Eisenstadt vs. Oberwart: Spannendes Derby, Monsterwurf, klarer Sieger

Basketball Superliga

Eisenstadt gegen Oberwart - da schlagen burgenländische Basketball-Herzen höher. Die durchaus ansehnliche Neuauflage des Finales 2024/2025 endete mit einem 91:76-Favoritensieg der Gunners. Der spektakulärste Wurf der gesamten Saison könnte aber an die Dragonz gehen - Lukas Hahn traf von der eigenen (!) Dreierlinie aus über das gesamte Spielfeld per Buzzer Beater.

Quincy Diggs und die Gunners setzten sich in Eisenstadt gegen Jakob Szkutta und die Dragonz durch.

Quincy Diggs und die Gunners setzten sich in Eisenstadt gegen Jakob Szkutta und die Dragonz durch.

© BVZ/Wagentristl

Es war ein erwartungsgemäß hochemotionales Match zwischen Nord- und Südburgenland - und dennoch bringen es die nackten Zahlen am besten auf den Punkt: Oberwart traf prozentuell mehr Würfe innerhalb der Dreier-Linie als Eisenstadt von der Freiwurf-Linie. Von außerhalb der Dreier-Linie traf Eisenstadt überhaupt nur zweimal. Der erste Dreier, Lukas Hahns Buzzer Beater zur Halbzeit, war noch dazu der vermutlich weiteste Korb der Vereinsgeschichte.

Aber zurück zu den Emotionen im knackevollen Allsportzentrum: Die Gunners-Fans kamen zahlreich aus dem Süden angereist und bekamen über weite Strecken eine ausgeglichene Partie zu sehen. Zwischendurch konnte Oberwart zwar immer wieder einen Vorsprung herausarbeiten - fast ebenso oft kämpften sich die Gastgeber aber wieder zurück.

Wobei es vor allem einem Mann zu verdanken ist, dass die Begegnung bis zum letzten Viertel offen blieb: Sead Hadzifejzovic. Verbal sehr emotional, unterm Korb aber staubtrocken, garnierte der bosnische Big Man sein Double-Double (zwölf Rebounds) mit einem Rekord-Score im Dragonz-Dress von 35 Punkten.

Weniger erfreulich aus Eisenstädter Sicht: Kein einziger seiner Kollegen schrieb zweistellig an. Bei Oberwart sah Kapitän Sebastian Käferle mit gebrochener Mittelhand von der Bank aus wie gleich fünf seiner Teamkollegen auf über zehn Punkte kamen.

Auffällig war aus Eisenstädter Sicht die starke Leistung bei den Offensiv-Rebounds: Gleich 17-mal erkämpften sich die Drachen in der Neuauflage des Vorjahres-Finales zweite Chancen im Angriff.

Aber auch das half letztlich nichts. Glenn Taylor (20 Punkte), Ian Martinez (19 Punkte) und Kollegen waren stärker als die rot-weiß-rot-geprägte Mannschaft der Gastgeber. Nach drei relativ ausgeglichenen Vierteln machten die Gunners zum Schluss den Sack zu und bauten den Vorsprung von sechs auf 15 Punkte aus. Der 76:91-Sieg für Oberwart klingt vielleicht klarer, als der Spielverlauf sich darbot - am Ende setzte sich aber mit 15 Punkten Vorsprung und verdient die stärkere Mannschaft durch.

„Teilweise waren wir völlig offen und haben keine Würfe getroffen. Mit so einer Dreier-Quote kann man kein Match gewinnen“, bilanziert Felix Jambor, Headcoach der Eisenstadt Dragonz, nüchtern. Zuvor lobte er aber noch die Fans des burgenländischen Basketballs, „besonders natürlich die aus dem Norden.“

In den entscheidenden Momenten habe es seiner Truppe an individueller Qualität gemangelt: „Für ein junges österreichisches Team, war es solide - wir haben aber auch viel Lehrgeld gezahlt im Matchup von jungen Heimischen und starken Legionären.“ Als Beitrag zur heimischen Talenteentwicklung war es nicht schlecht - so etwa lässt sich Jambors Resümee zusammenfassen. Zufrieden klingt er dabei aber nur bedingt.

„Gegen Ende der ersten Hälfte hatten wir etwas Probleme und seltsame Schiedsrichter-Entscheidungen haben uns in dieser Phase auch nicht geholfen“, analysiert Roy Dorleijn das Derby: „In der zweiten Halbzeit haben wir dann wieder zugelegt und unsere Neuzugänge haben mittlerweile gut ins Team gefunden.“

Zwei Runden vor Ende des Grunddurchgangs schaut man in Oberwart mit einem Auge schon auf die Play-offs. Das Ziel dafür ist klar: Der „Threepeat“, wie im US-Sport der dritte Titel in Folge genannt wird. „Die anderen Teams sind wirklich stark und es wird ein hartes Stück Arbeit. Wir glauben daran, wir wollen es, das ist unser Ziel.“