St. Andrä: Roboter im Ackerbau
Autonomie am Feld
Seit fünf Jahren setzt der junge Bio-Ackerbauer Michael Krammer aus St. Andrä am Zicksee als Vorreiter auf den Einsatz eines Feldrobotors.
LK-Burgenland Präsident Nikolaus Berlakovich mit Bio-Ackerbauer Michael Krammer und einem Mitarbeiter der Firma Farmdroid.
© Klaus Zwinger
Ein Feldroboter, automatische Lenksysteme, kameragesteuerte Bodenbearbeitung und Aussaat mit der Drohne – was für viele noch nach Zukunft klingt, ist seit einigen Jahren am Biobetrieb von Michael Krammer in St. Andrä am Zicksee tägliche Praxis. Der Jungbauer sieht in der Digitalisierung die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft und nutzt verschiedenste digitale Möglichkeiten, um seinen Betrieb und seine Arbeitsweise zu optimieren. Neben automatischen Lenksystemen und kameragesteuerter Bodenbearbeitung wurde für den Anbau und die Kulturpflege von Zuckerrüben und Winterzwiebeln bereits vor einigen Jahren einen Feldroboter angeschafft.
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„Michael Krammer war vor rund fünf Jahren österreichweit der erste, der einen Farmdroid angeschafft hat und zählt damit zu den Pionieren im Bereich Robotik. Solche innovativen Betriebe brauchen wir in der Land- und Forstwirtschaft, einerseits, um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten und andererseits um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu steigern“, sagt Nikolaus Berlakovich, Präsident der Bgld. Landwirtschaftskammer bei einem Pressegespräch gemeinsam mit dem Bio-Ackerbauern Michael Krammer in St- Andrä am Zicksee. Er war heute Morgen im Betrieb, um sich einen Einblick aus erster Hand zu verschaffen.

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Seit einem Jahr führt Bio-Ackerbauer Michael Krammer in St. Andrä am Zicksee seinen Betrieb alleine. Vor fünf Jahren, als er als erster Landwirt in Österreich einen Farmdroid gekauft hat, war er noch bei seinem Onkel am Betrieb tätig. Er sah in der Digitalisierung schon immer die Zukunft. Der Grund für den Kauf war ein wirtschaftlicher: „Der Druck in der Landwirtschaft ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Die Preise für die Produkte steigen aber kaum. Damit wir auch in den kommenden Jahren ein gutes Einkommen erwirtschaften können, müssen wir aus dem, was wir haben, mehr herausholen“, erklärt Krammer. Den Roboter nutzt er aktuell für die Aussaat von Zuckerrüben und Winterzwiebeln sowie für die Unkrautbekämpfung auf diesen Flächen. Darüber hinaus sind automatische Lenksysteme sowie kameragesteuerte Maschinen am Betrieb schon seit Langem gängige Praxis. Ebenso helfen ihm unterschiedliche Apps, die Effizienz am Betrieb zu steigern.
Landwirtschaftlicher Facharbeiter mit Robotik-Faible
Der Farmdroid ist nicht nur am Tag im Einsatz, sondern die Solarmodule samt Akku sorgen dafür, dass das Gerät auch nachts arbeiten kann. Während er gemächlich am Feld fährt, hackt der autonome Roboter zwischen und innerhalb der Reihen Unkräuter. Die Zwiebeln trifft der Roboter nicht, da er durch moderne RTK-GPS-Technologie deren genaue Position kennt. Zudem verursacht der rund 900 Kilogramm schwere Roboter weniger Bodenverdichtungen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Kostenersparnis, insbesondere bei Betriebsmitteln und Arbeitskräften. „Allerdings muss ich viel Zeit investieren, um den Roboter effizient zu nutzen. Das liegt einerseits an der vergleichsweise langsamen Fahrgeschwindigkeit und andererseits an der Stromversorgung. Wenn der Roboter auf einem Feld fertig ist, dann bringe ich ihn so schnell wie möglich auf das nächste. Das mach ich auch in der Nacht, damit ich keine Zeit verliere“, erklärt der 33-Jährige.
Der Aufwand für den Bediener ist somit nicht zu vernachlässigen. Vor allem, wenn das Gerät eine Fehlermeldung aufs Handy schickt. Durch die langsame Arbeitsgeschwindigkeit von rund 650 Metern in der Stunde muss Krammer das Problem schnell beheben, ansonsten würde er zu viel Zeit verlieren. Ähnlich ist es, wenn dem Gerät der Strom ausgeht. „Im Sommer fährt der Farmdroid auch in der Nacht durch. Wenn es aber schon früh dunkel wird, hält der Akku nicht so lange“, so Krammer. Daher hat er eine Powerbank angeschafft, die zum Beispiel auch im November einen durchgehenden Betrieb ermöglicht. Im Burgenland gibt es neben Krammer noch zwei Betriebe, die auch denselben Farmdroid dieser Firma aus Niederösterreich, die Farmdroiden aus Dänemark importieren, einsetzen.
Vor einigen Monaten berichtete die BVZ bereits über Präsentation von Robotern im Weingarten. Da Weinbauflächen aber typischerweise wesentlich kleiner und verstreuter sind, sind autonome Flächen bei solchen Kulturen schwerer zu implementieren.