Halbturn: Dorfspaziergang durch die Geschichte

Austria Guides

Christian Seywerth führt als Austria Guide durch Gemeinden des Nordburgenlands. Dieses Wochenende ging es durch Halbturn.

Christian Seywerth führte das interessierte Publikum durch die Geschichte von Halbturn. Hier in der Erzherzog-Friedrich-Straße.

Christian Seywerth führte das interessierte Publikum durch die Geschichte von Halbturn. Hier in der Erzherzog-Friedrich-Straße.

© Klaus Zwinger

Im Rahmen des „Austria Guides Burgenland Weekend“ wurde am vergangenen Wochenende zu kostenlosen Führungen an verschiedenen Orten im Nordburgenland geladen. Der Fremdenführer Christian Seywerth führte dabei durch die Kellergassen von Purbach und lud tags darauf zu einem lockeren Dorfspaziergang durch Halbturn ein. Wir begleiteten ihn bei seiner Führung durch Halbturn und lernten so einiges über die Geschichte der Gemeinde.

Halbturn: Dorfspaziergang durch die Geschichte

© Klaus Zwinger

Den Beginn machte Seywerth vor rund zwanzig interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern vor der Halbturner Pfarrkirche. Auf dem Vorplatz erläuterte er zunächst Grundlegendes, ging aber auch auf Faktoren wie die Bevölkerungsentwicklung ein. Diese verhält sich ganz interessant: die meisten Einwohner hatte Halbturn zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit rund 2.500, in den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl bei rund 1.900 eingependelt.

Erstmals von Gestütsmitarbeitern aus Mönchhof besiedelt

Wie Seywerth beschreibt, entstand Halbturn im Jahre 1673, als Gestütsmitarbeiter, die dem Kaiser unterstellt und im Mönchhofer Ratschin (diese Gasse gibt es auch heute noch) beheimatet waren, ihre Unterkünfte verlassen mussten, da Mönchhof in geistlichem Besitz und somit nicht der Krone unterstellt war. In der Folge kam es laut Komitatsbeschluss zu einer planmäßigen Ansiedlung im heutigen Halbturn.

Halbturn: Dorfspaziergang durch die Geschichte

© Klaus Zwinger

Einige Jahre später, 1679, wurde dann beschlossen, eine eigene Kirche im Dorf zu bauen, welche dem Heiligen Josef geweiht wurde. Die Führung bewegte sich dann ins Innere der Kirche, bevor es von dort weiter zum Dorfanger und in der Folge weiter zu den für Halbturn so bezeichnenden Tschardaken ging.

Brand beim Schmalzkochen sorgte für Zerstörung

Eine Anekdote am Anger machte einen besonderen Eindruck. Am 15. April 1826, also vor beinahe genau 200 Jahren, kochte eine Dienstmagd in einer Scheune über einer offenen Feuerstelle Schmalz auf, als sie den Dorftrommler von Weitem hörte. Unachtsam ging sie auf die Straße um ihn besser zu hören und ließ das Schmalz dabei auf der Flamme. Die Folge war ein verheerendes Feuer, welches eine komplette Häuserreihe in der heutigen Erzherzog-Friedrich-Straße zerstörte. Todesopfer, die aus dem Vorfall hervorgegangen wären, sind allerdings nicht bekannt.

Christian Seywerth veranstaltet bis in den Herbst hinein regelmäßig Führungen durch Purbach, Podersdorf, Mörbisch, Rust, und Eisenstadt. Weitere Infos und Anmeldung unter www.seywerth.at