Mattersburg: Aufregung um Weiden-Rodung beim Mühlbach

Baumschnittmaßnahmen

Im Bereich des Mühlbaches wurden kürzlich Baumschnittmaßnahmen durchgeführt, Grün-Gemeinderätin Elisabeth Mendoza wettert gegen diese Rodungen. Von Seiten der Stadtgemeinde entgegnet man, dass Gefahr im Verzug war und auch wieder aufgeforstet wird.

Elisabeth Menoza von den Mattersburger Grünen.

Elisabeth Menoza von den Mattersburger Grünen.

© zVg

Der Gaisgrabenbach fließt von Forchtenstein weg in Richtung Mattersburg. Bei der Naturfreundehütte mündet er in die Wulka und aus seinem Fortfluss entspringt der Mühlbach, der entlang von Krautäckern fließt und dann bei der Weidenbachgasse über eine Verrohrung in die Wulka mündet.

„In der Semesterwoche wurden beim Mühlbach alle Weiden umgeschnitten. Auf einer Länge von 250 bis 300 Metern gab es viele morsche Bäume, es waren jedoch auch gesunde dabei. Dies kann ich einfach nicht nachvollziehen, so sollte man nicht vorgehen. Ich habe im Gemeinderat schon einmal den Antrag auf Erhalt des Baumbestandes gestellt. Ich fordere nun, dass es Aufforstungsmaßnahmen gibt“, wettert Elisabeth Mendoza, Gemeinderätin der Mattersburger Grünen.

Den Grund für das Absterben der Bäume ortet Mendoza wie folgt: „Der Mühlbach wurde wegen des großen Unwetters vor einigen Jahren umgeleitet und diese Bäume haben zu wenig Wasser bekommen. Man sollte den ursprünglichen Verlauf wieder herstellen.“

Es war einfach Gefahr im Verzug“ Bauhfoleiter Günter Dorner

Bauhofleiter Günter Dorner hält fest, dass „es in den vergangenen beiden Jahren während der Sommermonate eine extreme Hitze gab. Aus diesem Grund sind viele Bäume abgestorben. Dies ist nicht nur beim Mühlbach der Fall, auch beim Fitnessparcours sind aufgrund des trockenen Wetters Bäume und Sträucher abgestorben. Die selbe Situation erkennt man auch bei den Baumschnittmaßnahmen der ÖBB beim Viadukt beim Wiesener Bahnhof. Im Bereich des Mühlbaches hatten wir Anrainerbeschwerden, da Äste in diesem Bereich zum Teil in die Gärten hingen und sich die Leute nicht mehr in die Gärten trauten. Es war einfach Gefahr im Verzug.“

Die Baumschnittmaßnahmen beim Mühlbach fallen in den Zuständigkeitsbereich des Landes Burgenland, das Wasserbauamt führte die Baumschnittmaßnahmen durch. Dorner erläutert weiters, dass „dies normale Baumschnittmaßnahmen sind. Bei Weiden führt man einen Kopfschnitt durch – man schneidet sie auf einen, eineinhalb Meter ab. Normalerweise treiben die Weiden wieder aus und der Baum wächst wieder nach.“

Die weitere Vorgangsweise? „Das Flussbett wird wieder hergerichtet, so dass die Möglichkeit besteht, dass Wasser wieder fließen kann. Der Sommer wird dann weisen, wieviel Wasser im Mühlbach fließt und wo es dann versickert. Wir beobachten, wie sich die geschnittenen Bäume entwickeln. Sollte sich heuer nicht viel tun oder Bäume absterben, werden wir nächstes Jahr über die Landesforstschule Bäume kaufen und dort wieder alles kultivieren.“

Die von Mendoza angesprochene Umleitung des Mühlbaches erläutert Amtsleiter Karl Aufner wie folgt: „Wir haben aus Hochwasserschutzgründen eine zweite Ableitung durchgeführt. Es wurde dabei sicher gestellt, dass - wenn der Mühlbach dort Wasser führt - mindestens elf Liter Wasser in der Sekunde auch weiterlaufen.“