Kabinettchef mit Neusiedler Wurzeln
Außenministerium
Arad Benkö hat eine lange Karriere im diplomatischen Dienst hinter sich und übernimmt nun eine zentrale Rolle in der österreichischen Außenpolitik.
Arad Benkö, Diplomat mit Neusiedler Wurzeln, wechselt nun nach drei Jahren als Botschafter in der Ukraine ins österreichische Außenministerium.
© Twitter/AradBenkoe
Seit März ist Arad Benkö Kabinettchef der neuen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). Damit rückt ein Diplomat mit tiefen Wurzeln in Neusiedl am See an eine Schlüsselstelle des Ministeriums.
Benkö, der seit mehr als 25 Jahren in der Diplomatie tätig ist, war zuletzt Botschafter in der Ukraine. Zuvor hatte er Posten in Bonn, Pristina, Bukarest, Brüssel und Tel Aviv inne und war Botschafter in Lettland und Georgien. Seine Erfahrung in Krisenregionen und sein Netzwerk in der internationalen Politik machten ihn zu einem gefragten Experten für Außen- und Sicherheitspolitik. „Ich freue mich, als Kabinettschef der neuen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger im Team Aussenministerium arbeiten und einen kleinen Beitrag in einer schwierigen geopolitischen Lage für Österreich und für Europa leisten zu dürfen“, betont er gegenüber der BVZ.
Familiäre Wurzeln im Burgenland
Seine familiären Wurzeln führen nach Neusiedl am See, wo er selbst einige Jahre einen festen Wohnsitz hatte. Der Neusiedler Martin Pieber hat die Geschichte seiner Vorfahren in dem Buch "Die jüdische Familie Wallenstein-Benkö" dokumentiert. "Ich habe in diesem Buch selber so manche mir bis dahin unbekannten Geschichten und Zusammenhänge gelernt", erzählte Arad Benkö in einem früherenInterview mit der BVZ, in dem er auch berührend über den Kriegsalltag in der Ukraine berichtete: „An Krieg, Tod und Leid kann man sich nie gewöhnen, aber man lernt damit umzugehen“, sagte er.
Zwischen Diplomatie und Heimatverbundenheit
Die Verbindung zu Neusiedl ist für ihn nicht nur historischer Natur. Erinnerungen an sommerliche Radtouren mit den Großeltern, Gartenarbeit und die Kochkunst seiner Großmutter sind ihm präsent geblieben. Bis heute zieht es ihn regelmäßig in die Region, sei es für eine Radtour am Neusiedler See oder ein traditionelles Martinigansl. Selbst als Botschafter nahm er burgenländischen Wein mit auf seine Posten: "Der burgenländische Wein war bei allen meinen Posten ein fixer Bestandteil eines gemütlichen oder offiziellen Abendessens."
Mit seiner neuen Funktion als Kabinettchef der Außenministerin bleibt Benkö auch weiterhin international gefragt. Die Herausforderungen reichen von der europäischen Sicherheitslage bis zu bilateralen Beziehungen mit wichtigen Partnern. Doch trotz der globalen Aufgaben bleibt seine Verbundenheit zu Neusiedl am See bestehen.