Österreich aufweist, war das Thema seit Jahren präsent. Nun steht eine Veränderung bevor.

Testphase erfolgreich abgeschlossen

„Wir haben bereits vor drei Jahren mit dem Projekt gestartet, die dauerhaft blinkenden roten Lichter bei Windrädern in der Nacht durch innovative, neue Technologien zu ersetzen, so dass die Lichter nur angehen, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert“, erklärte Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie.

Vor über einem Jahr wurde im Windpark Andau gemeinsam mit der Austro Control der Probebetrieb begonnen. Dort wurde erstmals in Österreich ein System erprobt, das die Warnlichter mithilfe von Sensoren nur dann aktiviert, wenn ein Luftfahrzeug registriert wird.

Die Tests seien „sehr erfolgreich“ verlaufen, betonte Sharma. Auf deren Grundlage entwickelte das zuständige Ministerium die neue Verordnung, die nun die permanente Nachtkennzeichnung durch sensorgesteuerte Befeuerung ersetzen kann.

Im Windpark Andau bleibt es endgültig finster

© Burgenland Energie

„Wir freuen uns, dass diese Verordnung vom zuständigen Ministerium jetzt erlassen wurde. Der von uns beantragte Landesbescheid ist ebenfalls gerade bei uns eingegangen. Mit leichten Adaptionen, zusätzlich zu den bestehenden Lampen sind Infrarotlampen zu installieren“, berichtete Sharma am Mittwoch.

Deutschland war schneller

Während Deutschland die „bedarfsgerechte Befeuerung“ bereits 2021 gesetzlich verankerte, dauerte die Umsetzung in Österreich deutlich länger. Bis zur Novelle des Luftfahrtrechts im Jahr 2024 war für Windkraftanlagen über 100 Meter Höhe eine durchgehende Nachtbeleuchtung verpflichtend.
In mehreren burgenländischen Gemeinden gab es bereits früher Bestrebungen, das Blinken zu reduzieren. Diese scheiterten jedoch an fehlenden gesetzlichen Grundlagen (die BVZ berichtete).

Nun besteht erstmals die Möglichkeit, die Systeme regulär zu betreiben. In Andau werden nun zusätzliche Infrarotlampen installiert, wie Sharma erläuterte. Nach der technischen Abnahme durch die Austro Control sollen die Lichter im größten Windpark des Landes in den kommenden Wochen dauerhaft ausgeschaltet bleiben – mit Ausnahme jener Momente, in denen Luftfahrzeuge in der Nähe sind.

Viele Anlagen im Bezirk betroffen

Von den insgesamt 456 Anlagen (Stand Jänner 2025, Quelle: IG Windkraft) stehen ein Großteil im Bezirk Neusiedl am See. Burgenland Energie betreibt knapp die Hälfte der Windkraftanlagen im Bundesland. Allein der Windpark Andau umfasst 38 Windräder.

In Zukunft soll die Umstellung schrittweise auch auf weitere Anlagen ausgeweitet werden.
„Als größter Windanbieter Österreichs sind wir stolz, dass die Windanlagen in der Nacht unsichtbar werden. Genau dann, wenn sie den meisten Strom erzeugen“, sagte Sharma.

Bis die neue Technologie flächendeckend eingesetzt wird, wird es noch Zeit benötigen. Die Umstellung erfordert neben Genehmigungen auch technische Anpassungen an jeder einzelnen Anlage. Burgenland Energie plant dafür Investitionen im sechsstelligen Bereich.